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30. Dezember 2013, 16:32 Uhr

Festsitzendes Schiff

Hubschrauber soll Passagiere aus Antarktis-Eis befreien

Ein Eisbrecher nach dem anderen scheitert, nun soll die Rettung aus der Luft gelingen: Ein russischer Hubschrauber soll insgesamt 56 Menschen von dem im Antarktis-Eis festsitzenden Forschungsschiff "Akademik Shokalskiy" evakuieren - sobald das Wetter dies zulässt.

Seit Weihnachten steckt das Forschungsschiff "Akademik Shokalskiy" im Eis der Antarktis fest. Nun soll eine Evakuierung per Hubschrauber erfolgen. Wie das russische Außenministerium am Montag in Moskau mitteilte, sollten insgesamt 52 Passagiere und vier Crewmitglieder ausgeflogen werden.

Zuvor hatte ein australischer Eisbrecher, der die mit 74 Wissenschaftlern und Abenteurern besetzte "Akademik Shokalskiy" befreien sollte, umkehren müssen. Die "Aurora Australis" kam am Montag bis auf etwa zehn Seemeilen an das Forschungsschiff heran. Doch eisige Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 Knoten und starker Schneefall zwangen den Eisbrecher zur Umkehr, wie die australische Behörde für Seesicherheit (Amsa) mitteilte. Bei schlechter Sicht sei eine Weiterfahrt zu gefährlich geworden. Insgesamt waren damit drei Eisbrecher an den widrigen Bedingungen gescheitert.

Auf den Spuren eines Polarforschers

Der Hubschrauber steht auf dem chinesischen Eisbrecher "Schneedrache" bereit, der in der Region liegt. Dieser war am Samstag bis auf sechseinhalb Seemeilen an die "Akademik Shokalskiy" herangekommen. Doch dann musste der Einsatz aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Das Eis sei zu dick, teilte eine Amsa-Sprecherin im Fernsehen mit.

Das Forschungsschiff war am ersten Weihnachtstag auf dem Rückweg nach Neuseeland plötzlich vom Eis eingeschlossen worden - 2800 Kilometer südlich von Hobart, 185 Kilometer vom französischen Antarktis-Stützpunkt Dumont d'Urville entfernt. An Bord sind neben Wissenschaftlern auch 26 Touristen aus Australien, Neuseeland und Großbritannien. Gemeinsam mit dem Klimaforscher Chris Turney und Kollegen waren sie auf den Spuren eines Polarforschers unterwegs, der die Region vor hundert Jahren erkundet hatte.

Die Menschen an Bord seien nicht in Gefahr, die Stimmung sei gut und die Vorräte reichten für Wochen, versicherte die Amsa. Auch das russische Außenministerium beschrieb die Lage als unkritisch. Allen Menschen an Bord gehe es gut: "Weder ihr Leben noch ihre Sicherheit sind in Gefahr."

che/AFP/dpa

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