China Archäologen finden Grab von legendärem Kriegsherrn

Kriegsherr, Despot, Dichter: Bis heute prägt der chinesische Herrscher Cao Cao die Kultur seines Landes - obwohl er schon vor rund 1800 Jahren starb. Nun glauben Forscher, sein lange verschollenes Grab gefunden zu haben.


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Archäologie: Grab eines großen Feldherrn
Peking - Er war ein blutiger Tyrann - und gilt als machtpolitisches Genie. Der chinesische Kriegsherr Cao Cao prägte die späte Han-Dynastie vor rund 1800 Jahren entscheidend mit und legte den Grundstein für die Wei-Dynastie. Neben seinen politischen Winkelzügen wurde auch seine Dichtkunst berühmt. Chinesische Archäologen glauben nun, sein Grab aufgespürt zu haben.

Die Ausgräber stießen in dem Ort Xigaoxue in der Provinz Henan auf den Bau, der die sterblichen Überreste des Militärstrategen beherbergen soll. Ein Jahr lang habe man gegraben, zitiert die Zeitung "China Daily" den Archäologen Guan Qiang der staatlichen Altertumsverwaltung. Man habe mittlerweile genügend Gegenstände gefunden, um das Mausoleum Cao Cao zuschreiben zu können. Dem Bericht zufolge waren einige Teile des Grabes mit Inschriften bei Grabräubern beschlagnahmt worden. Auf ihnen sei vom Kaiser Wu von Wei zu lesen gewesen - das war der Titel, der dem Militärführer posthum verliehen worden war.

Die Forscher fanden die Überreste dreier Menschen in dem Grab. Neben den Knochen von zwei Frauen im Alter von 20 bis 25 beziehungsweise 50 Jahren bargen sie auch Überreste eines etwa 60-jährigen Mannes. Ihn halten die Wissenschaftler für Cao Cao. Er starb im Jahr 220 im Alter von 65 Jahren.

Auch die Dimensionen des Grabs zeigen sich des antiken Herrschers durchaus würdig: Es ist sagenhafte 740 Quadratmeter groß. Ein 40 Meter langer Weg führt darauf zu.

Cao Caos Taten während seiner Herrschaft zwischen 208 und 220 nach Christus bilden einen wichtigen Teil des klassischen chinesischen Romans "Die Zeit der Drei Reiche". Er wird häufig in Peking-Opern dargestellt, seine Gedichte sind bis heute Lektüre an chinesischen Schulen.

chs/AP/AFP



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