Festsitzendes Schiff Hubschrauber soll Passagiere aus Antarktis-Eis befreien

Ein Eisbrecher nach dem anderen scheitert, nun soll die Rettung aus der Luft gelingen: Ein russischer Hubschrauber soll insgesamt 56 Menschen von dem im Antarktis-Eis festsitzenden Forschungsschiff "Akademik Shokalskiy" evakuieren - sobald das Wetter dies zulässt.


Seit Weihnachten steckt das Forschungsschiff "Akademik Shokalskiy" im Eis der Antarktis fest. Nun soll eine Evakuierung per Hubschrauber erfolgen. Wie das russische Außenministerium am Montag in Moskau mitteilte, sollten insgesamt 52 Passagiere und vier Crewmitglieder ausgeflogen werden.

Zuvor hatte ein australischer Eisbrecher, der die mit 74 Wissenschaftlern und Abenteurern besetzte "Akademik Shokalskiy" befreien sollte, umkehren müssen. Die "Aurora Australis" kam am Montag bis auf etwa zehn Seemeilen an das Forschungsschiff heran. Doch eisige Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 Knoten und starker Schneefall zwangen den Eisbrecher zur Umkehr, wie die australische Behörde für Seesicherheit (Amsa) mitteilte. Bei schlechter Sicht sei eine Weiterfahrt zu gefährlich geworden. Insgesamt waren damit drei Eisbrecher an den widrigen Bedingungen gescheitert.

Auf den Spuren eines Polarforschers

Der Hubschrauber steht auf dem chinesischen Eisbrecher "Schneedrache" bereit, der in der Region liegt. Dieser war am Samstag bis auf sechseinhalb Seemeilen an die "Akademik Shokalskiy" herangekommen. Doch dann musste der Einsatz aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Das Eis sei zu dick, teilte eine Amsa-Sprecherin im Fernsehen mit.

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Fotostrecke: Warten auf den Hubschrauber
Das Forschungsschiff war am ersten Weihnachtstag auf dem Rückweg nach Neuseeland plötzlich vom Eis eingeschlossen worden - 2800 Kilometer südlich von Hobart, 185 Kilometer vom französischen Antarktis-Stützpunkt Dumont d'Urville entfernt. An Bord sind neben Wissenschaftlern auch 26 Touristen aus Australien, Neuseeland und Großbritannien. Gemeinsam mit dem Klimaforscher Chris Turney und Kollegen waren sie auf den Spuren eines Polarforschers unterwegs, der die Region vor hundert Jahren erkundet hatte.

Die Menschen an Bord seien nicht in Gefahr, die Stimmung sei gut und die Vorräte reichten für Wochen, versicherte die Amsa. Auch das russische Außenministerium beschrieb die Lage als unkritisch. Allen Menschen an Bord gehe es gut: "Weder ihr Leben noch ihre Sicherheit sind in Gefahr."

