Aids-Schutz Genetiker entdecken Kondom in Pillenform

Nicht nur ungewollte Schwangerschaften, sondern auch die Übertragung von Aids soll eine neue "Pille für den Mann" verhindern. Der Schlüssel liegt in einem natürlich vorkommenden antimikrobiellen Peptid.


Pillen statt Plastik: Haben Kondome bald ausgedient?
DPA

Pillen statt Plastik: Haben Kondome bald ausgedient?

Washington - Ihren Optimismus, auf ein potenzielles Wundermittel gestoßen zu sein, stützen die Forscher auf die Entdeckung eines Mikroben bekämpfenden Gens in den männlichen Geschlechtsorganen von Ratten. Ein vergleichbares Gen haben auch Schimpansen und Menschen, schreiben Peng Li und Kollegen im Wissenschaftsmagazin "Science" vom Freitag.

Ihrem Bericht zufolge produziert das Gen ein antimikrobielles Peptid mit Namen "Bin1b" im Reproduktionstrakt männlicher Ratten. Dort kommt es in den Nebenhoden vor, die als Reservoir sexuell übertragener Bakterien und Viren gelten, unter anderem auch für den Aidserreger HIV. Die Forscher wiesen nach, dass "Bin1b" alle dort vorkommenden Erreger bekämpfte.

Außerdem ist "Bin1b" für die Reife des männlichen Samens, seine Lagerung und seinen Schutz verantwortlich. Basierend auf diesen beiden Funktionen wollen Peng Li und Kollegen ein Medikament entwickeln, das die Geschlechtsreife des männlichen Samens über "BinP1" behindert und zur gleichen Zeit die antimikrobielle Wirkung des Peptids unterstützt.



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