Beal-Vermutung
Banker will eine Million Dollar für Mathe-Lösung zahlen
Andrew Beal mag Mathematik und hat als Banker und Unternehmer ein Vermögen gemacht. Nun bietet der Texaner eine Million Dollar als Preis an, wenn jemand eine von ihm aufgestellte mathematische Vermutung löst.
Andy Beal: "Junge Menschen für die wundervolle Welt der Mathematik begeistern"
Matthew Mahon/ Redux/ laif
Der Mann hat ein Händchen für Zahlen. Als Banker und Investor machte Andrew Beal ein Vermögen. Dass er zwischendurch mal mit der Idee eines Raketenbau-Unternehmens scheiterte, tat seinem Erfolg keinen Abbruch. Im März 2013 schätzte "Forbes" das Vermögen des US-Amerikaners auf 8,5 Milliarden Dollar. Dank Beal Bank, trotz Beal Aerospace.
Eine Million Dollar (rund 762.000 Euro) Preisgeld auszuloben, kann sich der Texaner also ganz entspannt leisten. Versprochen hat er die Summe für die Lösung einer mathematischen Vermutung, die aus gutem Grund seinen eigenen Namen trägt: Er hat die Beal-Vermutung vor Jahren selbst aufgestellt.
Sie lautet: A, B, C, x, y und z sind positive ganze Zahlen, x, y und z größer 2. Wenn Ax + By = Cz, dann haben A, B und C einen gemeinsamen Primfaktor.
Oder anders formuliert: Die Gleichung Ax + By = Cz hat keine Lösung, wenn A, B, C, x, y und z positive ganze Zahlen sowie x, y und z größer oder gleich 3 sind sowie A, B und C teilerfremd.
Schon 1997 stiftete Beal 5000 Dollar Preisgeld, mit jedem Jahr stieg der Betrag, bis eine Summe von 50.000 erreicht war. Vor einiger Zeit erhöhte er auf 100.000 Dollar - und nun auf eine Million.
Das Preisgeld zu erhöhen, sei eine gute Methode, um auf die Mathematik an sich sowie insbesondere auf die Beal-Vermutung aufmerksam zu machen, sagt Beal. "Ich hoffe, dass sich viel mehr junge Menschen für die wundervolle Welt der Mathematik begeistern."
Andrew Beal, das passt zum stetig wachsenden Preisgeld, schätzt nicht nur die Mathematik, sondern auch steigende Einsätze. Vor gut zehn Jahren machte er Schlagzeilen als Pokerspieler. Mehrere bekannte Profi-Pokerspieler schlossen sich zusammen, um mit den horrenden Einsätzen des Milliardärs mithalten zu können. An einem Tag gewann Beal laut "Forbes" elf Millionen - am Ende holten sich die Profis aber ihre Einsätze und einiges mehr zurück.
Mit einem Preisgeld von einer Million Dollar wäre die Lösung der Beal-Vermutung jetzt genauso rentabel wie die eines der sogenannten Millenium-Probleme. Hier ist die gleiche Summe ausgelobt - pro Beweis von einer der sieben aufgeführten Vermutungen. Das Clay Mathematics Institut in Cambridge (US-Bundesstaat Massachusetts) hat den Preis ausgelobt. Erfolg hatte bisher nur einer: Dem Russe Grigorij Perelman gelang der Beweis der Poincaré-Vermutung. Der exzentrische Mathematiker lehnte das Preisgeld aber ab.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war die Beal-Vermutung nicht korrekt wiedergegeben. Wir haben den Fehler korrigiert.