Umweltverschmutzung China verbietet Einwegplastiktüten

Bereits Ende dieses Jahres sollen die chinesischen Metropolen frei von Plastikprodukten sein, die man nur einmal verwenden kann. Die Regierung will so eines der größten Umweltprobleme des Landes lösen.
Bisher wird Plastikmüll in China meist vergraben, verbrannt - oder landet in Flüssen

Bisher wird Plastikmüll in China meist vergraben, verbrannt - oder landet in Flüssen

Foto: AP

Die chinesische Regierung hat angekündigt, die Produktion und die Verbreitung von Einwegplastikprodukten drastisch zu reduzieren. Bereits bis Ende dieses Jahres sollen die großen Metropolen frei von Strohhalmen, Verpackungen für Essen zum Mitnehmen und besonders dünnen Plastiktüten sein. So will China eines der größten Umweltprobleme des Landes bekämpfen, teilte ein Sprecher am Sonntag mit.

Große Mengen an unrecycletem Plastik landen bisher in Flüssen oder werden vergraben. Die Uno benennt Einweg-Plastik als eine der großen Herausforderungen beim Umweltschutz.

Strohhalme und Einweggeschirr

Während die chinesischen Metropolen schon 2020 frei von Einwegplastik werden sollen, gilt die Regelung für alle anderen Städte ab 2022. Märkte, auf denen frische Produkte angeboten werden, dürfen die Plastiktüten noch bis 2024 nutzen. Das teilte die chinesische Umweltbehörde gemeinsam mit der Behörde für Entwicklung und Reform mit.

Auch die Gastronomie muss sich auf Veränderungen einstellen: So sind etwa Strohhalme bereits Ende 2020 verboten, andere Einwegprodukte wie Verpackungen für Essen zum Mitnehmen sollen "auslaufen". Insgesamt müssen die Städte den Verbrauch an Einweggeschirr und Besteck in Restaurants laut der neuen Regelung bis 2025 um ein Drittel senken.

In einigen Regionen würden Auflagen auch die Produktion von Plastik beschränken, hieß es weiter. Bereits im vergangenen Jahr stoppte China den Import von Abfall.

Auch Deutschland hat ein Plastikproblem

Auch Deutschland hat ein Plastikproblem: Gerade einmal knapp 16 Prozent des Plastikmülls werden in Deutschland für neue Produkte wiederverwendet. Der Rest landet in Verbrennungsöfen oder wird ins Ausland verschifft.

Auch der weltweite Plastikberg wächst weiter: 2019 haben 31 Konzerne ihre Plastikproduktion offengelegt. Spitzenreiter Coca-Cola erzeugt demnach jährlich drei Millionen Tonnen Kunststoffabfälle. Das sind 88 Milliarden Flaschen. Auf Platz zwei landet Nestlé mit 1,7 Millionen Tonnen Plastik im Jahr, gefolgt von Danone und Unilever mit 750.000 und 630.000 Tonnen.

Kunststoffmüll reichert sich nicht nur in der Umwelt an, sondern schadet auch dem Klima. Eine Hochrechnung der NGO Zentrum für Internationales Umweltrecht  prognostiziert, dass die Produktion von Kunststoffen bis 2050 bei den derzeitig vorhergesagten Wachstumsraten einen Ausstoß von 52,5 Gigatonnen Kohlendioxid verursachen könnte.

Kunststoffe allein könnten somit zwischen zehn und 13 Prozent der gesamten Kohlenstoffmenge verbrauchen, die die Weltbevölkerung einsparen muss, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

lmd/Reuters