Uno-Bericht Drogenlabore haben Hochkonjunktur

Weltweit überschwemmen Designerdrogen den Markt. Laut einem neuen Uno-Bericht steigt die Zahl der Labore zur Herstellung synthetischer Drogen rasant.

Aus dem Verkehr gezogen: Eine Ampulle Amphetamin im Landeskriminalamt Mainz
DPA

Aus dem Verkehr gezogen: Eine Ampulle Amphetamin im Landeskriminalamt Mainz


Wien - Es ist ein lukrativer Markt - das weiß nicht nur Walter White aus der US-Serie "Breaking Bad", der sich vom braven Chemielehrer zum Profikoch von Crystal Meth wandelt. Vor allem in Nordamerika steigt die Zahl der Labore, die die synthetischen Drogen herstellen. Die Folge: Immer schneller kommen neue berauschende Substanzen auf den Markt. Das teilte die UN-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) mit, die am Donnerstag in Wien den Weltdrogenbericht der Vereinten Nationen vorstellte.

Während der allgemeine Drogenkonsum weltweit stabil geblieben ist, steigt die sichergestellte Menge an Amphetaminen weiter an: Weltweit wurden 144 Tonnen Amphetamine beschlagnahmt, die Hälfte davon in den USA. Geschätzte 34,4 Millionen Menschen konsumierten im Jahr 2012 Amphetamine. Damit waren diese hinter Cannabis die am zweithäufigsten konsumierte Rauschmittelart. Das Ausmaß der weltweiten Produktion ist jedoch schwer abzuschätzen, wie die UN-Behörde einräumte. Schwierig gestalte sich die Bekämpfung, weil Hersteller zunehmend neue Grundstoffe und Bestandteile der künstlichen Drogen einzeln schmuggelten.

Immer neue Designerdrogen

Eine weitere Herausforderung seien neue psychoaktive Substanzen, deren Zahl kontinuierlich ansteige. Mitte 2012 gab es noch 251 dieser Designerdrogen, im Dezember 2013 waren es bereits 348. Die Produzenten dieser Rauschmittel, die gern als Alltagsprodukte wie Badesalz oder Düngemittel über das Internet vermarktet werden, arbeiteten oft in einer rechtlichen Grauzone. International kontrolliert und verboten sind 234 Drogen.

Insgesamt konsumierten laut UN im Jahr 2012 geschätzte 243 Millionen Menschen mindestens einmal illegale Drogen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die angenommene Zahl damit relativ konstant. Die Zahl der Drogentoten ging sogar deutlich zurück. 2012 starben rund 183.000 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. Im Vorjahr waren es 211.000.

"Illegale Drogen verursachen kriminelle Gewalt und schwächen wichtige staatliche Einrichtungen", erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch am Donnerstag.

Mehr Anbauflächen für Opium

Ein Rückschlag ist nach UN-Angaben vor allem der drastische Anstieg der Opiumproduktion in Afghanistan. Das Hauptlieferland für Opium, Grundstoff für Heroin, habe seine Anbauflächen im vergangenen Jahr um 36 Prozent auf 209.000 Hektar ausgeweitet. Afghanistan lieferte 2013 rund 80 Prozent des weltweiten Opium-Aufkommens.

Die Verfügbarkeit von Kokain ging laut UN hingegen zurück. Die Größe der Koka-Anbauflächen sei mit zuletzt 133.700 Hektar auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1990. Die gesamte Kokainproduktion konzentriere sich dabei praktisch auf drei südamerikanische Länder: Bolivien, Peru und Kolumbien. 17,2 Millionen Menschen konsumierten demnach 2012 Kokain. In Nordamerika aber auch in Mittel- und Westeuropa sank der Verbrauch.

Am stärksten ging der Gebrauch von Ecstasy zurück. Die Zahl der Konsumenten lag 2012 bei 18,8 Millionen und damit drei Prozent niedriger als im Vorjahr. Auch die Zahl der Cannabiskonsumenten ging leicht zurück und lag 2012 bei rund 178 Millionen Menschen.

khü/dpa



insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
Systembereuer 26.06.2014
1. Prohibition
Zitat: "die gern als Alltagsprodukte wie Badesalz oder Düngemittel über das Internet vermarktet werden, " Diese künstlichen Cannabinoide werden nur deswegen konsumiert weil sie im Gegensatz zu dem bösen "original", zunächst, legal sind. Ich wette, niemand würde freiwillig soetwas zu sich nehmen wenn das Original nicht illegal wäre. Die Menschen versuchen eben sich für einen Rausch nicht strafbar zu machen. Das die "legalen" Cannabinoide viel schädlicher sein können als normales Cannabis ist die Ironie dabei.
deranaluest 26.06.2014
2. Huch!?
Alkohol kommt erst nach Cannabis und Amphetaminen? Oder wie ist es zu erklären dass diesen die am häufigsten konsumierten Rauschmittel sein sollen? Irgendwie trau ich den Zahlen nicht.
spud 26.06.2014
3. und wieviel Menschen
sterben weltweit durch Alkohol- und Tabakkonsum?
Frau_Enschleger 26.06.2014
4. Alkohol ist kein Rauschmittel
Zitat von sysopDPAWeltweit überschwemmen Designerdrogen den Markt, wie ein neuer Bericht der Uno zeigt. Die Zahl der Labore zur Herstellung synthetischer Ware steigt rasant. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/crystal-meth-laut-weltdrogenbericht-steigt-zahl-der-drogenlabore-a-977606.html
Achso stimmt, Alkohol ist ja gar kein Rauschmittel, sondern ein Genußmittel :facepalm: Gibt ja auch nur 75 Millionen alkoholabhängige weltweit und über 6500 Alkoholtote täglich. Wieso klammern deutsche Medien Alkohol als Droge immer aus? Verdrängungsmechanismus?
ricson 26.06.2014
5.
Wer heute erfolgreich sein will braucht erfolgshunger. Leistungsberritschaft, kreativitaet und risikofreude. Alles dinge die man miz drogen steigern und sich damit einen vorteil gegenueber konkurrenten schaffen kann. Glaubt ernsthaft einer so ein top manager ist trotz 3-4h schlaf, jederzeit in der lage vollkonzentriert hoechstleistungen zu bringen? Nicht nur im sport wird gedopt.
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