15-Jahres-Plan Nasa macht mobil

Auf der Suche nach Spuren von Leben auf dem Mars will die US-Weltraumbehörde Nasa in den kommenden 15 Jahren sechs Missionen zum roten Planeten schicken. Roboter-Landungen sollen dabei die Entsendung von Astronauten vorbereiten.


Mars-Roboter sollen den roten Planeten erkunden.
DPA

Mars-Roboter sollen den roten Planeten erkunden.

Bei den Erkundungen sollen Orbiter, Landegeräte und spezielle Fahrzeuge eingesetzt werden, die große Teile der Oberfläche des Mars erforschen können, erklärte die Nasa. Der Direktor des Mars-Programms, Scott Hubbard, sagte, alle Missionen dienten der Klärung einer Frage: "Entstand dort Leben, und gibt es jetzt dort Leben?" Dafür hat die Nasa jährlich rund 1,07 Milliarden Mark veranschlagt.

Der wissenschaftliche Direktor der Nasa, Ed Weiler, bezeichnete die Robotermissionen auf dem Mars als Wegbereiter für bemannte Missionen. Konkrete Pläne für die Entsendung von Astronauten auf den Mars gebe es aber noch nicht. Drei der vorgestellten Missionen - der Einsatz eines Orbiters im kommenden Jahr und zwei Robotereinsätze 2003 - waren bereits seit längerem geplant. Hinzu kamen der Einsatz eines weiteren Orbiters 2005, die Entsendung eines mobilen Wissenschaftslabors 2007 und eine "Scout"-Mission im selben Jahr.

Hubbard sagte, in den kommenden zehn Jahren sollten die besten Plätze für die Entnahme von Gesteinsproben ausfindig gemacht werden. Einsätze, in denen Gesteinsproben vom Mars zur Erde gebracht werden sollen, sind vorerst für 2014 und 2016 angesetzt, könnten laut Hubbard bei erfolgreichen früheren Missionen bereits 2011 stattfinden. Die Kosten dafür liegen bei 2,37 Milliarden Mark.

Nach den gescheiterten Mars-Expeditionen im vergangenen Jahr war die Nasa gezwungen, ihre Einsätze neu zu überdenken. 1999 war der Kontakt zu der 165 Millionen Dollar teuren Raumsonde "Mars Polar Lander" und dem 125 Millionen Dollar teuren "Mars Climate Orbiter" in der Nähe des Planeten abgebrochen. Experten kamen später zu dem Schluss, die Nasa habe mit zu geringem Einsatz zu viel erreichen wollen. Die neuen Pläne wurden aber auch von wichtigen Entdeckungen beeinflusst, so lassen jüngste Satellitenbilder vermuten, dass Wasser unter der Oberfläche des Mars vorhanden sein könnte.

Die meisten Wissenschaftler sind der Ansicht, dass es einst Ozeane, Seen und Flüsse auf dem Planeten gab. Weiler erklärte, die Einzelheiten der Missionen nach 2003 seien noch nicht festgelegt, so dass die Nasa auf Entdeckungen und neue Entwicklungen reagieren könne.



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