China Ärzte nehmen Baby dritten Arm ab

Zwei linke Arme - und keiner von beiden war vollständig ausgebildet. Darum hatten die Chirugen in Shanghai die schwere Wahl, welches Ärmchen sie dem kleinen Jie-Jie amputieren sollten. Zumindest den Eingriff hat das Baby gut überstanden.


"Ziemlich eigenartig" sei dieser Fall gewesen, sagte Chen Bochang. Der Leiter des Shanghai Children's Medical Centre hat eine ebenso einzigartige wie schwierige Operation vorgenommen: den überschüssigen dritten Arm eines Säuglings zu entfernen. Der dreistündige Eingriff in Shanghai sei erfolgreich verlaufen, teilte Chefchirurg Chen mit.

"Dem Jungen geht es ziemlich gut", sagte eine Schwester. "Der Eingriff war schwierig." Er liege auf der Intensivstation unter ständiger medizinischer Beobachtung. Der Junge war am 1. April mit zwei linken Armen auf die Welt gekommen, die beide nicht richtig funktionsfähig waren. Das Kind, dessen Familienname nicht bekannt gegeben wird, wurde in einem kleinen Krankenhaus in der Provinz Anhui geboren.

Die Ärzte hatten daraufhin entscheiden müssen, welchen der Arme sie dem Kind abnehmen wollten - kein einfaches Unterfangen, da der Junge für viele Untersuchungen noch zu klein war. Schließlich kamen sie zu dem Entschluss, den ständig vor der Brust gekrümmten Arm zu entfernen, weil dieser schlechter entwickelt gewesen sei.

Jie-Jie habe anders als normalerweise zwei Schulterknochen auf einer Seite gehabt, an denen die beiden Arme befestigt waren. Das sei die besondere Schwierigkeit gewesen. Es sei die erste Operation dieser Art in China gewesen, ergänzte ein Arzt.

Weil die beiden linken Arme nicht voll funktionsfähig waren, wird der Junge den Medizinern zufolge nun eine langwierige Therapie benötigen, damit der verbliebene linke Arm gestärkt wird. "Nun warten wir darauf, dass der Patient aufwacht", sagte Chen.

stx/AP/dpa



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