Ägypten Forscher finden riesiges Grab mit rätselhaftem Loch

In der ägyptischen Totenstadt Sakkara ist Archäologen ein spektakulärer Fund geglückt. Bei Ausgrabungen stießen sie auf zwei 2500 Jahre alte Gräber. Eines davon ist das größte, das bisher in der Nekropole entdeckt wurde - und beherbergt ein Mysterium.
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Archäologenfund in Ägypten: Rätselhaftes Grab

Foto: Anne Beatrice Clasmann/ dpa

Kairo - Die Totenstadt Sakkara wird schon seit Jahrzehnten von Archäologen durchkämmt - und ist offenbar immer noch für Entdeckungen gut. Im Februar 2009 etwa wurde dort eine Grabkammer mit 30 Mumien gefunden. Kurz zuvor waren Forscher auf einen massiven Sarkophag gestoßen, der möglicherweise die sterblichen Überreste von Seschseschet, die Mutter des Pharaos Teti, beherbergt hatte.

Jetzt haben Forscher am Eingang zu Sakkara zwei Gräber aus der 26. Dynastie (664 bis 525 vor Christus), der Spätzeit des Alten Ägypten, gefunden. Die Grabstätte, die in dem Gebiet Ras al-Dschisr liegt, wurde mehrfach geöffnet, für neue Bestattungen genutzt und ausgeplündert, sagte Zahi Hawass, Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung. Zuletzt hätten die Plünderer im 5. Jahrhundert nach Christus zugeschlagen.

Das größere der beiden Gräber ist eine Kammer, von der mehrere Zimmer und Durchgänge abgehen, in denen man Skelette, Tongefäße, mumifizierte Falken und Bauschutt gefunden habe. Das andere Grab enthielt mehrere Tongefäße. Das größte Rätsel aber gibt den Wissenschaftlern ein sieben Meter tiefes Loch in einer der beiden Kammern auf. Seine Funktion ist derzeit völlig unklar.

"Das ist das größte Grab in Sakkarra", sagte Hawass. "Es hat mich zwei Stunden gekostet, es komplett zu besichtigen." Die Entdeckung zeige, dass Sakkara noch immer Geheimnisse berge. Die Nekropole von Sakkara bei Kairo gehört zu den wichtigsten Begräbnisstätten des Alten Ägypten. In ihrem Zentrum liegt die Pyramide des Pharao Djoser, der ungefähr von 2720 bis 2700 vor Christus regierte.

mbe/AFP/dpa
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