che/AFP/dpa

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baerry 30.12.2013
1.
Nach allem was ich lese geht es den Leuten dort gut, sie befinden sich in keiner unmittelbaren Gefahr und die Gesamtsituation stellt sich mir auch nicht als gefährlich dar. Zudem ist gerade Frühsommer, das Packeis sollte also wohl wieder aufschmelzen? Darüber liest man leider absolut garnichts. Mir erschließt sich aus der Berichterstattung nicht, warum die Forscher und Passagiere mit Hochdruck aus ihrer festgefrorenen Lage gerettet werden sollen. Ist es so hoffnungslos einfach ein, zwei Wochen zu warten ob/bis das Schiff freikommt oder ein Eisbrecher durchkommt?
joot 30.12.2013
2.
Zitat von baerryNach allem was ich lese geht es den Leuten dort gut, sie befinden sich in keiner unmittelbaren Gefahr und die Gesamtsituation stellt sich mir auch nicht als gefährlich dar. Zudem ist gerade Frühsommer, das Packeis sollte also wohl wieder aufschmelzen? Darüber liest man leider absolut garnichts. Mir erschließt sich aus der Berichterstattung nicht, warum die Forscher und Passagiere mit Hochdruck aus ihrer festgefrorenen Lage gerettet werden sollen. Ist es so hoffnungslos einfach ein, zwei Wochen zu warten ob/bis das Schiff freikommt oder ein Eisbrecher durchkommt?
Das würde mich auch interessieren - auf der Südhalbkugel fängt gerade der Sommer an, insofern hätte ich eigentlich damit gerechnet dass das Eis zurückgeht und es sich hier nur um kurzfristiges schlechtes Wetter handelt. Oder sind die klimatischen Bedingungen hier anders und der größte Rückzug des Eises wurde bereits erreicht? Das würde ja bedeuten dass es für mindestens 1 Jahr feststeckt (wenn es nicht verloren ist, in historischen Büchern liest man zumindest darüber dass die Schiffsrümpfe vom Eis zerdrückt werden können)? Leider liest man darüber nirgendwo etwas. Da immerhin 3 Eisbrecher im Einsatz sind und dafür große Umwege gefahren sind, scheint die Lage ja nicht ganz undramatisch zu sein.
tutnet 30.12.2013
3. Alles Panikmache
Ich hatte bereits letzte Woche daraufhin gewiesen, daß witterungsbedingt noch 6 Wochen für eine Bergung bleiben. Ich schreibe ausdrücklich von Bergung nicht von Rettung. Es besteht derzeit keine Gefahr, auch wenn die Medien gerne aufbauschen. Wenn einer der Passagiere nächste Woche wieder am Schreibtisch sitzen muß, ist das seine Sache. Mit einer schwarzen AMEX kann sicher kurzfristig ein Hubschrauberflug zu einer Forschungsstation gebucht werden. Zumindest von McMurdo gehen im antarktischen Sommer auch regelmäßig Flüge, die man sicherlich gegen Kostenbeitrag nutzen könnte. Ich hoffe nur, daß die Bergungskosten dieser Möchtegernexpeditionäre nicht vom Steuerzahler übernommen werden. Hier ist erstmal die Reederei bzw. der Veranstalter gefragt.
Hofa05 30.12.2013
4.
Zitat von baerryNach allem was ich lese geht es den Leuten dort gut, sie befinden sich in keiner unmittelbaren Gefahr und die Gesamtsituation stellt sich mir auch nicht als gefährlich dar. Zudem ist gerade Frühsommer, das Packeis sollte also wohl wieder aufschmelzen? Darüber liest man leider absolut garnichts. Mir erschließt sich aus der Berichterstattung nicht, warum die Forscher und Passagiere mit Hochdruck aus ihrer festgefrorenen Lage gerettet werden sollen. Ist es so hoffnungslos einfach ein, zwei Wochen zu warten ob/bis das Schiff freikommt oder ein Eisbrecher durchkommt?
Würden Sie das auch genau so sagen, wenn Sie in dieser Situation wären? Also ich würde mich in dieser Situation bedanken, wenn keine schnelle Rettung kommen würde und die Retter nach dem Motto wie Sie geschrieben haben denken würden.
baerry 30.12.2013
5.
Zitat von Hofa05Würden Sie das auch genau so sagen, wenn Sie in dieser Situation wären? Also ich würde mich in dieser Situation bedanken, wenn keine schnelle Rettung kommen würde und die Retter nach dem Motto wie Sie geschrieben haben denken würden.
Ich würde an Bord des Schiffes exakt das gleiche fragen. Wenn das Schiff und seine Besatzung in Gefahr sind muss sofort und mit allen verfügbaren Mitteln eine Rettung versucht werden. Besteht keine Gefahr, wie sind die Chancen dass das Eis einfach schmilzt? Oder soweit schmilzt, dass das Schiff frei kommt? Oder das die Eisbrecher durchkommen? Ein Schiff aufzugeben und die Besatzung per Helikopter zu retten erscheint mir nur in Gefahrensituation und als letzte Möglichkeit angemessen. Aber zurück zu deiner Frage: Ich würde mich an Bord des Schiffes - und mit meinem Wissensstand (keine unmittelbare Gefahr und in Erwartung eines guten Endes) - wohl über das besondere Abenteuer freuen. Dafür fährt man doch in die Antarktis!
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