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30. Juli 2019, 05:02 Uhr

Europäischer Metallhandel

Globalisierung in der Bronzezeit

Bereits vor Tausenden Jahren importierten die Skandinavier Metalle aus fernen Regionen. Forscher haben die Handelsströme untersucht - und sagen: "Schon in der Bronzezeit war Europa ein einheitlicher Wirtschaftsraum."

Skandinavien importierte schon vor 4000 Jahren Metalle von den Britischen Inseln, aus Deutschland und anderen Regionen Mitteleuropas. Eine Studie zeigt, woher die Menschen im Gebiet des heutigen Dänemark damals die Grundstoffe für Bronze bezogen. Eine besondere Rolle spielte das Mittelelbe-Saale-Gebiet.

Forscher um Heide Nørgaard und Helle Vandkilde von der Universität Aarhus haben 210 Bronzeobjekte analysiert - vor allem Beilklingen. Das entspricht etwa der Hälfte der bekannten dänischen Metallobjekte aus der Bronzezeit. Das Team untersuchte die Isotope in dem Metall und machte eine Röntgenfluoreszenz-Analyse. Damit lässt sich bestimmen, wie alt ein Gegenstand ist und aus welchen Materialien er besteht.

"Wir haben nachgezeichnet, wie Metalle in der Zeit von 2200 vor Christus bis 1200 vor Christus gewonnen, gehandelt und verarbeitet wurden", sagt Ernst Pernicka vom Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie, der ebenfalls an der Studie beteiligt war. "Schon in der Bronzezeit war Europa ein einheitlicher Wirtschaftsraum."

Mecklenburg als Drehscheibe für den Metallhandel

Laut Studie stammte das in Dänemark verarbeitete Metall vor allem aus zwei Regionen - aus Südengland und aus Mitteleuropa. Kupfer bezogen die Menschen auf dem Gebiet des heutigen Dänemark vor allem aus den östlichen Alpen, also aus Tirol und Salzburg, berichten die Forscher im Fachblatt "Plos One". Auch das slowakische Erzgebirge diente als Quelle für das Material.

Eine besondere Rolle beim Handel spielte laut Studie die damalige Aunjetitz-Kultur. Diese war zur Bronzezeit von Böhmen bis zur Mittelelbe-Saale-Region verbreitet und brachte etwa die Himmelsscheibe von Nebra hervor. Die Menschen in dem Gebiet fungierten zur Bronzezeit offenbar als Vermittler. Sie handelten das Material aus der Slowakei und aus den Alpen und verkauften es nach Dänemark.

Demnach wurde das Metall von Mitteleuropa an die Küste des heutigen Mecklenburg gebracht und von dort über die Ostsee verschifft. Die Menschen bezahlten vermutlich mit Bernstein.

Arbeiter gestalteten Waffen, Schmuck und Ringe um

Die Analysen der Forscher zeigen auch, dass das Metall umgestaltet wurde, nachdem es in Skandinavien angekommen war. Dafür zerkleinerten die Metallbearbeiter Waffen, Schmuck und Ringe und schufen daraus neue Gegenstände gemäß dem örtlichen Geschmack.

In Skandinavien begann die Bronzezeit später als in Mitteleuropa. Der Übergang von der Kupfersteinzeit erfolgte in einer Zeit zwischen 2000 und 1700 vor Christus. Erst danach begann die Nordische Bronzezeit, in der Kupfer-Zinn-Legierungen wesentlich ausgefeilter bearbeitet und häufiger wurden.

"Obwohl Kupfererze im zentralen und nördlichen Skandinavien ab dem Mittelalter gefunden und ausgebeutet wurden, waren diese einheimischen Quellen den Menschen in der Bronzezeit höchstwahrscheinlich nicht bekannt", schreiben die Forscher.

jme/dpa

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