Von Bleichmittel bis Zwiebeln Zehn Heilmittel gegen das Coronavirus, die garantiert nicht helfen

Kuhdung heilt Covid-19, und Zwiebeln saugen Viren aus der Luft. In den sozialen Medien kursieren die absurdesten Heilmittel gegen eine Corona-Infektion. Manche sind lebensgefährlich.
Nicht nur in religiösen Kreisen gibt es viele Hokuspokus-Theorien zum Coronavirus - auch westliche YouTuber und Homöopathen geben pseudowissenschaftliche Empfehlungen.

Nicht nur in religiösen Kreisen gibt es viele Hokuspokus-Theorien zum Coronavirus - auch westliche YouTuber und Homöopathen geben pseudowissenschaftliche Empfehlungen.

Foto: Ulet Ifansasti/ Getty Images

Tausende Mediziner weltweit suchen nach wirksamen Medikamenten gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Dabei liegt die Lösung doch so nah: Kuhdung oder wahlweise auch Kuhurin kann das Coronavirus heilen. Das behauptet zumindest die indische Politikerin Suman Haripriya . Sie gehört der Bharatiya Janata Partei an, die nationalistische Hinduisten vertritt und als besonders traditionsbewusst gilt. Das Land hat seit Kurzem ein Einreiseverbot für Deutsche verhängt und vermeldete am Freitag ein erstes Corona-Opfer.

Besonders traditionelle Kräfte verbreiten in dem Land krude Medizintipps: Der Hindu-Führer Chakrapani Maharaj  hat eine Party mit Kuhdung-Kuchen und Räucherstäbchen angekündigt: Damit würde der Virus sofort abgetötet. Dass Kühe in Indien nicht nur heilig sind, sondern auch therapeutisch wertvoll, wird schon länger behauptet: So wurde der Kuhurin von einigen Anhängern auch schon für die Krebsbehandlung empfohlen. Auch könne man sich schützen, indem man Vegetarier werde. Andere Gurus empfehlen auch, Yoga zu praktizieren, um sich gegen das Coronavirus zu wappnen.

Unter dem indischen Premierminister Narendra Modi , der ebenfalls der Bharatiya Janata Partei angehört, haben die Pseudowissenschaften einen regelrechten Boom erfahren, beklagen Kritiker. So verbreiten mittlerweile auch hohe Politiker Fake News , beispielsweise, dass Kühe Sauerstoff ausatmen.

Indische und deutsche Homöopathen empfehlen Arsen

Seit 2014 gibt es in Indien eine Art Yoga-Ministerium. Offiziell heißt es AYUSH-Ministerium - zuständig für Naturheilkunde, Yoga und Homöopathie. Das veröffentlichte gleich eine ganze Liste mit Corona-Tipps : Darunter auch "Arsenicum album C30". Dabei handelt es sich um hochverdünntes Arsen. Diese Empfehlungen finden auch deutsche Homöopathen spannend, wo das Mittel normalerweise bei Magenverstimmungen oder Angstzuständen verabreicht wird.

So kursiert im Netz ein Schreiben  der Homöopathie-Vertreterin Cornelia Bajic, die ebenfalls zu dem Mittel gegen eine Corona-Infektion rät. Bajic hat eine Praxis für Allgemeinmedizin und ist ehemalige Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte. Letzterer distanziert sich aber davon und erklärt, dass "einzelne anderslautende Empfehlungen nicht die Position des Verbandes wiedergeben". Die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) hätten "Vorrang vor eventuellen, homöopathischen Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie".

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Die Zwiebel-Theorie

Fake-Tipps kommen auch von C-Promis wie Fitnesstrainerin Carmen Geiss. Sie verweist auf einen in den sozialen Medien geteilten Kettenbrief, der die heilende Wirkung von Zwiebeln anpreist, die angeblich auch den Coronavirus abtöten. Geiss empfiehlt deshalb, angeschnittene Zwiebeln im Wohnraum auszulegen, um Viren und Bakterien aus dem Körper und der Luft zu "saugen", berichtet der Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch "Mimikama ". Ähnlich absurd ist die verbreitete Idee sich Essig in die Nasenlöcher einzuführen, um nicht noch mehr Menschen anzustecken.

Zu Beginn der Coronakrise gingen auch Posts auf Facebook viral, die empfahlen, Bleichmittel zu trinken, um so das Virus im Körper abzutöten. Diese lebensgefährlichen Tipps wurden aber mittlerweile gelöscht. Fake News werden auch von Influencern oder YouTubern  verbreitet, die meinen, die Pharmalobby hätte die "Wunderbleichmittel" wie Chlordioxid, auch "Miracle Mineral Solution" (kurz: MMS) genannt, schon als Krebsheilmittel verbannt, um noch mehr Geld zu machen.

Auch die vielen Hinweise, dass Knoblauch das Virus aufhält, gehören ins Reich der Mythen. Laut der Tageszeitung "South China Morning Post " hält sich das Knoblauchgerücht vor allem in China. Dort sollen traditionelle Ärzte auch dazu raten, heißes Knoblauchwasser zu trinken. Einige Chinesen hätten bis zu anderthalb Kilo Knoblauch gegessen und wären anschließend mit Rachenbeschwerden zum Arzt gekommen. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte, dass generell keine Lebensmittel ein wirksames Gegenmittel gegen das Virus sind.

sug
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