Neuer Klimabericht Naturkatastrophen verursachen deutlich mehr Schäden als im Vorjahr

Von Hurrikan »Ida« bis hin zu Überschwemmungen in Deutschland und China: Umweltkatastrophen haben die Welt dieses Jahr 22,6 Milliarden Euro mehr gekostet als noch 2020 – auch wegen des Klimawandels.
Ein Teil eines Daches wurde durch Hurrikan Ida in New Orleans zerstört

Ein Teil eines Daches wurde durch Hurrikan Ida in New Orleans zerstört

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Eric Gay / dpa

Die zehn finanziell folgenreichsten Unwetterkatastrophen dieses Jahres haben nach Berechnungen einer britischen Hilfsorganisation Schäden in Höhe von insgesamt mehr als 150 Milliarden Euro angerichtet, rund 22,6 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Die Erhöhung der Gesamtschadenssumme um rund 13 Prozent spiegele die Folgen des menschengemachten Klimawandels wider, erklärte die Organisation Christian Aid am Montag.

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Durch Überschwemmungen, Stürme und Dürren kamen Menschen in einigen der ärmsten Regionen der Welt um, viele wurden vertrieben. Das zeige die zunehmende Ungerechtigkeit durch Auswirkungen der Erderwärmung, hieß es. Gleichwohl seien auch wohlhabendere Nationen betroffen. Die Folgen des Klimawandels waren beispielsweise in Australien, Indien, Südsudan und Kanada zu spüren.

»Die Kosten des Klimawandels waren in diesem Jahr gravierend«, so Autorin Kat Kramer, Leiterin des Bereichs Klimapolitik bei Christian Aid. Ihr Report nennt 15 der zerstörerischsten Naturkatastrophen des Jahres, darunter zehn, die jeweils 1,5 Milliarden Dollar oder mehr Schaden anrichteten.

Der Überblick:

  • Hurrikan Ida, der im August die Vereinigten Staaten heimsuchte. Er führt die Liste der Schäden mit 65 Milliarden Dollar an. Durch den fünftstärksten Wirbelsturm, der je in den USA auf Land traf, kamen 95 Menschen um, der Sturm hinterließ viele zerstörte Häuser. Ein heftiger Wintereinbruch, der Texas im Februar erreichte, führte zu massiven Stromausfällen und Schäden in Höhe von 23 Milliarden Dollar.

  • Die schweren Überschwemmungen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Belgien im Sommer 2021 verursachten enorme Schäden in Höhe von 43 Milliarden Dollar und forderten mehr als 240 Todesopfer. In Deutschland wurden Teile von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz von extremen Regenfällen heimgesucht, die nach Ansicht von Wissenschaftlern durch die globale Erwärmung wahrscheinlicher und häufiger geworden sind.

  • Vier der zehn teuersten Katastrophen ereigneten sich in Asien, wobei sich die Kosten für Überschwemmungen und Taifune in der Region auf insgesamt 24 Milliarden Dollar beliefen.

  • Der Zyklon Yaas, der im Mai Indien und Bangladesch heimsuchte, verursachte in nur wenigen Tagen Schäden in Höhe von drei Milliarden Dollar und zwang mehr als 1,2 Millionen Menschen zur Evakuierung aus ihren Häusern in tief gelegenen Gebieten.

  • In China verursachten heftige Regenfälle in der zentralen Provinz Henan im Juli gewaltige Überschwemmungen, die Schäden in Höhe von 17,6 Milliarden Dollar verursachten und 302 Tote forderten. Der Regen, der in der Provinzhauptstadt Zhengzhou innerhalb von drei Tagen fiel, entsprach fast dem Jahresdurchschnitt und überschwemmte das U-Bahn-Netz.

Die tatsächlichen Kosten solcher extremen Wetterereignisse sind wahrscheinlich höher als die Schätzungen des Berichts, die sich hauptsächlich auf versicherte Schäden stützen. Zudem sind die finanziellen Auswirkungen in der Regel in reichen Ländern größer, die sich Versicherungen leisten können und über höherwertige Immobilien und Infrastruktur verfügen.

Einige Wetterextreme verursachen zwar verhältnismäßig geringe finanzielle Belastungen, fordern aber viele Opfer. So zwangen beispielsweise die Überschwemmungen im Südsudan von Juli bis November mehr als 850.000 Menschen aus ihren Häusern, von denen viele bereits durch Konflikte oder andere Katastrophen aus ihrer ursprünglichen Heimat vertrieben worden waren.

joe/AFP/Reuters
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