"Arctic Sunrise" Russland nimmt alle 30 Greenpeace-Aktivisten in Untersuchungshaft

Stundenlange Verhöre, dann ab ins Untersuchungsgefängnis: Die russische Justiz ermittelt gegen die Crew des Greenpeace-Schiffs "Arctic Sunrise". Offenbar hat nur ein Bruchteil der 30 Beschuldigten bisher schriftliche Vorwürfe zu sehen bekommen.

Greenpeace

Berlin - Die in Russland festgenommenen Greenpeace-Aktivisten sind nach Angaben der Umweltorganisation nach stundenlangen Verhören in verschiedene Untersuchungsgefängnisse in der Region Murmansk gebracht worden. "Das ist völlig unverständlich", sagte Iwan Blokow von Greenpeace Russland der Nachrichtenagentur Interfax. Er warf den Behörden illegales Vorgehen vor. Die Organisation verschickte am Mittwochmorgen eine Erklärung, wonach es bisher nur für fünf der Betroffenen schriftliche Anschuldigungen gebe.

Die Justiz ermittelt gegen die Besatzungsmitglieder des Schiffes "Arctic Sunrise" wegen bandenmäßiger Piraterie. Darauf stehen laut Gesetz bis zu 15 Jahre Haft. Die im Nordpolarmeer festgenommenen Aktivisten hätten die russische Hoheitsgewalt verletzt und die Umweltsicherheit in der Region gefährdet, teilte die Ermittlungsbehörde in Moskau am Dienstag mit.

Die Aktivisten hatten gegen geplante Ölbohrungen in der Arktis protestiert. Russische Sicherheitskräfte hatten am Donnerstag die Proteste unterbunden, die "Arctic Sunrise" geentert - und anschließend in die Nähe des Hafens von Murmansk gebracht. Die Umweltorganisation weist die Anschuldigungen strikt zurück und fordert die Freilassung der Aktivisten.

Fotostrecke

6  Bilder
"Arctic Sunrise": 30 Aktivisten, ein Vorwurf

In Berlin demonstrierte Greenpeace vor der Zentrale von Gazprom Germania, der deutschen Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom, für die Freilassung der Aktivisten und gegen Ölbohrungen in der Arktis. Der russische Menschenrechtsbeauftragte Wladimir Lukin plädierte für eine äußerst milde Strafe für die Umweltschützer. Er hoffe, dass die Führung verstehe, dass die Ziele der Aktivisten "erhaben, richtig und edel waren", so Lukin gegenüber Interfax.

Greenpeace-Chef Kumi Naidoo wandte sich im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE direkt an den russischen Staatschef: "Wir fordern Präsident Putin auf, unsere Aktivisten sofort freizulassen." Nach vier Tagen ohne Kontakt zur "Arctic Sunrise" sei er "tief besorgt", so Naidoo. Naidoo war im Sommer 2012 selbst auf die "Prirazlomnaya"-Plattform geklettert, an der die "Arctic Sunrise" in der vergangenen Woche protestiert hatte. Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich bisher in der Angelegenheit nicht geäußert.

"Arctic Sunrise": Greenpeace-Schiff im Hafen nahe Murmansk
Quelle: Greenpeace; Stand: 24.09.2013

chs/dpa

insgesamt 26 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
theodorheuss 25.09.2013
1. Putin gefällt mehr und mehr!
Zitat von sysopGreenpeaceStundenlange Verhöre, dann ab ins Untersuchungsgefängnis: Die russische Justiz ermittelt gegen die Crew des Greenpeace-Schiffes "Arctic Sunrise". Offenbar hat nur ein Bruchteil der 30 Beschuldigten bisher schriftliche Vorwürfe zu sehen bekommen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/arctic-sunrise-alle-30-greenpeace-aktivisten-in-russland-in-u-haft-a-924362.html
Er bietet einem Kämpfer für Recht und Freiheit ( Snowden ) politisches Asyl und grenzt überzeugend und nachvollziehbar Ökokrawallos, rekrutiert aus dem Spektrum verwirrter Spendensammleraktivisten, aus dieser Schutzfunktion aus. Ich hoffe auf eine harte Strafe für diese weichgespülten Möchtegernweltretter. Die U - Haft in einem russischem Gefängnis ist der erste Schritt auf einem richtigen Weg.
spon-446-htc9 25.09.2013
2. Warum...
...ist der Artikel in der Rubrik Wissenschaft und nicht in Panorama?
vantast64 25.09.2013
3. Putin hat Angst vor Frauen,
aber wenn's um's Geld geht, kennt er keine Hemmungen. Er ist bereit, mit dem gierigen Bewußtsein eines christlichen Goldsuchers für Profit einen ganzen Kontinent zu ruinieren.Und alle Russen applaudieren.
Namal 25.09.2013
4.
Richtig so. Harte Strafen oder empfindliche Geldstrafen müssen jetzt kommen.
streetcat1978 25.09.2013
5. Tja, wir
sollten sie da schnellstens rausholen, egal auf welchem Weg.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.