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Nobelpreis Deutsche Preisträger in Medizin, Chemie und Physik seit 1901

Wilhelm Conrad Röntgen und Emil von Behring waren nicht nur die ersten Deutschen, die den begehrten Nobelpreis erhielten - sie waren die ersten Preisträger überhaupt. Seit dem Beginn der Ehrungen 1901 sind in den drei naturwissenschaftlichen Kategorien über 80 weitere Deutsche hinzugekommen.

Tabellarische Übersicht über alle deutschen Nobelpreisträger

Nr Name Nobelpreis in Jahr Wofür Geburtsort
1 Wilhelm Conrad Röntgen Physik 1901 Röntgen war der erste Nobelpreisträger für Physik. Während seiner Tätigkeit als Rektor der Universität Würzburg entdeckte er die sogenannten X-Strahlen, die später in Röntgenstrahlen umbenannt wurden. Er erhielt den Preis „in Anerkennung des außerordentlichen Verdienstes, das er sich durch die Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen erworben hat“. Die 50.000 Kronen Preisgeld spendete er der Universität Würzburg. Lennep (heute zu Remscheid)
2 Emil von Behring Medizin 1901 Der Bakteriologe Emil von Behring war erster Träger des Nobelpreises für Medizin. Als Militärärzt war er besonders für Fragen der Hygiene sensibilisiert, so dass er sich der Erforschung der Diphtherie widmete - eine Erkrankung, an der seinerzeit nahezu jedes zweite Kind starb. Den Nobelpreis bekam er für die Entwicklung eines Serums gegen die Diphtherie, wegen seiner wissenschaftlichen Erfolge wurde er auch „Retter der Kinder“ genannt. Hansdorf (Kreis Rosenberg im damaligen Westpreußen)
3 Hermann Emil Fischer Chemie 1902 Seine Arbeit brachte ihm den Nobelpreis - und wahrscheinlich auch einen frühen Tod: Hermann Emil Fischer gilt als größter Naturstoffchemiker des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der Biochemiker entwickelte eine Vielzahl an Verfahren zur Aufklärung der Zellstruktur, so dass es erstmals möglich wurde, den Aufbau von Enzymen und Proteinen zu verstehen. Bei der Arbeit im Labor entdeckte er Phenylhydrazin, ein hochtoxisches Blutgift. Erst mit diesem Mittel gelang es ihm, die verschiedenen Zuckerarten voneinander zu trennen. Vermutet wird, dass er durch die Forschung mit dem Gift an Krebs erkrankte. 1919 wählte Fischer, damals 66 Jahre alt, den Freitod. Euskirchen
4 Robert Koch Medizin 1905 Robert Koch entdeckte, dass Mykobakterien Tuberkulose auslösen und bekam dafür den Medizinnobelpreis. Seine Arbeit begründete die Bakteriologie, außerdem erkannte er die Wichtigkeit der Hygiene für die Gesundheit und die Bedeutung von sauberem Trinkwasser im Kampf gegen Cholera. Doch seine Person ist nicht unumstritten: Bis zu seinem Tod konnte er einen gewaltigen medizinischen Irrtum nicht einsehen: die fehlgeschlagene Entwicklung eines Heilmittels gegen die Tuberkulose. Clausthal
5 Philipp von Lenard Physik 1905 Der österreichisch-ungarischer Physiker Philipp Eduard Anton Lenard nahm 1907 die deutsche Staatsbürgerschaft an, im selben Jahr wurde er Direktor des physikalischen Instituts der Universität in Heidelberg. Zwei Jahre zuvor wurden ihm für seine Arbeiten über Kathodenstrahlen und die Entwicklung der Elektronentheorie der Nobelpreis für Physik verliehen. Er kämpfte gegen die Revolutionierung der Physik durch Albert Einstein und war der erste bekannte Wissenschaftler, der sich öffentlich für die NSDAP engagierte. Heidelberg
6 Adolf von Baeyer Chemie 1905 "Johann Friedrich Wilhelm Adolf Baeyer entwickelte die erste Indigosynthese er synthetisierte das Phenolphthalein, das Fluorescein und war Wegbereiter für die Alizarin-Synthese. Er erhielt den Nobelpreis für Chemie als Anerkennung des Verdienstes, ""den er sich um die Entwicklung der organischen Chemie und der chemischen Industrie durch seine Arbeiten über die organischen Farbstoffe und die hydroaromatischen Verbindungen erworben hat.""" Berlin
