Bild des Tages Ein Loch ist im Schädel


AP


Auch im Mittelalter bewiesen die Ärzte großes chirurgisches Geschick. Britische Archäologen fanden jetzt den Schädel eines 40-jährigen Bauern, der zwischen 960 und 1100 lebte - und eine knifflige Schädeloperation überlebte. Die Forscher diagnostizierten eine schwere Kopfverletzung von einem stumpfen Gegenstand, die den Mann wohl getötet hätte. Doch er wurde mit Hilfe einer Operationstechnik namens Trepanation gerettet: Ein 9 mal 10 Zentimeter großes Stück der Schädeldecke wurde entfernt, um den Druck auf das Gehirn zu mildern. Das Loch hat sich anschließend mit hartem Narbengewebe geschlossen, vermuten Mediziner.

"Dieser Schädel ist der bisher beste Beweis, dass solche Eingriffe im damaligen England durchgeführt wurden", sagte der britische Biologe Simon Mays (Bild) der BBC. "Er ist mindestens 100 Jahre älter als die ersten schriftlichen Erwähnungen der Prozedur und Welten entfernt von der Annahme, angelsächsische Heiler hätten sich auf Magie und Zaubertränke verlassen."

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