Satellitenbild der Woche So sieht Chinas Wirtschaftswunder von oben aus

Der wirtschaftliche Aufstieg hat China grundlegend verändert - das zeigt sich auch im Landschaftsbild, wie dieser Blick aus dem All beweist.

Industrie auf der Shandong-Halbinsel
NASA Earth Observatory

Industrie auf der Shandong-Halbinsel


Nach den USA ist China die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Erde. Im Jahr 2017 liegt das Bruttoinlandsprodukt der Volksrepublik bei geschätzt rund 11,8 Billionen Dollar. Und jedes Jahr wächst die Wirtschaft um knapp sieben Prozent.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich China rasant gewandelt - nicht nur in Bezug auf Wirtschaft und Gesellschaft. Sondern auch ganz praktisch in seinem Erscheinungsbild. Das betrifft längst nicht nur die großen Metropolen wie Shanghai oder Chongqing, sondern tatsächlich das ganze Land. Was das bedeutet, macht dieses Bild schlaglichtartig deutlich.

Die Echtfarb-Aufnahme stammt vom "Operational Land Imager" auf dem US-Satelliten "Landsat 8". Entstanden ist sie am 8. September dieses Jahres, veröffentlicht wurde sie vor wenigen Tagen.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Es ist nur gute 30 Jahre her, da gab es im abgebildeten Teil der Shandong-Halbinsel im Osten der gleichnamigen chinesischen Provinz vor allem eines: unberührte Natur. Große Wattgebiete waren Heimat für Wildvögel. Doch das Bild hat sich dramatisch geändert: Der Mensch hat die Landschaft in der Präfektur Binzhou längst nach seinen Vorstellungen geformt.

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Faszinierende Satellitenbilder: Abc - Das Alphabet der Erde

"Der Mann, der den Wind der Veränderung spürt, sollte keinen Windschutz sondern eine Windmühle bauen", so lautet eine der zahlreichen Weisheiten von Mao Zedong.

Und gebaut haben sie so einiges, auch auf der Shandong-Halbinsel: Riesige Wasserbecken für Fischzucht in Aquakulturen sind entstanden. Ganz in der Nähe gibt es speziell abgeteilte Flächen, in denen Wasser aus dem Golf von Bohai zur Salzgewinnung verdunstet. Und zahllose Pumpen zur Ölförderung stehen in den Feldern.

Diese Pumpen zapfen die Vorkommen im riesigen Shengli-Ölfeld an, dem zweitwichtigsten Fördergebiet Chinas. Eine große Erdölraffinerie verarbeitet den Rohstoff gleich vor Ort weiter. In der Nachbarschaft haben sich zahlreiche Industriebetriebe angesiedelt.

Dass Chinas Wachstum weitergeht, ist inzwischen wichtig für die gesamte Weltwirtschaft. Dass es nicht dauerhaft auf fossilen Brennstoffen basiert - das ist wichtig fürs Weltklima. China hat versprochen, grüne Energieerzeugung massiv auszubauen. Wer weiß also schon, wie die Landschaft auf der Shandong-Halbinsel in weiteren 30 Jahren aussehen wird….

chs



insgesamt 4 Beiträge
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noalk 06.11.2017
1. Mal andersrum betrachtet
So sieht Chinas Naturzerstörung von oben aus. Leider nicht nur diejenige Chinas.
benuron 06.11.2017
2. Ölabbau und Raffinerien, Fischzucht und Meersalzgewinnung
Das klingt doch lecker. Wenn in der gleichen Gegend Lebensmittel und Erdölprodukte hergestellt werden ist das gesundheitlich sicher völlig unbedenklich.
drittschuldner 06.11.2017
3. Zu viel Pessimismus
Zitat von noalkSo sieht Chinas Naturzerstörung von oben aus. Leider nicht nur diejenige Chinas.
Ich finde diese rein pessimistische Sichtweise zu langegriffen. Dass am Ende der landwirtschaftlichen und sonstigen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen Chaos und Zersetzung kommen wird (wie man ja z.B. im früheren Fruchtbaren Halbmond, also etwa im jetzigen kaputten Irak oder Syrien sieht), das will ich ja gar nicht bestreiten. Diese neolithische Ausbeutung ist halt nunmal wie ein kurzes Strohfeuer. Aber man sollte bedenken, dass dieses (Strohfeuer) auch Wärme erzeugt, und wie gut es vielen Menschen dadurch noch für ein paar Jahre gehen wird. Schon alleine wegen den Smartphones hat sich das ja wohl mehr als gelohnt.
noalk 07.11.2017
4. @#3 drittschuldner
Zitat von drittschuldnerIch finde diese rein pessimistische Sichtweise zu langegriffen. Dass am Ende der landwirtschaftlichen und sonstigen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen Chaos und Zersetzung kommen wird (wie man ja z.B. im früheren Fruchtbaren Halbmond, also etwa im jetzigen kaputten Irak oder Syrien sieht), das will ich ja gar nicht bestreiten. Diese neolithische Ausbeutung ist halt nunmal wie ein kurzes Strohfeuer. Aber man sollte bedenken, dass dieses (Strohfeuer) auch Wärme erzeugt, und wie gut es vielen Menschen dadurch noch für ein paar Jahre gehen wird. Schon alleine wegen den Smartphones hat sich das ja wohl mehr als gelohnt.
Verstehen Sie Ihren Beitrag als Ironie oder Sarkasmus? Wenn nicht, dann ... fehlen mir die Worte. Sie würden also die Existenzgrundlage der Menschheit für im Grunde überflüssige allenfalls kurzzeitig genießbare Bequemlichkeit einer Minderheit opfern?
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