2,5 Milliarden Euro Mammutprojekte erhalten internationale Hilfe

Zwei Großprojekte der Forschung in Deutschland werden mit internationaler Unterstützung finanziert. Die Gesamtkosten des Teilchenbeschleunigers Fair in Darmstadt und des Röntgenlasers XFEL in Hamburg summieren sich auf über 2,5 Milliarden Euro.


Darmstadt/Hamburg - Zehn Länder wollen sich am 675 Millionen Euro teuren Teilchenbeschleuniger "Fair" der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt beteiligen. Der Röntgenlaser XFEL am Deutschen Elektronen-Synchrotron (Desy) in Hamburg, der für 908 Millionen Euro entstehen soll, wird von neun Staaten finanziert. Für beide Projekte wurde eine Absichtserklärung von den beteiligten Ländern unterzeichnet, wie das Bundesforschungsministerium und das Desy mitteilten.

Die Absichtserklärung bedeute zwar noch keine endgültige Zusage, man sei jedoch zuversichtlich, dass die Länder sich am Bau und Betrieb der Anlage beteiligen, sagte Hermann Schunck vom Bundesforschungsministerium. Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen, Schweden, die Schweiz und Spanien hätten sich verpflichtet, bis Mitte 2006 die Voraussetzungen für ein Regierungsabkommen zum Bau und Betrieb der europäischen XFEL-Anlage zu schaffen.

Der Röntgenlaser (X für Röntgen, FEL für Freie-Elektronen-Laser) soll von 2012 an völlig neue Einblicke in die Materiestruktur ermöglichen. Mit seinen extrem brillanten, ultrakurzen Röntgenblitzen könnten molekulare und atomare Vorgänge gefilmt und Momentaufnahmen von atomaren Details gewonnen werden.

Der geplante Darmstädter Doppelbeschleuniger Fair soll mit seinem Umfang von 1100 Metern Ionen (elektrisch geladene Atome oder Moleküle) in einer bislang nicht gekannten Intensität auf Atomkerne schießen. Dadurch entstehen Abläufe, wie sie bei der Entstehung des Weltalls vermutet werden. Die GSI verfolgt mit dem Projekt vor allem zwei Forschungsschwerpunkte: die Entstehung der Elemente und die Zusammensetzung der Atomkerne.

Fair, der 2014 in Betrieb gehen soll, wird zu drei Vierteln vom Bundesforschungsministerium bezahlt. Darüber hinaus wollen sich Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Schweden und Spanien beteiligen. Ein detaillierter Zeit- und Kostenplan soll 2006 vertraglich vereinbart werden.



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