300-Millionen-Wettbewerb McCain sucht den Super-Akku

Es wäre ein Jackpot, der es in sich hat: US-Präsidentschaftskandidat John McCain verspricht demjenigen Tüftler 300 Millionen Dollar, der einen neuen, leistungsfähigen Akku zum Antrieb von Autos präsentieren kann.

Washington - Der republikanische Kandidat arbeitet weiter an seinem Öko-Profil. John McCain, der sich auch für das unlängst gescheiterte US-Klimaschutz-Gesetz stark gemacht hatte, hat einen spektakulären Wettbewerb angeregt: Mit insgesamt 300 Millionen Dollar soll die Entwicklung neuer Akku-Technik gefördert werden.

Die Summe bedeutet, dass ein siegreicher Tüftler praktisch von jedem US-Bürger - vom Kind bis zum Greis - für seine Leistung einen Dollar bekäme, für die Lösung drängender Energieprobleme. Kleiner soll die neue Batterie sein, billiger und leistungsstärker.

Offiziell wird McCain seinen Plan bei einer Rede an der Fresno State University in Kalifornien vorstellen. "Auf der Suche nach Alternativen zum Öl hat unsere Regierung genug Geld herumgeworfen, um Einzelinteressen zu subventionieren." Statt Fehlschlägen wolle man nun eine "heroische Ingenieurleistung" fördern - und die beste Idee prämieren.

Mit großem Einsatz arbeiten Autobauer rund um den Globus derzeit an Elektroautos. Die Technologie ist alt - nun könnte sie nach Jahrzehnten doch noch den Durchbruch in den Massenmarkt schaffen - wegen des hohen Ölpreises. "Wenn Sie die Qualität Ihrer Autos beibehalten und ich die Qualität meiner Batterien, werden die Benzinkutschen in kürzester Zeit nicht mehr existieren", hatte schon im Jahr 1915 der Erfinder Thomas Alva Edison an Walter Baker, Hersteller von Elektroautos, geschrieben.

Doch weil die Akkutechnik nicht so recht vom Fleck kommen wollte, blieb diese Einschätzung bis heute eine Vision. Vor allem die alten Nickel-Kadmium-Akkus kamen mit einem hohen Gewicht und einer vergleichsweise niedrigen Speicherkapazität daher. Dadurch fiel der Aktionsradius der Elektromobile bescheiden aus. Auch der Lebenszyklus der wiederaufladbaren Batterien war viel zu kurz.

Mittlerweile setzen die Ingenieure beispielsweise auf Lithium-Ionen-Akkus, wie sie in Handys, Laptops und iPods zum Einsatz kommen. Sie haben mehr Kraft und eine längere Lebensdauer - aber auch ein Problem: Die Akkus heizen sich stark auf.

Hier setzt McCains Programm an, das Forscher zu Weiterentwicklungen motivieren soll. Neben der Förderung der Akku-Entwicklung schlug der republikanische Kandidat auch Steuererleichterungen für die Käufer klimafreundlicher Autos vor. Außerdem sollten Autobauer bestraft werden, wenn sie Spritfresser herstellten. Die Strafen für Verstöße gegen den Effizienzstandard "Cafe" (Corporate Average Fuel Economy) seien zu niedrig. Deswegen würden sich Hersteller nicht daran halten.

chs/AP/Reuters