China Archäologen finden weitere Terrakotta-Krieger

Im Norden Chinas haben Archäologen bis zu einhundert weitere Exemplare der legendären Terrakotta-Krieger freigelegt. Darunter ist auch die äußerst seltene Darstellung eines Offiziers.


Peking - Die Ausgrabungen am Grab des legendären chinesischen Herrschers Qinshi Huangdi hatten vor rund einem Monat begonnen. In der Nähe von Xi'an, der Hauptstadt der nördlichen Provinz Shaanxi, vermuten chinesische Archäologen noch etwa 5000 lebensgroße Terrakotta-Krieger. Einen Teil davon, bis zu hundert Stück, haben sie nun aufgespürt.

Der wichtigste Fund sei die Figur eines Offiziers, sagte Ausgrabungsleiter Xu Weihong der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Die Statue ist demnach weitgehend unbeschädigt. Weil sie auf dem Gesicht liege, habe man dieses aber noch nicht freilegen können.

Die Originalfarben der mehr als 2000 Jahre alten Figur seien jedoch kaum noch zu erkennen. Farbfragmente auf der Kleidung des Offiziers legten aber nahe, dass die Figur bunt angemalt gewesen sei. Bislang sind unter den ausgegrabenen Terrakotta-Kriegern weniger als zehn Figuren von Offizieren. Die Mehrzahl der entdeckten Krieger sind Bogenschützen, Infanteristen und Wagenlenker.

Ein Teil der neuentdeckten Figuren ist nach Angaben der chinesischen Archäologen stark beschädigt. Die Terrakotta-Armee ist eine der größten archäologischen Entdeckungen der Moderne. Seit 1987 steht sie auf der Weltkulturerbe-Liste. Qinshi Huangdi, dem 221 v. Chr. die Einigung Chinas gelang und der als erster Kaiser des Reiches gilt, hatte das Terrakotta-Heer bauen lassen, damit es ihm ins Jenseits folge. Beim Erdbeben in China im vergangenen Frühjahr hatten die Terrakotta-Krieger auch einige Schäden davon getragen.

chs/AFP



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