Ägypten Archäologen legen bunte Pracht-Gräber frei

Aufwändig bemalt - und so gut wie leer: In der ägyptischen Totenstadt Sakkara haben ägyptische Forscher zwei prächtig verzierte Gräber freigelegt. Es handele sich um die bedeutendsten jemals gefundenen Grabstätten aus dem alten Reich, jubelt ein Archäologe.

AFP

Kairo - Die Totenstadt Sakkara bei Kairo gehört zu den wichtigsten Begräbnisstätten des Alten Ägypten - und begeistert Archäologen immer wieder aufs Neue, obwohl dort schon seit 150 Jahren gegraben wird. Im Umkreis der Pyramide des Pharao Djoser, der ungefähr von 2720 bis 2700 vor Christus regierte, können Fachleute immer wieder spektakuläre Funde vermelden. Bisher sind schon mehr als 40 Gräber entdeckt worden. Sie stammen aus den Anfängen des ägyptischen Reichs bis hin zur römischen Zeit.

Nun haben ägyptische Archäologen zwei kürzlich entdeckte Grabkammern der Öffentlichkeit vorgestellt. Die ins Gestein gemeißelten Räume sind reich verziert und rund 4300 Jahre alt. Es handele es sich um "die bedeutendsten jemals gefundenen Grabstätten aus der Zeit des alten Reichs", sagte der Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawass - wegen der erstaunlich gut erhaltenen Farben der Wandbemalung.

Inschriften auf Türattrappen in den Gräbern verraten die Namen der Bestatteten: Schendwas und Chonsu, Vater und Sohn. Chonsu diente dem Pharao zu Lebzeiten als Oberster Schriftgelehrter. Allerdings hat Feuchtigkeit Schendwas Sarkophag zerstört, und der seines Sohnes war bereits im Altertum Grabräubern zum Opfer gefallen.

Erst Ende Mai hatten Archäologen in Sakkara das lange Zeit verschollene Grab des altägyptischen Bürgermeisters Ptahmes wieder freigelegt. Es galt seit Ende des 19. Jahrhundert als vermisst. Damals hatten Schatzsucher mehrere Wandplatten entwendet. Danach hatten Sanddünen die Stätte verschluckt.

chs/apn

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