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Terrakotta-Krieger: Zuwachs bei den Tonkriegern

Foto: CHINA DAILY/ REUTERS

Chinas berühmte Terrakotta-Armee Archäologen graben hundert weitere Tonkrieger aus

Die Terrakotta-Armee des ersten chinesischen Kaisers Qin Shi Huangdi ist eine der größten archäologischen Entdeckungen der Moderne. Jetzt haben Forscher über einhundert weitere Krieger ausgegraben - und sind euphorisch: Die Funde sind besonders gut erhalten.

Berlin - Seit 1987 steht die Terrakotta-Armee auf der Weltkulturerbe-Liste. Qin Shi Huangdi, dem 221 vor Christus die Einigung Chinas gelang und der als erster Kaiser des Reiches gilt, hatte das Heer bauen lassen, damit es ihm ins Jenseits folge.

Die ersten Figuren wurden 1974 an der Grabstätte des Herrschers Qin Shi in der Nähe von Xi'an gefunden, der Hauptstadt der nördlichen Provinz Shaanxi. Doch nur ein kleiner Teil ist bislang überhaupt freigelegt. Nun haben Archäologen mehr als hundert Terrakotta-Krieger ausgegraben. Die lebensgroßen Figuren wurden nahe des Mausoleums des Herrschers Qin Shi gefunden, wie ein Vertreter des Terrakotta-Krieger-Museums am Montag sagte.

Bei den dreijährigen Ausgrabungen seien zudem zwölf tönerne Pferde, Teile von Wagen, Waffen und Werkzeugen zu Tage gebracht worden. Die Fundstücke seien besonders bedeutsam, weil sie gut erhalten und bunt angemalt seien, sagte Museumsvertreter Shen Maosheng weiter.

Jahrhunderte unter der Erde

Als die Chinesen vor 2200 Jahren die berühmte Terrakotta-Armee schufen, bemalten sie die Figuren in schillernden Farben. Forscher der TU München hatten erst kürzlich zwei der bunten Krieger nachgebildet: Die Ärmel leuchteten blau, die Waffenröcke zierten grüne Schleifen und Ornamente.

Bunt bemalte Skulpturen kennen Archäologen auch aus dem alten Griechenland. An ausgegrabenen Fundstücken fehlt die Farbe jedoch in der Regel - sie hat den Jahrhunderten unter der Erde nicht standgehalten.

Die Ausgrabungsstätte ist längst eine der wichtigsten touristischen Attraktionen Zentralchinas. Das Museum besteht aus mehreren Gruben. In der größten stehen mehr als tausend Terrakotta-Figuren. Die Armee besteht aus schätzungsweise 7000 bis 8000 Kriegern.

Bei dem schweren Erdbeben in Sichuan im Jahr 2008 wurden auch sieben Terrakotta-Krieger leicht beschädigt. Die Figuren zählten zu insgesamt 41 wichtigen Kunststücken, die in der nördlichen Provinz Shaanxi durch das Beben Schaden erlitten hatten.

hda/AFP
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