Terminrechner und andere Tools Wann werde ich gegen Corona geimpft?

Derzeit fragen sich viele Deutsche: Wann bin ich dran mit der Impfung? Ein Rechner hilft bei einer Schätzung. Weitere Tools wie eine Karte mit Impfzentren oder eine App für die 15-Kilometer-Regel im Überblick.
Wann bin ich dran? Ein Corona-Impfterminrechner liefert eine Schätzung

Wann bin ich dran? Ein Corona-Impfterminrechner liefert eine Schätzung

Foto: FreshSplash / Getty Images

Deutschland übt sich derzeit in Geduld. Seit Jahresbeginn sind die Impfungen gegen das Coronavirus der große Hoffnungsträger in der Pandemie. Aber der Impfstoff ist noch nicht für alle verfügbar, zudem kann kaum die gesamte Bevölkerung auf einmal gegen das Virus geimpft werden – die muss sich je nach Priorität in die Warteschlange stellen.

Deshalb fragen sich Menschen, die sich impfen lassen möchten, derzeit: Wann bin ich dran?

Auch Bogna Szyk trieb die Frage um. Deshalb entwickelte die Ingenieurin der Technischen Universität Wien zusammen mit ihrem Kollegen Philip Maus einen Corona-Impfterminrechner. Das Tool liefert dem Benutzer einen Anhaltspunkt, wann die beiden Impfungen, die beim Biontech-Impfstoff beispielsweise im Abstand von drei Wochen verabreicht werden müssen, in etwa durchgeführt werden. Zudem zeigt es an, wie viele Menschen voraussichtlich noch vor einem geimpft werden.

Ursprünglich hatte das polnische Start-up Omni Calculator, für das die beiden arbeiten, einen entsprechenden Kalkulator für Großbritannien entwickelt. »Dabei haben wir festgestellt: Der Termin interessiert einfach viele Menschen«, sagt Szyk dem SPIEGEL.

Die Bedienung des Impfterminrechners ist einfach (Hier gelangen Sie zu dem Tool ). Er berücksichtigt die Priorisierungen, die das Bundesgesundheitsministerium auf der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) erstellt hat. Die Nutzer geben unter anderem Alter, Beruf oder Vorerkrankungen ein, am Ende spuckt der Rechner einen Zeitraum aus, in dem die Impfungen voraussichtlich erfolgen.

Allerdings ist dieser Zeitraum großzügig bemessen. Im Falle des Autors dieses Texts lag der erste errechnete Impftermin in einer Spanne von einem halben Jahr. »Unser Ergebnis ist natürlich nur eine Schätzung«, sagt Szyk. Der Impftermin hängt von etlichen Faktoren ab, die der Rechner aber zu berücksichtigen versucht. Dafür wird er angepasst, wenn es neue Daten gibt und beispielsweise ein neuer Impfstoff zugelassen wird, der deutschen Patienten eine Erhöhung der Dosen verspricht. »Wir versuchen, den Rechner immer aktuell zu halten und mit den Daten des Robert Koch-Instituts zu versorgen«, so Szyk.

Derzeit geht das System von 670.000 Impfdosen pro Woche aus, diese Zahl hatte das Bundesgesundheitsministerium als Ziel veröffentlicht . Aber tatsächlich zeigt das Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts  einen viel niedrigeren Wert. In den sieben Tagen vom 6. bis zum 12. Januar wurden nur rund 382.800 Menschen geimpft. Immerhin lässt sich der Wert für die persönlichen Berechnungen händisch anpassen.

Und auch die Impfbereitschaft in der Bevölkerung, für die der Rechner die aktuellen Daten der Cosmo-Umfrage  der Universität Erfurt als Referenzwert angibt, wird berücksichtigt. Weil auch diese Werte schwanken, lässt sich diese Variable ebenfalls anpassen. Aber genau wie die aktuellen Impfdosen pro Woche erfordern sie vom Nutzer ein wenig Recherche.

