Bio-Strom Spanien setzt auf Riesenartischocken

Der Norden der iberischen Halbinsel wird bald ein wahres Blütenmeer sein. Der Grund: Aus einer gentechnisch manipulierten Artischockenart will Spanien als erstes Land der Welt Strom in Bio-Elektrizitätswerken gewinnen. An der optimalen Mischung aus Distel und Artischocke wird allerdings noch gezüchtet.


Cynara cardunculus
Pietro Pavone/ University of Catania

Cynara cardunculus

Madrid - Die verwendete gentechnisch veränderte Pflanze (Cynara cardunculus) ist besonders widerstandsfähig und erreicht eine Höhe von bis zu drei Metern. Die Cynara ist deshalb so geeignet, weil sie sich gut an das spanische Klima anpasst, kaum Dünge- oder Pflanzenschutzmittel benötigt und leicht zu ernten ist. Einziges Problem: Die Pflanzen sind noch zu süß und werden deswegen von Feldmäusen gefressen.

In den nordspanischen Städten Burgos und Huesca sollen für rund 60 Millionen Mark zwei spezielle Biomasse-Elektrizitätswerke gebaut werden. Jede der Anlagen werde jährlich 105.000 Tonnen der stacheligen Pflanzen verbrennen und damit Strom zur Versorgung von etwa 60.000 Menschen produzieren können.

Das Projekt wird bislang von Privatfirmen finanziert, der spanische Staat bekundete aber bereits sein Interesse, wie es in der spanischen Presse weiter hieß. Zudem werde der Anbau von Cynara cardunculus auf brachliegenden Feldern von der Europäischen Union (EU) bezuschusst. Noch sei es allerdings schwierig, die Bauern der Region für die Initiative zu begeistern.



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