Schätzung für 2018 CO2-Ausstoß der USA soll deutlich gestiegen sein

Es wäre der zweitgrößte Anstieg seit mehr als zwei Jahrzehnten: Der CO2-Ausstoß der USA hat laut einer Schätzung im vergangenen Jahr stark zugelegt. Dafür ist in erster Linie aber nicht die Politik von Präsident Trump verantwortlich.
Kohlekraftwerk im US-Bundesstaat Wyoming (Archivbild)

Kohlekraftwerk im US-Bundesstaat Wyoming (Archivbild)

Foto: J. David Ake/ AP

Die USA haben 2018 den stärksten Anstieg seit acht Jahren beim Ausstoß von Kohlendioxid verzeichnet. Das ist das vorläufige Ergebnis einer Schätzung des New Yorker Analysehauses Rhodium Group. Der Studie zufolge  legten die Emissionen um 3,4 Prozent zu. Laut den Forschern ist das der zweitgrößte Zuwachs seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Hauptgrund für den Anstieg ist laut der Analyse vor allem die boomende US-Konjunktur - und nicht in erster Linie die Umweltpolitik von Präsident Donald Trump. Dessen Regierung hat allerdings bereits einige Maßnahmen zur Verringerung von Klimagasen rückgängig gemacht.

Die Forscher weisen darauf hin, dass zwar im vergangenen Jahr eine Rekordzahl Kohlekraftwerke stillgelegt wurden, dennoch sei der CO2-Ausstoß des Energiesektors spürbar gestiegen. Zudem blies die US-Industrie angesichts höherer Produktion in etlichen Bereichen mehr Abgase in die Luft.

Ausstoß bei Flugzeugen und Lastwagen legte stark zu

Größte US-Emissionsquelle ist laut der Studie aber das dritte Jahr in Folge der Transportsektor. Zwar gingen die Autoabgase zurück, doch Emissionen durch Flugzeuge und Lastwagen legten wegen der florierenden Wirtschaft stark zu.

Von 2007 bis 2015 machten die USA der Analyse zufolge die größten Fortschritte - die Emissionen sanken in diesem Zeitraum um gut zwölf Prozent. Dabei sei auch die starke Veränderung des Energiemixes entscheidend gewesen, so die Rhodium Group.

Die Regierung von Trumps Vorgänger Barack Obama hatte eine Wende weg von Kohle- und hin zu Erdgas-, Wind- und Solarenergie eingeleitet. Trump verfolgt jedoch eine völlig andere Linie. Einst bezeichnete er den Klimawandel als Konzept Chinas, um die USA wettbewerbsunfähig zu machen. 2017 zog Trump die USA dann als einen der größten Verursacher von Treibhausgasen weltweit aus dem internationalen Pariser Klimaschutzabkommen zurück.

Trumps Regierung ist zudem schon seit Längerem dabei, Maßnahmen und Beschlüsse zur Reduzierung von Abgasemissionen aufzuweichen, die aus der Obama-Ära stammen. Unter anderem wurde eine Lockerung der Abgasregeln für Autos auf den Weg gebracht. Bei der Öl- und Gasförderung sollen Firmen außerdem mehr von dem klimaschädlichen Methan in die Atmosphäre freisetzen dürfen.

chs/dpa