7 Eduard Buchner Chemie 1907 "Eduard Buchner erhielt den Nobelpreises für Chemie 1907 ""für seine Untersuchungen und die Entdeckung der zellfreien Gärung"", die ihm im Jahr 1896 gelungen war. " München
8 Paul Ehrlich Medizin 1908 Der Arzt Paul Ehrlich nutze Färbemethoden zur Unterscheidung verschiedene Arten von Blutzellen, was erstmals die Diagnose von Blutkrankheiten möglich machte. Ehrlich entwickelte außerdem eine medikamentöse Behandlung der Syphilis und begründete die Chemotherapie. Was viele nicht wissen: Ehrlich war an der Entwicklung des Serums gegen Diphtherie beteiligt, Emil von Behring war diese bedeutende Entwicklung nicht allein gelungen. Den Nobelpreis erhielt Ehrlich zusammen mit Ilja Metschnikow für seine Beiträge zur Immunologie. Streslen bei Breslau, (heute Wroclaw, Polen)
9 Wilhelm Ostwald Chemie 1909 Wilhelm Ostwald war ein deutsch-baltischer Chemiker und Philosoph. Geboren in Riga (heute Lettland) ging er nach Schule und Studium Ende der 1880er Jahre nach Leipzig. Bis 1906 war er hier Professor an der Universität Leipzig. Er war erster deutscher Austauschprofessor in den USA, ein Jahr lehrte er an der Harvard University (1905). Aufgrund von Differenzen mit der Universität Leipzig emeritieren er vorzeitig. 1909 erhielt er den Nobelpreis für seine Forschung zur Katalyse. Bis zu seinem Tod 1932 arbeitete er als freier Forscher. Ostwald war Mitglied der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften. Riga (Lettland)
10 Ferdinand Braun Physik 1909 Braun erhielt den Preis zusammen mit dem Italiener Guglielmo Marconi für den Beitrag zur Entwicklung der drahtlosen Telegrafie. Fulda
11 Otto Wallach Chemie 1910 "Otto Wallach wurde 1847 in Königsberg geboren, nach der Schulzeit in Potsdam studierte er in Göttingen und Berlin. Zunächst arbeitete er an der Universität in Bonn, zwischen 1889 bis 1915 war Wallach Institutsdirektor der Chemie in Göttingen. Der organische Chemiker entdeckte mehrere Reaktionen zum Aufbau heterozyklischer Verbindungen und von Farbstoffen. Den Nobelpreis erhielt er ""als Anerkennung des Verdienstes, die er sich in der Entwicklung der organischen Chemie und der chemischen Industrie durch seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der alicyclischen Verbindungen erworben hat"". Otto Wallach starb am 26. Februar 1931 in Göttingen, er wurde auf dem Stadtfriedhof beerdigt - außer ihm sind dort übrigens auch Max von Laue, Otto Hahn und Max Born bestattet." Königsberg (heute Kaliningrad, Russland)
12 Albrecht Kossel Medizin 1910 Albrecht Kossels Leitmotiv in der Forschung war die Suche nach den Grundbausteinen des Lebens, sein bevorzugtes Forschungsgebiet war die Physiologische Chemie, insbesondere die Chemie von Geweben und Zellen. Für seine Arbeit hierzu erhielt er den Nobelpreis. Seine Überzeugung als Forscher war, dass es die wichtigste Aufgabe der angewandten Wissenschaft sei, menschliches Elend zu mindern und zu bekämpfen. Rostock
13 Wilhelm Wien Physik 1911 Wilhelm Wien (geboren in Primorsk in Ostpreußen) erforschte Gesetzmäßigkeiten der Wärmestrahlung - hierfür erhielt er den Nobelpreis. Der Physiker wurde in Ostpreußen geboren, nach Schule und Studium ging er 1899 als Professor an die Universität Gießen. Ein Jahr später trat er die Nachfolge Wilhelm Röntgens an der Würzburger Universität an. 1919 ging Wien dann nach München - wiederum trat er die Nachfolge Röntgens an. Fischhausen (heute Primorsk, Russland)
14 Max von Laue Physik 1914 Max von Laue entdeckte im Jahr 1912 - zusammen mit Walter Friedrich und Paul Knipping - die Beugung von Röntgenstrahlen an Kristallen. Für den Nachweis, dass sich Röntgenstrahlung wie eine Welle ausbreitet, vergab die Schwedische Akademie ihre Ehrung an den engagierten Wissenschaftler, der sehr viel zum Aufbau der physikalischen Wissenschaften in Deutschland beigetragen hat. Am 12. April 1957 gehörte er zu den Unterzeichnern der Göttinger Erklärung, in der der Verzicht der Bundesrepublik Deutschland auf Atomwaffen gefordert, gleichzeitig aber die friedliche Nutzung der Kernenergie befürwortete wurde. Pfaffendorf (heute zu Koblenz)
