Kampf gegen Coronavirus Chinesische Nachrichtenagentur meldet erste Behandlungserfolge

Bei der Behandlung von Patienten mit dem neuen Coronavirus sollen chinesische Ärzte erste Erfolge gemeldet haben. Nach einem Verdachtsfall in Berlin gibt es unterdessen Entwarnung.
Intensivstation des Krankenhauses "Zhongnan" der Universität Wuhan.

Intensivstation des Krankenhauses "Zhongnan" der Universität Wuhan.

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Xiong Qi/ DPA

Bei der Behandlung von Patienten mit dem neuen Coronavirus soll es erste Erfolge geben. Laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua hat sich der Zustand von elf infizierten Personen im Xiehe-Krankenhaus der schwer betroffenen Metropole Wuhan verbessert. Die klinischen Symptome seien unter Kontrolle gebracht worden, das Fieber und andere Beschwerden seien zurückgegangen.

Zudem seien Testergebnisse für das Virus danach negativ gewesen. Genaue Details über die Art der Behandlung sind nicht bekannt.

Trotz der mutmaßlichen Behandlungserfolge verbreitet sich das Virus offenbar schneller als gedacht. Der Bürgermeister von Wuhan geht inzwischen von einer deutlich höheren Fallzahl aus als bislang von den Behörden angegeben. Zu den landesweit 1975 offiziell bestätigten Infektionen sei es "möglich, etwa 1000 Fälle hinzuzufügen."

Zur Begründung verwies der Bürgermeister auf die mehr als 2200 Verdachtsfälle in den Krankenhäusern seiner Stadt, die unter Beobachtung stünden und noch auf das Virus getestet werden müssten. Internationale Wissenschaftler hatten die Zahl der Infizierten schon vor einigen Tagen auf mehrere Tausend geschätzt. Nach Behördenangaben starben bislang 56 Menschen an dem Erreger 2019-nCoV.

Die Krankheit hatte sich im Dezember ausgehend von der Elf-Millionen-Einwohner-Stadt Wuhan, die in der Provinz Hubei liegt, verbreitet. Wahrscheinlich ging das neuartige Virus von exotischen Tieren aus, die auf einem Markt in der Stadt angeboten wurden. Allerdings wird es auch von Mensch zu Mensch übertragen.

Entwarnung nach Verdachtsfall an Berliner Krankenhaus

Unterdessen ist in Deutschland ein Verdacht auf eine erste Infektion mit dem neuen Coronavirus ausgeräumt worden. "Uns lag die Information eines Verdachts des Coronavirus 2019-nCoV der DRK-Kliniken Mitte vor. Der Test zu diesem Verdachtsfall fiel heute negativ aus", teilte eine Sprecherin der Gesundheitsverwaltung Berlin mit. Bei der Patientin handelte es sich um eine Frau, die am Samstag nach einer Chinareise mit verdächtigen Symptomen in ein Krankenhaus in Berlin-Wedding gekommen war.

"Wir empfehlen Menschen in Berlin, falls sie zum Risikokreis gehören, d.h. in dem Risikogebiet (Provinz Hubei, China) gewesen sind oder Kontakt mit Personen aus dem Risikogebiet hatten und Symptome einer Atemwegserkrankung aufweisen, eine Notaufnahme aufzusuchen und sich auf den Coronavirus testen zu lassen", teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung weiter mit.

Da Infizierte auch während der Inkubationszeit des Virus ansteckend sind, also noch bevor sie Symptome bemerken, ist die Krankheit schwer einzudämmen. Die chinesischen Behörden hatten deshalb drastische Vorsichtsmaßnahmen wie die Abriegelung ganzer Millionenmetropolen und das obligatorische Tragen von Schutzmasken in mehreren Städten und Provinzen angeordnet.

Das Auswärtige Amt rät mittlerweile von Reisen in die gesamte Provinz Hubei ab, wie aus den aktualisierten Reisehinweisen des Ministeriums hervorgeht. China-Reisende sollten die von den Behörden der Volksrepublik beschlossenen Reiseeinschränkungen bedenken und erwägen, "nicht zwingende Reisen nach China auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben".

Ein Flugzeug mit Menschen an Bord, die möglicherweise mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, darf in Deutschland nur fünf Flughäfen ansteuern. Laut dem Flughafenverband ADV handelt es sich dabei um Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München und Berlin. Flüge mit Verdachtsfällen an Bord, die nicht auf dem Weg zu diesen Orten sind, müssen demnach umgeleitet werden.

hej/dpa
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