Creutzfeldt-Jakob Blutkonserven nicht hundertprozentig sicher

Mit bis zu 600 Fällen neuartiger Creutzfeldt-Jakob-Erkrankungen rechnen deutsche Wissenschaftler in den nächsten 40 Jahren. Die Gefahr, sich die tödliche Krankheit über Bluttransfusionen zu holen, sei allerdings äußerst gering.


Blutkonserven: Gefahr durch vCJK?
GMS

Blutkonserven: Gefahr durch vCJK?

Die Bundesregierung sieht noch keine technische Möglichkeit, die Übertragung der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) durch Blut von Mensch zu Mensch vollständig auszuschließen. Ein Risiko existiere allerdings nur "rein hypothetisch", so Johannes Löwer. Der Chef des Paul-Ehrlich-Instituts stellte am Dienstag die "Gesamtstrategie Blutversorgung angesichts vCJK" vor. Den Bericht hatten das Paul-Ehrlich-Institut (Langen/Hessen) und das Berliner Robert Koch-Institut gemeinsam für das Bundesgesundheitsministerium erstellt.

In den nächsten 40 Jahren müsse in Deutschland wegen der Rinderseuche BSE mit maximal 300 bis 600 Fällen von vCJK gerechnet werden, sagte Löwer. Dabei handle es sich jedoch um Menschen, die sich vor den staatlichen Sicherheitsmaßnahmen durch verseuchtes Rindfleisch infiziert haben könnten. Die Infektionskette sei jetzt unterbrochen, sagte Löwer. Die Hochrechnungen für vCJK-Fälle seien mit "großen Unsicherheiten" behaftet. Für Großbritannien werde von bis zu 6000 Fällen ausgegangen. Dort seien bislang 110 Menschen an vCJK erkrankt.

Ein Test für den Nachweis so genannter Prionen in lebenden Menschen oder Tieren gebe es nach wie vor nicht. Prionen gelten derzeit als möglicher Auslöser der vCJK, bei der das Gehirn zersetzt wird. Es könne nicht absolut ausgeschlossen werden, dass infizierte, aber noch nicht erkrankte Menschen Blut spenden und über eine Blutkonserve den Erreger weitergeben.

Die Wahrscheinlichkeit dafür sei allerdings verschwindend gering, hob Löwer hervor. Im Tierexperiment hätte es zwar einige wenige Infektionsfälle gegeben, allerdings sei die Konzentration der Erreger im Blut sehr gering gewesen. Eindeutige Rückschlüsse auf den Menschen seien daraus nicht abzuleiten, betonte der Wissenschaftler. Außerdem sei Spenderblut sicherer geworden. Die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, würden als Träger möglicher Ansteckung mittlerweile entfernt.



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