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03. September 2012, 17:58 Uhr

Zahnpflege

Kokosöl schützt vor Karies

Das Fett der Kokospalme könnte zur Waffe gegen Karies werden: Forscher haben nach eigenen Angaben herausgefunden, dass Kokosöl im Mundraum die Bakterien angreift, die Zahnfäule auslösen.

Karies ist weit verbreitet. Viele Kinder und nahezu alle Erwachsene in Deutschland leiden unter der Erkrankung der Zähne. Sie wird von Bakterien im Mundraum ausgelöst, sogenannten Streptokokken. Als Vorsichtsmaßnahmen gegen Zahnfäule empfehlen Zahnmediziner unter anderem regelmäßiges Zähneputzen, das Meiden von Zucker und eine Prophylaxe mit Fluorid.

Forscher des Athlone Institute of Technology in Irland haben nun herausgefunden, dass auch modifiziertes Kokosfett vor Karies schützen kann. Die Substanz, auch Kokosöl genannt, sei ein natürliches Antibiotikum mit großem Potential, erklärte Damien Brady auf der Herbstkonferenz der Society for General Microbiology an der University of Warwick.

Brady und seine Kollegen hatten die Wirkung von Kokosfett in modifizierter und unmodifizierter Form miteinander verglichen. Dabei zeigte sich, dass die Vorbehandlung mit Enzymen die Bekämpfung von Streptokokken verstärkt. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass halbverdaute, also mit Enzymen behandelte Lebensmittel den Bakterien Probleme bereiten. So reduzierte modifizierte Milch die Bindung der Streptokokken an den Zahnschmelz.

Die Wissenschaftler glauben, dass modifiziertes Kokosfett eines Tages in Zahnpflegeprodukten zum Einsatz kommen wird. "Karies wird als Problem häufig übersehen", sagte Brady. Dabei seien in den Industrieländern 60 bis 90 Prozent aller Menschen davon betroffen. Kokosfett sei eine interessante Alternative zu bislang verwendeten chemischen Zusätzen, weil es auch bei niedrigen Konzentrationen funktioniere. Es biete sich zudem auch deshalb als natürliches Antibiotikum an, weil es immer größere Probleme mit Resistenzen gegen gängige Medikamente gebe.

Außerdem ermögliche die Studie ein neues Verständnis der antibakteriellen Vorgänge im Darm. "Unsere Daten legen nahe, dass Verdauungsprodukte des Menschen antibakteriell wirken", sagte Brady. Dies könne auch Bakterien beeinflussen, die den Verdauungstrakt besiedelten.

hda

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