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"Arctic Sunrise": Russland lässt ausländische Greenpeace-Aktivisten frei

Foto: Anatoly Maltsev/ dpa

"Arctic Sunrise" Russisches Gericht lässt erste ausländische Aktivisten frei

Die russische Justiz hat am Dienstag weitere Besatzungsmitglieder der "Arctic Sunrise" aus monatelanger Haft freigelassen. Wie Greenpeace mitteilte, sei dieser Schritt aber unter Auflagen erfolgt. Die Ermittlungen nach dem Protest in der Arktis laufen weiter.

St. Petersburg - Ein russisches Gericht hat erstmals mehrere ausländische Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace nach zwei Monaten Untersuchungshaft gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Von der 30-köpfigen Besatzung des Schiffs "Arctic Sunrise" kamen am Dienstag unter anderem ein Pole, ein Italiener und zwei Argentinier gegen Auflagen frei, wie Greenpeace mitteilte. Die Organisation wolle die Kaution von jeweils zwei Millionen Rubel (rund 45.000 Euro) so schnell wie möglich hinterlegen, sagte ein Sprecher.

Die Männer und Frauen hatten im September gegen Ölbohrungen und Umweltzerstörung in der Arktis protestiert. Die Anklage lautet auf Rowdytum. Damit drohen ihnen jeweils bis zu sieben Jahre Haft. Am Vortag waren bereits drei russische Crewmitglieder gegen Auflagen entlassen worden, darunter eine Ärztin und ein Fotograf. Im Fall eines Australiers hatte das Gericht in St. Petersburg aber die Untersuchungshaft um drei Monate bis Ende Februar verlängert - wegen Fluchtgefahr. Die Ermittler hatten betont, sie bräuchten mehr Zeit.

Die Festnahme der Aktivisten hatte international zu Protesten geführt. Vor dem Seegerichtshof in Hamburg ist derzeit ein Verfahren anhängig, weil Sicherheitskräfte die unter niederländischer Flagge fahrende "Arctic Sunrise" gekapert und beschlagnahmt hatten. Moskau boykottiert den Prozess, in dem an diesem Freitag ein Urteil erwartet wird. Russland habe das UN-Seerechtsübereinkommen 1997 nur teilweise ratifiziert, argumentiert der Kreml.

Die russische Medizinerin Jekaterina Saspa war am Montag das erste Besatzungsmitglied, das auf Kaution freigelassen wurde. Sie sei gegen die Zahlung von zwei Millionen Rubel (45.000 Euro) auf freien Fuß gesetzt worden, teilte Greenpeace im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Saspa arbeitete als Ärztin auf dem Eisbrecher "Arctic Sunrise".

nik/dpa
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