Forsa-Umfrage Große Mehrheit fordert dauerhaft mehr Gehör für Forscher

Neun von zehn Deutschen wollen, dass die Wissenschaft auch nach der Coronakrise stärkere Beachtung in der Politik findet. Für noch folgenreicher als die Pandemie halten die Befragten den Klimawandel.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (2.v.l.) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (r.) auf einer Forschungsstation

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (2.v.l.) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (r.) auf einer Forschungsstation

Foto: Ole Spata/ dpa

Neun von zehn Menschen in Deutschland sprechen sich dafür aus, Einschätzungen von Wissenschaftlern künftig stärker bei politischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage  des Meinungsforschungsinstituts Forsa, die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Auftrag gegeben wurde. Demnach fänden es 55 Prozent der Befragten sehr gut und 38 Prozent gut, wenn wissenschaftliche Analysen ähnlich wie in der Coronakrise fortan auch bei anderen Themen wie dem Klimawandel mehr Gehör finden würden.

Langfristig hält eine deutliche Mehrheit (59 Prozent) die Coronakrise für wirtschaftlich und gesellschaftlich weniger folgenreich als den Klimawandel. 23 Prozent schätzen die langfristigen Auswirkungen beider Herausforderungen als gleich bedeutend ein und 17 Prozent bewerten die Coronakrise als folgenschwerer.

Mehr Geld für Gesundheitssystem gefordert

"Die Menschen haben ein gutes Gespür dafür, dass konsequentes Engagement für den Klimaschutz keinen Aufschub duldet", sagte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Zugleich lasse sich seiner Einschätzung nach aus den Ergebnissen ein dringender Appell herauslesen, Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften auch in der aktuellen Krise zusammen zu denken.

An die Investitionsprogramme der Bundesregierung im Rahmen der Coronakrise stellen die Teilnehmer der Umfrage deutliche Anforderungen: Demnach halten 94 Prozent eine besondere Förderung des Gesundheitssystems für wichtig oder sehr wichtig, gleiches gilt für die Unterstützung der regionalen Wirtschaft. Investitionen in mehr soziale Gerechtigkeit finden 89 Prozent bedeutend, den Schutz der Umwelt und des Klimas möchten 86 Prozent gefördert sehen.

Laut DBU sprechen sich zudem 78 Prozent der Befragten dafür aus, den Ausbau der erneuerbaren Energien jetzt verstärkt voranzutreiben, um weniger fossile Brennstoffe aus anderen Ländern einführen zu müssen. Nur 19 Prozent sind gegenteiliger Meinung.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im Zeitraum vom 27. bis 30. April mehr als 1000 Personen über 14 Jahren zu ihren Vorstellungen von Nachhaltigkeit in der Coronakrise.

jki