Vorläufige Berechnung für 2018 Deutschlands Treibhausgasausstoß sinkt

Erstmals seit Jahren ist Deutschland beim Klimaschutz wieder ein kleines Stück vorangekommen. Nach einer Prognose des Umweltbundesamtes sank der Ausstoß von Treibhausgasen im Jahr 2018 um 4,2 Prozent.

Stillgelegtes, inzwischen gesprengtes Kraftwerk in Dortmund (im Februar 2019)
Christophe Gateau / dpa

Stillgelegtes, inzwischen gesprengtes Kraftwerk in Dortmund (im Februar 2019)


Der heiße Sommer, höhere Benzin- und Kohlepreise sowie der Ausbau erneuerbarer Energien haben den Treibhausgasausstoß Deutschlands erstmals seit Jahren wieder gedrückt. 2018 wurden knapp 869 Millionen Tonnen Klimagase in die Atmosphäre geblasen und damit 38 Millionen Tonnen oder 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die am Dienstag veröffentlichte vorläufige Berechnung des Umweltbundesamtes zeigt.

Damit ging erstmals seit vier Jahren der Ausstoß wieder nennenswert zurück. Dies schloss auch den Verkehrssektor ein. Neben dem Ausbau von Wind- und Solarstrom machte sich der heiße Sommer und der milde Winter bemerkbar: So wurde zum einen weniger geheizt. Zum anderen verteuerte das Niedrigwasser vieler Flüsse die Transportkosten für Kohle, Heizöl oder Benzin. Dadurch wurde weniger gefahren und auch weniger Kohle in Kraftwerken verbrannt.

Doch trotz des Rückgangs ist Deutschland von seinen Klimazielen noch weit entfernt. Im Vergleich zu 1990 ging der Treibhausgasausstoß um 30,6 Prozent zurück. Bis 2020 sollten es aber eigentlich 40 Prozent sein. Prognosen sagen bis dahin jedoch allenfalls einen Rückgang um 32 bis 33 Prozent voraus.

Damit wenigsten das international verbindliche Ziel für 2030 von 55 Prozent erreicht wird, hat Umweltministerin Svenja Schulze den Entwurf eines Klimaschutzgesetzes vorgelegt. Er ist allerdings in Koalition und der Regierung umstritten und liegt auf Eis. "Dieses Gesetz muss dieses Jahr beschlossen werden, ebenso wie Maßnahmenpakete in allen Bereichen, damit Deutschland wieder auf Zielkurs kommt", erklärte die SPD-Politikerin nun. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat inzwischen einen eigenen Klimaschutzplan vorgelegt.

Vom Rückgang der Emissionen von insgesamt 38 Millionen Tonnen entfielen mehr als ein Drittel auf die Kraftwerke. Die Transportprobleme auf den Flüssen, aber auch der deutlich gestiegene Preis für Kohlendioxid-Verschmutzungsrechte führte zum Aus einer Reihe von Kohlekraftwerken.

Besonders die höheren Diesel- und Benzinpreise trugen wiederum zum Rückgang von fünf Millionen Tonnen im Verkehr bei. Wegen des gestiegenen Heizölpreises und des milden Winters wurden in den Haushalten 15 Millionen Tonnen Treibhausgas weniger produziert.

chs/Reuters/dpa



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