Gigantische Brände in der Arktis Putin schickt die Armee zum Löschen - Trump bietet Hilfe an

Seit Wochen lodern außergewöhnlich heftige Feuer in der Arktis. Die Brände haben bereits mehr CO2 freigesetzt als Schweden in einem Jahr. Russlands Präsident Wladimir Putin hat nun die Streitkräfte zu Hilfe geholt.

Löscharbeiten in einer der betroffenen Gebiete um Krasnojarsk
Maria Khlystunova/ Press Service of the Ministry of Forestry of the Krasnoyarsk Territory/ AP

Löscharbeiten in einer der betroffenen Gebiete um Krasnojarsk


US-Präsident Donald Trump hat Russland per Telefon Hilfe im Kampf gegen die riesigen Waldbrände in Sibirien angeboten. Wladimir Putin habe in dem Gespräch am Mittwochabend seine "aufrichtige Dankbarkeit" für das Hilfsangebot und die Unterstützung zum Ausdruck gebracht, teilte der Kreml mit. Russland werde "wenn nötig" auf das Angebot eingehen. Das Telefongespräch fand nach Angaben des Kreml auf Initiative der US-Regierung statt.

In den entlegenen Gebieten Sibiriens gibt es alljährlich große Waldbrände. Vielfach greifen die Behörden nur ein, wenn Menschenleben in Gefahr sind. Dieses Jahr haben die Brände aber ein außergewöhnliches Ausmaß erreicht. Nach Behördenangaben vom Montag gingen bereits 3,2 Millionen Hektar Land in Flammen auf. Betroffen sind insbesondere die Gegenden von Jakutien und um Krasnojarsk und Irkutsk. Umweltschützer warnen, dass die Zerstörung riesiger Waldflächen in Sibirien eine gefährliche Klimawandelspirale auslöse und direkt zur Eisschmelze in der Arktis beitrage.

Die Rußpartikel der Brände tragen zur Eisschmelze bei

Die Weltorganisation für Meteorologie warnt in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zudem vor dem "Problem der Rußpartikel, die auf Eis und Schnee fallen." Der Ruß lasse das Eis schmelzen oder sorge durch die Verdunkelung der Schnee- und Eisflächen dafür, dass sie nicht mehr so viel Sonnenlicht reflektierten und somit weniger zur Kühlung der Erde beitrügen.

Zur Bekämpfung der Waldbrände hat Putin nun die Streitkräfte hinzugezogen. Auf einen Lagebericht des Katastrophenschutzministers hin habe Putin das Verteidigungsministerium angewiesen, sich an den Anstrengungen zur Löschung der Feuer zu beteiligen, erklärte der Kreml am Mittwoch in russischen Medien.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden bereits zehn Flugzeuge und zehn Helikopter in die besonders von den Waldbränden betroffene Region um die Stadt Krasnojarsk entsandt. Die Streitkräfte in der ebenfalls unter den Feuern leidenden Region um Irkutsk wurden laut Kreml in Alarmbereitschaft versetzt. Etwa 2700 Feuerwehrleute kämpfen nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Interfax gegen die Flammen.

In den vergangenen Tagen hatte das "Copernicus Atmosphere Monitoring Service" (Cams) im britischen Reading Alarm geschlagen: In der Arktis und anschließenden Regionen tobten Waldbrände in einer bislang nicht gemessenen Zahl. In Alaska, Kanada und Sibirien gebe es Dutzende Brandherde. Demnach waren die CO2-Emissionen in der Arktis mit 60 Megatonnen für den Monat Juli bislang doppelt so hoch wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Es war der höchste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 2003.

Die Brände verursachen so hohe CO2-Emissionen wie Schweden in einem Jahr

Die Feuer hängen den Forschern zufolge schon jetzt mit der Erderwärmung zusammen. "Bei wärmeren Bedingungen können Feuer leichter anwachsen und auch länger andauern, wenn sie einmal entfacht sind", sagte Cams-Wissenschaftler Mark Parrington.

Das Cams, das im Auftrag der Europäischen Union den Zustand der Atmosphäre beobachtet, hatte bereits Anfang des Monats Alarm geschlagen und mithilfe von Satellitenbildern mehr als 100 schwere Waldbrände innerhalb des nördlichen Polarkreises entdeckt.

Bereits die im Juni emittierten 50 Millionen Tonnen CO2 - der Jahresausstoß von Schweden - hätten demnach die Juni-Emissionen der vergangenen acht Jahre zusammen überstiegen. Sommerliche Feuer seien zwar normal, die Größe und Dauer dieser Brände aber sehr ungewöhnlich, teilten die Forscher Anfang des Monats mit.

stu/AFP/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.