Auch Forscher um Alexander Zipf, Professor für Geoinformatik an der Uni Heidelberg, wollen Bürgerinnen und Bürgern die Organisation der Impfungen erleichtern. Zipf hat mit seinem Team ein nützliches Tool entwickelt: eine Karte, die den Nutzern das nächste Impfzentrum anzeigt .

Die Web-App funktioniert ähnlich wie eine Navigationssoftware. Man gibt einfach seinen Wohnort ein. Dann sucht die Anwendung auf der interaktiven Karte nach dem Impfzentrum, das für die Nutzer zuständig ist. Außerdem wird eine Routenbeschreibung angezeigt. Das Tool soll ständig weiter aktualisiert werden. Zu Anfang gab es noch eine Ungenauigkeit: Die Karte berücksichtigte nicht die unterschiedlichen Zuständigkeiten der Impfzentren an Grenzen von Bundesländern. Doch inzwischen ist dieses Problem behoben.

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Karte mit Bettenauslastung

Auch dort, wo es zu Überlastungen kommt, wollen Forscher helfen. Das Team um Daniel Keim, Professor für Datenanalyse an der Uni Konstanz, hat aus Daten zu Krankenhausbelegungen eine Karte zusammengestellt, die die Verfügbarkeit von Intensivbetten in Kliniken anzeigt. So können die Nutzer nicht nur sehen, in welchen Regionen die Lage gerade kritisch ist, sondern auch, wo demnächst eine Überlastung droht.

Auf der Karte sind an der linken Seite einige Reiter angebracht (hier gelangen Sie zu dem Tool ). Hier lassen sich auch die Fallzahlen sehr genau verfolgen. Die Landkreise zeigen nicht nur die Sieben-Tage-Inzidenzen, sondern beispielsweise auch sogenannte Heatmaps, die eine Aufschlüsselung nach Altersgruppen sichtbar machen. Schaltet man die Fallansicht ab und geht auf den Reiter »Krankenhäuser – Bettenauslastung« lässt sich über den Schalter »Glyph« die Bettenauslastung anzeigen. Allerdings liegen nicht für alle Kliniken aktuelle Werte vor. Die Daten stammen aus dem Divi-Intensivregister, das seit April in täglichen Lageberichten die Entwicklung der Krankenhausbelegungen veröffentlicht.

Rund 1300 Kliniken melden ihre Auslastung regelmäßig an die Deutsche Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi). Sind alle Betten belegt, zeigt das Register für das Krankenhaus Rot an. Sind die Kapazitäten fast erreicht, Gelb. Wo ausreichend Betten frei sind, zeigt es Grün. Diesem Ampelschema folgt auch die Karte der Forscher aus Konstanz.

Eine App zeigt den Bewegungsradius um eine Stadt

Eine App zeigt den Bewegungsradius um eine Stadt

Foto: Rouven Meidlinger

Als Bund und Länder kürzlich beschlossen, dass Menschen in Landkreisen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 sich nur noch 15 Kilometer um ihren Wohnort aufhalten dürfen, fragten sich viele Menschen, wie weit ihr Bewegungsradius nun noch reichen darf. Zwar gab es verschiedene Kartentools, aber die zeigten meist nur eine kreisrunde Fläche, die um die eingegebene Adresse einen 15-Kilometer-Radius zog. Dabei gilt die Lockdown-Regelung erst ab der Stadtgrenze.

Nun sind Städte keine kreisrunden geometrischen Konstrukte. Deshalb variiert der Bewegungsbereich. Dafür hat der Geoinformations-Experte Rouven Meidlinger eine Lösung. Er hat die App »Bewegungsradius Deutschland«  entwickelt, die für alle Städte und Gemeinden die entsprechenden Flächen darstellen kann. Falls gewünscht, kann man sich per GPS den aktuellen Standort in der Karte anzeigen lassen. Die Farbe des Markers zeigt direkt, ob man sich inner- oder außerhalb des erlaubten Gebietes aufhält. Die App ist kostenlos, ohne Werbung und erhältlich für iOS  und Android .

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