AKW Krümmel Gutachter untersuchen ab Montag Brandursache im AKW

Während die Ursache des Feuers im Transformatorgebäude des Kernkraftwerks Krümmel noch unklar ist, wird das AKW Brunsbüttel wieder hochgefahren. Greenpeace kritisiert das als "sicherheitstechnischen Irrtum."


Am Montag und damit erst vier Tage nach der Schnellabschaltung im Atomkraftwerk Krümmel können die Gutachter mit der Untersuchung des Brandes in dem Transformatorgebäude neben dem Meiler beginnen. "Dann kann geklärt werden, warum der Trafo abgebrannt ist", sagte ein Sprecher des für Reaktorsicherheit in Schleswig-Holstein zuständigen Sozialministeriums in Kiel.

Greenpeace-Protest vor dem AKW Krümmel: Ab Montag soll die Brandursache untersucht werden.
DPA

Greenpeace-Protest vor dem AKW Krümmel: Ab Montag soll die Brandursache untersucht werden.

Parallel dazu werde der zweite vorhandene Transformator überprüft, ob er in der Lage sei, allein ans Netz zu gehen. Die Betreiberfirma Vattenfall möchte das AKW Krümmel mit diesem baugleichen Trafo so schnell wie möglich wieder anfahren. Das Kraftwerk war am Donnerstag nach einem Kurzschluss und einem Brand in einem Transformatorgebäude per Schnellabschaltung vom Netz genommen worden.

Vor Ort ging laut Vattenfall unterdessen die Kühlung weiter. Man komme gut voran, sagte Unternehmenssprecher Ivo Banek. Er erwarte, dass am Sonntagnachmittag über die genaue Uhrzeit entschieden werden könne, wann am Montag die Gutachter den ausgebrannten Transformator untersuchen können. Es sei nur noch eine Brandwache vor Ort, um zu gewährleisten, dass durch die Hitze keine neuen Brandherde entstehen.

Beim Atomkraftwerk Brunsbüttel, das am Donnerstag ebenfalls notabgeschaltet worden war, wurde in der Nacht zum Sonntag mit dem Wiederanfahren begonnen, wie Banek weiter sagte. Wann es wieder ans Netz gehen kann, war zunächst noch unklar. "Wir sind noch im Prozess des Wiederanfahrens", sagte Banek am Sonntagvormittag. "Das ist ein sehr komplexer technischer Vorgang, der in der Regel 24 Stunden dauert und auch mal nach oben abweichen kann." Am Samstag hatte das Kieler Sozialministerium erklärt, gegen ein Wiederanfahren gebe es keine Sicherheitsbedenken.

"Schnellschuss der Wiederanschaltung"

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte die Erlaubnis zum Wiederanfahren als sicherheitstechnischen Irrtum. "Brunsbüttel ist eines der ältesten und gefährlichsten Atomkraftwerke in Deutschland", sagte Greenpeace-Experte Thomas Breuer. Es sei "besonders störanfällig und gehört endgültig abgeschaltet". Jeder Tag Weiterbetrieb erhöhe das Risiko für die Bevölkerung in der Region. Die Ministerin sei für die Sicherheit der Bevölkerung verantwortlich und "nicht für die Gewinne von Vattenfall, um die es wohl bei diesem Schnellschuss der Wiederanschaltung geht".

In der Nacht zum Sonntag hatte die Umweltschutzorganisation mit einer Projektion am Atomkraftwerk Krümmel an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, den Ausstieg aus der Atomenergie endlich zu akzeptieren und den Klimaschutz mit Einsparmaßnahmen und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien umzusetzen. "Frau Merkel: Wir brauchen keine Atomkraft", war auf dem Reaktorgebäude zu lesen

sac/ap



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.