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23. Januar 2008, 11:13 Uhr

China

Forscher finden 100.000 Jahre alten Schädel

Er ist nun der zweitälteste bekannte Chinese seit dem "Peking-Mann": Archäologen haben in der chinesischen Provinz Henan einen fast vollständig erhaltenen menschlichen Schädel ausgegraben. Sein geschätztes Alter: 100.000 Jahre.

Sie wollten eigentlich gerade die Arbeit niederlegen und in den - nach chinesischem Kalender - Neujahrs-Urlaub gehen. Da stießen die Archäologen auf den sensationellen Fund: einen fast vollständig erhaltenen menschlichen Schädel, der in 16 Stücke zerbrochen war. Die Wissenschaftler schätzen sein Alter auf bis zu 100.000 Jahre.

Schädelfund: Insgesamt 16 Schädelstücke fanden die Archäologen
REUTERS

Schädelfund: Insgesamt 16 Schädelstücke fanden die Archäologen

Fast zwei Jahre lang hatten die Wissenschaftler um Li Zhanyang vom Henan Cultural Relics and Archaeology Research Institute in Xuchang, in der zentral gelegenen Provinz Henan, gegraben. Es ist der zweitälteste Fund eines menschlichen Skeletts in China seit der Ausgrabung des "Peking-Manns". Das Alter des Homo-erectus-Skeletts, das in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nahe der Hauptstadt Peking ausgegraben wurde, wird auf 250.000 bis 400.000 Jahre geschätzt.

Neben dem Schädel fanden die Wissenschaftler auch noch 30.000 Tier-Fossilien sowie Artefakte aus Stein und Knochen. Noch erstaunlicher als die Vollständigkeit des Schädel sei, so Li, dass die Membran an seiner Innenseite erhalten ist, anhand derer man den Verlauf der Nerven rekonstruieren kann.

Li ist optimistisch: "Wir rechnen hier mit noch mehr Entdeckungen diesen Ausmaßes."

lub/Reuters

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