Ägypten Mumie der Pharaonin Hatschepsut identifiziert

Nach der Mumie von Königin Hatschepsut fahnden Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten. Sie herrschte im Alten Ägypten für 20 Jahre und hinterließ einen faszinierenden Totentempel in Theben. Jetzt glauben Ägyptologen, die Überreste der Herrscherin gefunden zu haben.

Kairo - Zahi Hawass ist kein Mann der Bescheidenheit. Bereits im März 2006 hatte er verkündet, er habe die Mumie der Pharaonin Hatschepsut entdeckt, jener Frau, die er selbst "die faszinierendste Herrscherin" des Alten Ägyptens nennt - noch vor Kleopatra und Nofretete. Morgen nun will der Chef der staatlichen Altertümer-Behörde Ägyptens auf einer Pressekonferenz in Kairo erklären, warum er sich so sicher ist, dass es sich tatsächlich um die seit Jahrzehnten gesuchte Mumie handelt.

Eine von zwei bereits 1903 entdeckten Mumien sei mit hoher Wahrscheinlichkeit die Königin Hatschepsut, ließ Hawass vorab mitteilen. Die mumifizierten Leichname seien in einem 1989 wiederentdeckten, schlichten Grab im Tal der Könige gefunden worden, das offenbar der Amme der Pharaonin gehört habe.

Schon Jahre zuvor hatte die Ägyptologin Elizabeth Thomas vermutet, dass es sich bei einer der Mumien um die Herrscherin aus der 18. Dynastie handelte, die von 1503 bis 1482 vor Christus regierte. Die Positionierung des rechten Arms auf der Brust der Frau habe auf eine königliche Herkunft gedeutet.

"Königliches Gesicht"

Hawass glaubt jedoch, dass Thomas mit ihrer Hypothese falsch liegt. Die Frau sei viel zu kräftig gewesen und habe zu große Brüste, schreibt der Ägyptologe in einem auf seiner Homepage veröffentlichten Text . Vielmehr handle es sich bei der ursprünglich als Amme identifizierten Mumie um die Königin: "Ich denke, ihr Gesicht ist königlich, und jeder, der sie sieht, wird es ähnlich sehen."

Als Indiz für die Richtigkeit seiner Theorie wertet Hawass auch die Größe der Mumie. Sie sei mit 1,5 Metern Länge zu klein für den Sarg. Die Mumie Hatschepsuts könne in dem Sarg ihrer Amme versteckt worden sein, um sie vor ihrem Stiefsohn und Nachfolger Tuthmosis III. zu schützen, der ihr Andenken auslöschen wollte.

Hatschepsut wurde auch wegen ihres ambitionierten Bauprogramms berühmt. Im Tempel Deir-el-Bahari in Theben ließ sie die Geschichte ihrer göttlichen Geburt darstellen. "Dieser Tempel ist einer der Juwelen der altägyptischen Architektur", sagte Hawass. Die zu den Felsen Thebens aufstrebenden drei Terrassen seien das passende Denkmal einer außergewöhnlichen Herrscherin.

Zurzeit befinde sich der Leichnam Hatschepsuts im dritten Stock des Ägyptischen Museums in Kairo, sagte Hawass. Der Fernsehsender Discovery Channel bezeichnete die Entdeckung bereits als wichtigsten Fund seit der Mumie von König Tutanchamun.

hda/Reuters

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