Bamian Riesen-Buddhas werden nicht wiederaufgebaut

Die Taliban sprengten sie in religiös motiviertem Hass - nun scheint klar, dass die riesigen Buddha-Statuen im afghanischen Bamian nicht komplett wiederaufgebaut werden. Allein mit der Sicherung der Fragmente haben Fachleute genug zu tun.

REUTERS

Bamian - Die Weltöffentlichkeit war geschockt und machtlos. Im März 2001 fanden zwei riesige Buddha-Statuen im zentralafghanischen Bamian-Tal ihr Ende. Religiöse Fanatiker unter dem Kommando von Mullah Mohammed Omar hatten die jahrhundertealten Monumente kurzerhand gesprengt. Zwar waren die religiösen Darstellungen auch schon in früheren Zeiten schon gezielt beschädigt worden, doch nun blieb kaum mehr von ihnen übrig als ein Haufen von Steintrümmern.

Nach dem Ende der Taliban-Herrschaft in Afghanistan war über eine Rekonstruktion der Unesco-Welterbestätte diskutiert worden. Nun scheint klar, dass die Buddha-Statuen nicht komplett wiederaufgebaut werden. "Es wird keinen totalen Wiederaufbau geben, das hält die Unesco für derzeit ausgeschlossen und das ist so definitiv in der vergangenen Woche entschieden worden", sagte der Bauhistoriker Michael Jansen von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen.

Das Trümmerfeld sei inzwischen weitgehend geborgen, teilweise handele es sich um 80 Tonnen große Brocken, sagte Jansen. An der östlichen Statue, 38 Meter hoch, habe man bisher die Felsnische mit ihren inneren Fragmenten gesichert. Dazu habe man die Reste in den Nischen sorgfältig befestigt. Der westliche Buddha, 54 Meter hoch, werde ähnlich behandelt, sagte der Archäologe. Ein kompletter Wiederaufbau sei aus Sicht der Wissenschaftler zwar theoretisch denkbar - werde aber in der Praxis von der Unesco ausgeschlossen.

chs/dpa



insgesamt 26 Beiträge
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elbröwer 10.03.2011
1. Barbaren
Dieser Hirnlose Anschlag sagt über diese Leute mehr aus als es je eine Hetzkampagne könnte.
onomo 10.03.2011
2. Ein Glück!
Welch ein Glück, daß nun auch die UNESCO endlich zur Einsicht gekommen ist und die Buddhas nicht wieder aufbauen will ... Ein gräßliches Bamiyan-Disneyland wäre die Folge gewesen. Zu Bamiyan siehe auch: http://www.bamiyan.de
Hador, 10.03.2011
3. Nein, keinen Titel
Eine richtige Entscheidung finde ich. Natürlich ist es schade um die Buddhas. Andererseits stünde der materielle und finanzielle Aufwand, der für den Wiederaufbau nötig wäre in keinem Verhältnis zum Nutzen. Besonders angesichts der Nöte der Bevölkerung Afghanistans. Besser ist es das zu schützen was noch da ist, die Trümer zu sichern und evtl. in Zukunft im Rahmen eines Mahnmals gegegen religiösen Fanatismus auszustellen. Aber dafür müsste Afghanistan natürlich erstmal zur Ruhe kommen....
herkurius 10.03.2011
4.
Wenn diese Völker am anderen Ende der Welt ihre kulturelle Identität mit Dynamit pulverisieren wollen, ist das doch nur gut für uns? Sie knechten ihre Frauen (begeben sich also von Anfang an der Hälfte ihrer Human Resources), unterdrücken Forschung und Lehre und ziehen ihre Jugend zu todeswilligen, total ungebildeten Zombie-Soldaten heran. Ich nenne das Selbst-Morgenthauisierung.
Hans58 10.03.2011
5. Nie mehr einen Titel...
Zitat von onomoWelch ein Glück, daß nun auch die UNESCO endlich zur Einsicht gekommen ist und die Buddhas nicht wieder aufbauen will ... Ein gräßliches Bamiyan-Disneyland wäre die Folge gewesen. Zu Bamiyan siehe auch: http://www.bamiyan.de
Sie waren noch nie in Afghanistan, sonst würden Sie so etwas nicht annehmen.
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