Argentinien "Jurassic Park" entdeckt

In Patagonien sind Paläontologen auf einen riesigen Dinosaurier-Friedhof gestoßen. Schon jetzt haben die Wissenschaftler vier neue Arten identifiziert.


Aus dem Boden ragendes Rückgrat eines Dinosauriers: "Ein echter Jurassic Park"
AP

Aus dem Boden ragendes Rückgrat eines Dinosauriers: "Ein echter Jurassic Park"

Buenos Aires - Auf einem staubigen Plateau in der Provinz Chubut in Patagonien entdeckten argentinische Forscher ein riesiges Gebiet mit Fossilien aus dem mittleren Jura. Neben vier zuvor unbekannten Saurier-Spezies fanden sie dort unter anderem auch die Überreste von Flugechsen, Seeschildkröten und einem Säugetier aus derselben Epoche.

"Es ist ein wahrer Jurassic Park", schwärmte der Paläontologe Gerardo Cladera, dessen Team die Entdeckung machte. Wegen der Artenvielfalt und vor allem des Alters von rund 150 Millionen Jahren sei der Fund von großer Bedeutung: "Fossilien aus dem Jura sind extrem selten und wurden bisher nur in China und Madagaskar gefunden", so Cladera. "Wir wissen deshalb nur sehr wenig über die Evolution der Dinosaurier und Säugetiere in dieser Epoche."

Paläontologen legen die Überreste eines Sauriers frei
AP

Paläontologen legen die Überreste eines Sauriers frei

Zu den neu entdeckten Dinosaurierarten, die noch benannt und genauer klassifiziert werden müssen, gehören zwei Pflanzenfresser von rund zehn Metern Länge. Von einem der Sauropoden ist offenbar ein fast vollständiges Skelett erhalten. Zudem fanden die Forscher zwei größere Fleischfresser aus der Gruppe der Theropoden, deren berühmtester Vertreter der Tyrannosaurus rex ist. Ebenfalls unbekannt war bislang das primitive Säugetier, das ungefähr die Größe einer Ratte hat.

In dem etwa 1600 Kilometer südlich von Buenos Aires gelegenen Gebiet waren bereits vor Jahrzehnten Überreste von Dinosauriern gefunden worden. Eine genauere Erkundung begann allerdings erst vor sechs Monaten, als ein Bauer auf Knochen stieß, die aus einem Fels ragten. Das Hunderte von Quadratkilometern große Terrain könnte noch weitere Überraschungen bereithalten: Bis jetzt haben die Paläontologen nach eigenen Schätzungen erst etwa zwei Prozent des Fossilienbestandes zu Tage gefördert.

Argentinien ist für seine Saurierfunde berühmt: Erst in der letzten Woche fanden Forscher in der Nähe von Villa el Chocon im Westen des Landes die Überreste einer neuen Dinosaurierart. Der etwa 27 Meter lange Planzen fressende Riese lebte vor 95 Millionen Jahren. In derselben Region hatten Wissenschaftler bereits Knochen des Argentinosaurus entdeckt, der vermutlich der größte bislang bekannte Saurier ist.



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