Wegen Coronakrise Uno-Klimagipfel in Glasgow auf 2021 verschoben

Der für November in Glasgow angesetzte Weltklimagipfel sollte der wichtigste seit dem historischen Paris-Abkommen werden. Wegen der Viruskrise wurde das Treffen nun verschoben.
Absage des Klimasekretariats und der britischen Regierung: Der nächste Uno-Klimagipfel findet erst 2021 statt

Absage des Klimasekretariats und der britischen Regierung: Der nächste Uno-Klimagipfel findet erst 2021 statt

Foto: Jeremy Selwyn / AFP

Das Uno-Klimasekretariat und die britische Regierung verschieben den diesjährigen Weltklimagipfel in Glasgow wegen der Corona-Pandemie. Wie erst die finnische Umweltministerin Krista Mikkonen am Mittwochabend via Twitter meldete und kurze Zeit später die britische Regierung bekanntgab, soll die für November angesetzte Konferenz auf 2021 vertagt werden. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest.

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Die Verschiebung ist ein herber Rückschlag für den Klimaschutz. Der diesjährige Gipfel in Schottland sollte der wichtigste seit langem werden. Hier sollten die Staaten ihre vor fünf Jahren im Pariser Weltklimaabkommen  vereinbarten Emissionsziele nachbessern. Doch wegen der Viruskrise mussten schon mehrere Vorbereitungstreffen von Klimadiplomaten abgesagt werden, auch der Petersberger Klimadialog in Berlin wurde ins Netz verlegt. Und gerade wird der vorgesehene Tagungsort des Gipfels, das Ausstellungs- und Kongresszentrum SEC Arena in Glasgow, in ein Not-Krankenhaus für Covid-19-Patienten umgebaut.

Klimaschutzorganisationen wiesen darauf hin, dass die Selbstverpflichtung der Staaten von Paris, in diesem Jahr ehrgeizigere Emissionspläne vorzulegen, nach wie vor gelte. "Es macht keinen Sinn, Menschen aus allen Ländern inmitten einer Pandemie zusammenzubringen", sagte Mohamed Adow, Leiter des Think Tanks Power Shift Africa. Dass Glasgow verschoben werde, dürfe aber nicht bedeuten, dass auch der Klimaschutz verschoben werde.

"Die dringende Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen im Jahr 2020 darf nicht aufgeschoben werden", erklärte auch die langjährige Uno-Klimachefin Christiana Figueres. "Die Wissenschaft sagt uns, dass die Emissionen in diesem Jahr ihren Höhepunkt erreichen müssen, wenn wir die Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzen wollen."

Bislang deutet kaum etwas darauf hin, dass die Staatengemeinschaft dieses Ziel erreicht. Bei einem Treibhausgasausstoß wie 2019 wäre das verbliebene Emissionsbudget, dass das Einhalten der 1,5-Grad-Grenze möglich macht, nach Berechnungen des Berliner Forschungsinstituts MCC in nicht einmal acht Jahren aufgebraucht.

clh
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