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KLIMA Meeresanstieg unklar

aus DER SPIEGEL 6/2007

Wie hoch ist der Meeresspiegel Ende des 21. Jahrhunderts? 18 bis 59 Zentimeter höher als heute, heißt es im Vierten Klimabericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Uno, der am Freitag veröffentlicht wurde. Doch schon ist Streit um die Daten entbrannt. Experten bemängeln, dass das Schwinden der grönländischen und antarktischen Eisschilde nicht ausreichend berücksichtigt wurde. »Das Abschmelzen von Grönland hat sich rasant beschleunigt«, sagt etwa Drew Shindell von der Nasa, der Meeresspiegelanstieg werde vermutlich »viel schlimmer« ausfallen als vorausgesagt. Jürgen Willebrand vom IFM-Geomar in Kiel, einer der Autoren des IPCC-Reports, verteidigt die Ergebnisse: »Über einige Prozesse ist noch viel zu wenig bekannt.« So seien etwa die bisher nicht vorhersagbaren Eisströme ins Meer nicht in die Analyse eingegangen. Auch über Nord- und Ostsee streiten die Forscher. Mit 10 bis 20 Zentimeter höherem Wasserstand als im globalen Mittel rechnet Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im Jahr 2100. Der Grund: Die nordatlantische Zirkulation verliert an Kraft, weniger Wasser fließt ab. Willebrand dagegen glaubt, dass der Effekt durch Windsysteme ausgeglichen werden könnte: »Ich habe keinen Anlass anzunehmen, dass die Nordsee höher steigen wird als andere Meere.«

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