Astronomie Seltene Planetenparade

Anfang Mai versammeln sich Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn um die Sonne. Das Ereignis findet nur alle paar Jahrzehnte statt.


Mars
NASA

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Hamburg - Das Spektakel hat bereits für Schlagzeilen gesorgt, weil die Planeten am 5. Mai in einer Linie hintereinander stünden und durch die geballte Anziehungskraft angeblich Erdbeben, Überschwemmungen und Vulkanausbrüche auslösen könnten. "Von der Erde aus betrachtet stehen die Planeten jedoch in einem relativ weiten Bereich von etwa 26 Winkelgrad am Firmament und keinesfalls schnurgerade hintereinander", erläutert Hans-Ulrich Keller von der Sternwarte Stuttgart.

Selbst dann, wenn die Planeten exakt hintereinander stünden - was in 100 Millionen Jahren nicht vorkomme - stellten sie keine Gefahr für die Erde dar. "Die Gezeitenkräfte, die der Mond und in einem geringen Maße die Sonne auf die Erde ausüben und damit Ebbe und Flut erzeugen, sind über 10.000 Mal stärker als die aller Planeten zusammengenommen. Türmen Sonne und Mond einen Flutberg von fünf Meter Höhe auf, so können ihn die Planeten im Extremfall gerade mal um einen halben Millimeter erhöhen", sagt Keller. "Naturkatastrophen im Mai 2000 sind nicht auszuschließen, aber die Planeten sind an ihnen nicht beteiligt."

Der Mond erreicht am 4. Mai die Neumondphase. Die klassischen Wandelgestirne halten sich dann alle im Gebiet des Sternbildes Stier auf, in der Nähe der beiden offenen Sternhaufen Hyaden und Plejaden. Erst im September 2040 wird es wieder zu einem ähnlich spektakulären Planetentreffen kommen. Zuletzt war es im Februar 1962 der Fall.



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