Festsitzendes Schiff Antarktis-Touristen harren Silvester im Eis aus

Eisbrecher kommen nicht durch, nun musste auch die Rettung per Hubschrauber verschoben werden: 74 Touristen und Forscher sitzen seit einer Woche auf ihrem Schiff im antarktischen Packeis fest. Der nächste Versuch soll im neuen Jahr gestartet werden.


Seit einer Woche stecken 74 Forscher und Touristen auf der "Akademik Schokalskij" in der Antarktis fest, und dort werden sie vermutlich auch das neue Jahr erleben: Nach mehreren gescheiterten Versuchen, das Schiff mit Eisbrechern aus dem Packeis zu befreien, musste auch die geplante Evakuierung mit Hubschraubern am Dienstag zunächst verschoben werden.

Die australische Schifffahrtsbehörde AMSA teilte mit, dass der Helikopter "unter den derzeitigen Wetterbedingungen nicht fliegen" könne. Ein Start des Hubschraubers sei erst möglich, wenn sich das Wetter bessere, was erst für den morgigen Tag erwartet werde, hieß es weiter.

Die Expedition folgt einer Route, die Antarktis-Pionier Douglas Mawson vor einem Jahrhundert entdeckt hatte. Ein Wetterumschwung samt Schneesturm schob die Eisschollen zusammen, so dass das Schiff Heiligabend rund hundert Seemeilen (185 Kilometer) von dem französischen Antarktis-Stützpunkt Dumont d'Urville steckenblieb.

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"Akademik Shokalskiy": Hubschrauberrettung verzögert sich

In den vergangenen Tagen mussten ein chinesischer und ein australischer Eisbrecher wenige Seemeilen vor der unter russischer Flagge fahrenden "Akademik Schokalskij" abdrehen, weil das Eis zu dick geworden war. Das chinesische Schiff befindet sich aber weiter in der Nähe - von ihm soll der Rettungshubschrauber starten, sobald es die Wetterbedingungen zulassen.

Eine Gefahr für die Abenteurer und Forscher bestehe aber nicht, teilte das russische Außenamt mit. Allen Menschen an Bord gehe es gut, und es seien ausreichend Vorräte vorhanden.

ore/AFP/Reuters

insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
/sarc 31.12.2013
1. Ironie des Schicksals
Zitat von sysopAFPEisbrecher kommen nicht durch, nun musste auch die Rettung per Hubschrauber verschoben werden: 74 Touristen und Forscher sitzen seit einer Woche auf ihrem Schiff im antarktischen Packeis fest. Der nächste Versuch soll im neuen Jahr gestartet werden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/antarktis-touristen-harren-silvester-im-eis-aus-a-941341.html
Es scheint, daß die Wissenschaftler unter anderem in der Antarktis unterwegs sind, um die Schmelze und den Zusammenbruch der Eisflächen in der Ost-Antarktik aufgrund der Erderwärmung auf zu untersuchen: "However there is an increasing body of evidence, including by the AAE members, that have identified parts of the East Antarctic which are highly susceptible to melting and collapse from ocean warming." Von der Homepage der Expedition (h/t zerohedge): http://www.spiritofmawson.com/the-science-case/
AlbertGeorg 31.12.2013
2. Aber ja..
Die Touristen haben mein tiefstes, ja aller tiefstes Mitgefühl! Noch mehr Mitgefühl habe ich allerdings mit den Redakteur der diesen Stuss schreiben muss. Wer hat aber Mitgefühl mit uns Lesern die diese Schreibe permanent ertragen müssen? Hoffentlich gibt es bald wieder echte Nachrichten!
oeff 31.12.2013
3. Wozu der Streß..
Zitat von sysopAFPEisbrecher kommen nicht durch, nun musste auch die Rettung per Hubschrauber verschoben werden: 74 Touristen und Forscher sitzen seit einer Woche auf ihrem Schiff im antarktischen Packeis fest. Der nächste Versuch soll im neuen Jahr gestartet werden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/antarktis-touristen-harren-silvester-im-eis-aus-a-941341.html
..das Schiff ist für solche Situationen konstruiert und hat genügend Vorräte. Somit dürfte die die einzige "Gefahr" von den Terminkalendern der Passagiere ausgehen.
kampfbuckler 31.12.2013
4. Jetzt beginnt schon die Schadenfreude
Jetzt beginnt schon die Schadenfreude und in England startet ein richtiger shitstorm mit Schlagzeilen wie: Global warming scientists forced to admit defeat... because of too much ice und · Chris Turney, a climate scientist and leader of the expedition, was going to document 'environmental changes' at the pole · In an interview he said he expected melting ice to play a part in expedition
fd53 31.12.2013
5. maximale mediale Aufmerksamkeit
gibt es für diese Touristen. Bin gespannt, wann ein Privatsender unter Nutzung der von den Touristen mit Hilfe ihrer Smartphone selbst gefertigten Aufnahmen eine stundenlange Doku unter einem Hammertitel wie " dramatischer Überlebenskampf in der Todeseiswüste" seinen Zuschauern präsentiert. Sind denn schon ausreichend Reporter vor Ort? Für genügend Geld fliegen die Hubschrauber die sensationsgeilsten Reporter bestimmt hin. Und sollte es dabei Bruch geben: Tote sind doch immer gut für Sensationsjournalismus - "only bad news are good news" . Auch SPON tut alles zum Treiben der Quote.
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