Atommüll Niedersachsen will Gorleben-Erkundung 2013 stoppen

Taugt der Salzstock in Gorleben trotz geologischer Risiken zum Atom-Endlager? Niedersachsens Ministerpräsident McAllister will, dass die Erkundungsarbeiten noch bis zum Jahr 2013 weiterlaufen. Die Grünen fordern dagegen ein sofortiges Ende.

Besucher in Gorleben (im Dezember 2011): "Es gibt keine Vorfestlegungen."
dapd

Besucher in Gorleben (im Dezember 2011): "Es gibt keine Vorfestlegungen."


Hannover - Es sollte ein Neuanfang sein - und war wohl doch nur der Start für ein weiteres jahrelanges Gezerre. Vor knapp fünf Wochen hatten sich Bund und Länder geeinigt, bei der Suche nach einem Atommüllendlager neu anzufangen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte dabei versichert, es gebe keine Tabus. Umweltschützer kritisierten allerdings prompt, dass dann auch die Erkundungsarbeiten am Salzstock Gorleben aufhören müssten.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hat nun folgende Idee: "Wir schlagen für Gorleben vor, noch die vorläufige Sicherheitsanalyse für den Salzstock abzuschließen und dann - im Jahr 2013 - die Erkundung zu stoppen", sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Diesen Vorschlag werde sein Umwelt-Staatssekretär Stefan Birkner (FDP) am Donnerstagabend auf einer Konferenz in Berlin offiziell machen.

Minister Röttgen hat wieder einmal Vertreter der Länder in die Hauptstadt eingeladen, um die Endlagerfrage zu diskutieren. Bis Sommer kommenden Jahres soll ein Gesetz entstehen, das die Suche für ein bundesweites Endlager regelt. Am Ende des Prozesses soll ein Vergleich zwischen zwei möglichen Standorten stehen. Allerdings sieht es so aus, als sei aktuell gar kein Geld für die Suche vorhanden.

Fotostrecke

7  Bilder
Neustart fürs Endlager: Die Suche nach dem Endlager
Die Grünen machen außerdem Druck, dass vor weiteren Verhandlungen zum Endlagersuchgesetz ein Baustopp für Gorleben ausgesprochen wird. "Dies ist der Knackpunkt, der gelöst werden muss, bevor man weiter verhandeln kann", sagte die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) der Zeitung "Die Welt".

Lemke ist Koordinatorin der von SPD und Grünen regierten Bundesländer bei den Verhandlungen über das Gesetz. Sie argumentiert: "Das Vertrauen der Bevölkerung in eine ergebnisoffene Endlagersuche kann nur hergestellt werden, wenn ganz klar ist, dass in Gorleben nicht wie derzeit Fakten durch die Ausbau-Arbeiten geschaffen werden."

Niedersachsens Ministerpräsident McAllister sagte, sein neuer Vorschlag sei ein Kompromiss "zwischen denen, die sofort die Erkundung stoppen wollen und denjenigen, die noch wesentlich länger als 2013 erkunden wollen." Gorleben sei damit noch nicht völlig aus dem Spiel. "Aber es gibt keine Vorfestlegungen - weder auf ein Medium, in dem der Atommüll gelagert werden soll, noch auf einen Standort."

Für die Vorarbeiten in Gorleben wurden seit 1977 knapp 1,6 Milliarden Euro investiert. Umstritten ist die geologische Eignung des Salzstocks. Zuletzt hatte ein neuerliches Gutachten zu Explosionsrisiken durch unterirdische Erdgaslager in der Region für Diskussionen gesorgt.

