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Dorf am Hang: Wohnstätte de ältesten Breisgau-Bewohner

Foto: Rolf Haid/ picture alliance / dpa

Älteste Breisgau-Siedlung Archäologen graben Steinzeitdorf am Kaiserstuhl aus

Grüße von den Vorfahren: Im Breisgau haben Archäologen die Grundrisse eines 7500 Jahre alten Dorfs freigelegt. Es soll von den ersten Bauern in der Region stammen. Ausgegrabene Utensilien erlauben Rückschlüsse auf ihre Lebensgewohnheiten.

Vogtsburg - Die Lage ihres Dorfs hatten die Ur-Breisgauer gut gewählt: Hanglage, direkt am Bach. Archäologen haben am Kaiserstuhl die Überreste des ältesten Steinzeitdorfs im Breisgau ausgegraben. Es handle sich um einen der bedeutendsten archäologischen Funde in Baden-Württemberg, teilte das Regierungspräsidium Freiburg am Dienstag in Vogtsburg im Kaiserstuhl (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) mit.

Es wurden die Grundrisse mehrerer jungsteinzeitlicher Häuser ausgegraben, die aus der Zeit zwischen 5500 bis 5000 vor Christus stammen - und damit rund 7500 Jahre alt sind. Die Siedler hätten sich wegen des fruchtbaren Bodens und des für die Landwirtschaft günstigen Klimas am Kaiserstuhl niedergelassen, sagte die Archäologin Andrea Bräuning. Die Häuser standen an einem nach Süden abfallenden Hang mit Lössboden, am Ufer eines Bachs.

Das nun ausgegrabene Dorf stamme von den ersten Bauern im Breisgau. Die damals gebauten Häuser sind jeweils acht Meter breit und mehr als 30 Meter lang. Anhand der ebenfalls gefundenen Keramikgefäße lasse sich der Aufbau des Dorfs datieren. Außerdem wurden fein verziertes Geschirr, kleine und große Vorratsgefäße sowie Feuersteinwerkzeuge gefunden. Die Bauern hätten damals Getreide angebaut und Vieh gezüchtet, aber noch keine Metalle gehabt.

"Es ist uns erstmals in der mehr als 80-jährigen Geschichte der archäologischen Denkmalpflege in Südbaden gelungen, vollständige Hausgrundrisse freizulegen und zu untersuchen", sagte Bräuning. In den vergangenen Jahrzehnten waren immer wieder einzelne Reste von vorgeschichtlichen Siedlungen und Friedhöfen gefunden und ausgegraben worden. Die Suche nach historischen Funden und das Ausgraben sollen fortgesetzt werden.

boj/dpa
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