Asien Drei Menschen an Vogelgrippe gestorben

Das gefährliche H5N1-Virus hat drei weitere Menschenleben gefordert: In Indonesien starben zwei Infizierte, in China einer. Insgesamt hat die Vogelgrippe bislang 169 Menschen in Ländern Asiens und Afrikas getötet.


Jakarta/Peking - Bei den jüngsten Opfern des H5N1-Virus in Indonesien handle es sich um einen 14-jährigen Jungen und eine 28-jährige Frau, sagte ein Vertreter der Gesundheitsbehörde am heutigen Donnerstag. Beide seien in den vergangenen Tagen gestorben. Damit ist die Zahl der Todesopfer der gefährlichen Viruserkrankung in dem Land auf 71 gestiegen. Indonesien verzeichnet bislang die meisten Vogelgrippe-Todesopfer weltweit. Nach einem rasanten Anstieg der Todesfälle beim Menschen seit Beginn des Jahres verstärkte die Regierung ihre Bemühungen, die Verbreitung des H5N1-Virus einzudämmen.

Krankenhaus in Surabaya (Indonesien): Angestellte transportieren die Leiche eines Vogelgrippe-Opfers
AP

Krankenhaus in Surabaya (Indonesien): Angestellte transportieren die Leiche eines Vogelgrippe-Opfers

Chinas Gesundheitsministerium hat ebenfalls einen Todesfall durch die Vogelgrippe bestätigt. Der 16-jährige Schüler aus der westchinesischen Provinz Anhui war bereits am Dienstag gestorben, wie staatliche Medien am Donnerstag berichteten. Die Ursache der Infektion sei unklar. Die Zahl der seit 2003 offiziell bestätigten Todesfälle durch die Geflügelgrippe in China steige damit auf 15, die Zahl der bestätigten Erkrankungen auf 24. Experten gehen aber davon aus, dass in China nicht alle Infektionen aufgedeckt und gemeldet werden.

Der Schüler sei mit Symptomen einer Lungenentzündung, Fieber und Muskelschmerzen in ein Krankenhaus in der Stadt Bengbu gebracht worden. Labortests des chinesischen Gesundheitsamtes hätten das H5N1-Virus nachgewiesen. Alle, die engen Kontakt zu dem Jungen gehabt hätten, seien unter medizinischer Beobachtung, wiesen aber keine Symptome auf.

Die Vogelgrippe
Virus
DDP
Die Vogelgrippe, auch als Aviäre Influenza bekannt, ist eine hochansteckende Viruskrankheit und befällt vor allem Hühner und Puten, aber auch Wildvögel, Fasane und Perlhühner. Der Virusstamm H5N1 ist eine besonders aggressive Variante, die bei 80 bis 100 Prozent der erkrankten Tiere innerhalb weniger Tage zum Tod führt. In seltenen Fällen können sich auch Menschen anstecken. Weltweit wurden bisher über 300 solcher Fälle festgestellt, die meisten in Asien. Fast 200 Menschen starben. Die meisten hatten beruflich mit Geflügel zu tun.

Übertragen wird die Seuche von Tier zu Tier durch direkte Berührung, über Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit oder über Kontakt mit infiziertem Material wie Transportkisten oder Eierkartons. Bei starker Staubentwicklung ist auch eine indirekte Ansteckung über die Luft möglich.
Symptome
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Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt meist 3 bis 14 Tage. Oft treten hohes Fieber, Atemwegsprobleme, Schwarzfärbung von Kamm und Kehllappen, Mattigkeit, Fressunlust, verminderte Legeleistung und Durchfall auf. Die Tiere können aber auch plötzlich tot umfallen oder ersticken.
Gefahr für Menschen
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Forscher sind besorgt, dass H5N1 mutieren könnte, bis es von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Neuere Forschungsergebnisse bestätigen diese Befürchtung: Der Subtyp H1N1, der von 1918 bis 1920 als Spanische Grippe grassierte und bis zu 50 Millionen Tote forderte, war ein reines Vogelvirus, das sich an den Menschen angepasst hat. Denkbar ist auch eine Doppelinfektion eines Menschen oder eines Schweins mit menschlichen und tierischen Erregern. Dabei könnte sich eine Virus-Variante bilden, die eine verheerende weltweite Seuche - eine sogenannte Pandemie - auslösen könnte.
Behandlung
Zwei Medikamente können Menschen im unwahrscheinlichen Fall einer H5N1-Infektion helfen: Die antiviralen Medikamente Tamiflu (Roche) und Relenza (GlaxoSmithKline). Tamiflu gibt es als Tablette oder Saft, Relenza als Pulver, das inhaliert wird. Sie werden auch Neuraminidase-Hemmer genannt. Neuraminidase ist eine Eiweißstruktur an der Virushülle. Wird diese Struktur von den Medikamenten blockiert, können neu gebildete Influenza-Viren die Wirtszelle nicht mehr verlassen und sich daher nicht weiter im Körper ausbreiten. Die deutschen Bundesländer haben 2006 beschlossen, mehr als acht Millionen Dosen beider Medikamente als Vorsichtsmaßnahme kaufen. Sie sollen die Monate zwischen einem Pandemie-Ausbruch und der Entwicklung eines Impfstoffs überbrücken.

Am 28. Februar war die letzte Infektion mit H5N1 in China gemeldet worden. Die 44-jährige Frau aus der Provinz Fujian wird noch immer im Krankenhaus behandelt. Sie war nach dem Verzehr von Geflügel erkrankt. Seit Beginn des Ausbruchs der Vogelgrippe 2003 sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 284 Menschen nachweislich infiziert worden. 169 Patienten sind in zwölf Ländern Asiens und Afrikas an dem Erreger gestorben.

hda/rtr/dpa

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