chs/dapd/dpa

insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
felisconcolor 15.12.2011
1. wie ist das
Zitat von sysopTaugt der Salzstock in Gorleben trotz geologischer Risiken zum Atom-Endlager? Niedersachsens Ministerpräsident McAllister will, dass die Erkundungsarbeiten noch bis zum Jahr 2013 weiterlaufen. Die Grünen fordern dagegen ein sofortiges Ende. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,803891,00.html
schön wenn man erst einmal pauschal gegen alles sein kann. Dann muss man sich auch nicht den Kopf um Alternativen zerbrechen. An einem Endlager kommen wir in Deutschland nicht vorbei. Wer das geglaubt hat, dem empfehle ich einen Grundkurs "Wahrnehmung der Realität". Oder haben die Grünen nur keine Idee wie sie ihren verschaukelten Wählern diese Kröte nun doch schmackhaft zubereiten können. Wie gesagt, es war seit Anbeginn der Uranverbrennung klar das dieses Tier irgendwann auf der Speisekarte landen wird und landen muss. Die Grünen haben in keinster Weise gezeigt das sie in dem Thema jemals kooperativ waren. Wie auch dann hätten sie ja mal konstruktiv arbeiten müssen. Immer nur Nein oder das mögen wir nicht sagen ist doch viiiiel bequemer. Und die bekommen da auch noch Geld für.
antilobby 15.12.2011
2.
Zitat von felisconcolorschön wenn man erst einmal pauschal gegen alles sein kann. Dann muss man sich auch nicht den Kopf um Alternativen zerbrechen. An einem Endlager kommen wir in Deutschland nicht vorbei. Wer das geglaubt hat, dem empfehle ich einen Grundkurs "Wahrnehmung der Realität". Oder haben die Grünen nur keine Idee wie sie ihren verschaukelten Wählern diese Kröte nun doch schmackhaft zubereiten können. Wie gesagt, es war seit Anbeginn der Uranverbrennung klar das dieses Tier irgendwann auf der Speisekarte landen wird und landen muss. Die Grünen haben in keinster Weise gezeigt das sie in dem Thema jemals kooperativ waren. Wie auch dann hätten sie ja mal konstruktiv arbeiten müssen. Immer nur Nein oder das mögen wir nicht sagen ist doch viiiiel bequemer. Und die bekommen da auch noch Geld für.
Der Anfang ist gemacht: Durchbruch im Streit um ITU-Neubau (Karlsruhe: Durchbruch im Streit um ITU-Neubau - Nachrichten :: Baden-Württemberg | SWR.de (http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=8389818/1vdmmtb/index.html)) Ein grüner Umweltminister genehmigt den Neubau eines Kernforschungsinstituts. Bedenken der Anwohner und Gegner werden durch Hr. Seiler beiseite geschoben.
rhominus 15.12.2011
3. ....
Zitat von antilobbyDer Anfang ist gemacht: Durchbruch im Streit um ITU-Neubau (Karlsruhe: Durchbruch im Streit um ITU-Neubau - Nachrichten :: Baden-Württemberg | SWR.de (http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=8389818/1vdmmtb/index.html)) Ein grüner Umweltminister genehmigt den Neubau eines Kernforschungsinstituts. Bedenken der Anwohner und Gegner werden durch Hr. Seiler beiseite geschoben.
Es ist schon hirnverbrannt genug, dass, wie in Ihrem Link (danke dafür) beschrieben, die Menge an radioaktivem Material verringert werden sollte. Dass Herr Untersteller den Ausbau nicht völlig verhindert hat, zeigt lediglich, dass die grüne Landesregierung den Bezug zur Realität noch nicht komplett verloren hat. Und was die Bedenken der Anwohner angeht: Kernforschung muss nun einmal betrieben werden, schon um mit den Gefahren der Anwendung und der Reste der Kerntechnologie besser umgehen zu können. Welche Risiken es lohnt, einzugehen, können die Forscher des Instituts in jedem Fall besser einschätzen als selbst der besorgteste Anwohner.
Reiner_Habitus 15.12.2011
4. -
Zitat von rhominusEs ist schon hirnverbrannt genug, dass, wie in Ihrem Link (danke dafür) beschrieben, die Menge an radioaktivem Material verringert werden sollte. Dass Herr Untersteller den Ausbau nicht völlig verhindert hat, zeigt lediglich, dass die grüne Landesregierung den Bezug zur Realität noch nicht komplett verloren hat. Und was die Bedenken der Anwohner angeht: Kernforschung muss nun einmal betrieben werden, schon um mit den Gefahren der Anwendung und der Reste der Kerntechnologie besser umgehen zu können. Welche Risiken es lohnt, einzugehen, können die Forscher des Instituts in jedem Fall besser einschätzen als selbst der besorgteste Anwohner.
Anwohner sind grundsätzlich gegen alles! Bei uns war es schon eine Tanke, Apotheke, eine Schule und ein Biergarten gegen dessen Errichtung in der Nachbarschaft ich meine Unterschrift hätte geben sollen. St. Florian ist eben überall......
Kalaharry 15.12.2011
5. Richtig!
Zitat von Reiner_HabitusAnwohner sind grundsätzlich gegen alles! Bei uns war es schon eine Tanke, Apotheke, eine Schule und ein Biergarten gegen dessen Errichtung in der Nachbarschaft ich meine Unterschrift hätte geben sollen. St. Florian ist eben überall......
Das ist ja auch der einzige Grund, warum die Bayern auf keinen Fall ein Endlager bei sich haben wollen. Der "Billigstrom", für den noch viele Generationen an Bürgern dieses Landes zahlen werden, wird dagegen sehr gern genommen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.