15 Richard Martin Willstätter Chemie 1915 "Willstätter leistete auf dem Gebiet der organischen Chemie Pionierarbeit. Für seine ""Untersuchungen der Farbstoffe im Pflanzenreich, vor allem des Chlorophyll"" erhielt er den Nobelpreis." Karlsruhe
16 Max Planck Physik 1918 Mit Plancks Entdeckung der Quantenenergie machte die Physik einen Sprung in die Zukunft: hierfür wurde ihm 1918 der Nobelpreis in Physik zuerkannt, 1919 wurde ihm die Auszeichnung verliehen. Mit seinen Erkenntnissen zwang Planck die Physiker zum radikalen Umdenken: Einstein entwickelte dadurch seine neue Lehre vom Licht. Kiel
17 Fritz Haber Chemie 1918 Fritz Haber (geboren in Breslau) war ein deutscher Chemiker. Haber erhielt 1919 den Nobelpreis für Chemie des Jahres „für die Synthese von Ammoniak aus dessen Elementen“. Haber war Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin-Dahlem und Honorarprofessor für physikalische Chemie an der Universität Berlin. Dieses Institut ist heute als Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft nach ihm benannt. Breslau (heute Wroclaw, Polen)
18 Johannes Stark Physik 1919 Der Physiker erhielt den Nobelpreis zum einen für seine Entdeckung des optischen Doppler-Effektes in Kanalstrahlen, die er 1906 als Privatdozent an der Uni Göttingen machte - und für den Nachweis der heute als Stark-Effekt bekannten Aufspaltung der Spektrallinien in elektrischen Feldern. Zu dieser Zeit arbeitete er aber bereits als Professor an der RWTH Aachen. Schickenhof (heute zu Freihung, Landkreis Amberg-Sulzbach)
19 Walther Hermann Nernst Chemie 1920 Walther Nernst war ein Vorreiter der Physikalischen Chemie. Er formulierte die Theorie der galvanischen Elemente, später wandte er sich der Untersuchung von keramischen Stoffen zu – sie werden heutzutage in Abgassonden benötigt. Immer wieder beschäftigte ihn die Bestimmung der Spezifischen Wärme in Abhängigkeit von der Temperatur und der Freien Energie. Erst theoretisch erdacht, dann mit vielen Experimenten bewiesen, zeigte Nernst, dass es unmöglich ist – wie man auch immer kühlt – den Absoluten Nullpunkt zu erreichen. Der gebürtige Westpreuße erhielt den Nobelpreis „als Anerkennung für seine thermochemischen Arbeiten“. Er soll in Göttingen 1899 das erste privat betriebene Automobil der Stadt gekauft haben. Briesen (heute Wabrzezno, Polen)
20 Albert Einstein Physik 1921 "Albert Einstein erhielt den Nobelpreis ""für seine Verdienste um die Theoretische Physik und besonders für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effektes""." Ulm
21 Otto Fritz Meyerhof Medizin 1922 "Der Biochemiker wurde ausgezeichnet für ""seine Entdeckung des Verhältnisses zwischen Sauerstoffverbrauch und Milchsäuerproduktion im Muskel"". Die Universität Heidelberg hat 2001 mit der Einrichtung des Otto-Meyerhof-Zentrums für ambulante Medizin und klinische Forschung seinem Andenken ein ehrenvolles Denkmal errichtet." Hannover
22 Gustav Ludwig Hertz Physik 1925 Hertz entwickelte zusammen mit dem Physiker James Franck um 1913 den Franck-Hertz-Versuch, der zeigte, dass Atome verschiedene Energieniveaus besitzen. Die Entdeckung bestätigte das Bohrsche Atommodell, nach dem Atome aus einem positiven Kern und negativ geladenen Elektronen bestehen, die den Kern umkreisen. Außerdem wurde auf Basis der Erkenntnisse die Quantenmechanik weiterentwickelt. Hamburg
23 James Franck Physik 1925 Der Physiker entwickelte zusammen mit Gustav Ludwig Hertz um 1913 den Franck-Hertz-Versuch, der zeigte, dass Atome verschiedene Energieniveaus besitzen. Die Entdeckung bestätigte das Bohrsche Atommodell, nach dem Atome aus einem positiven Kern und negativ geladenen Elektronen bestehen, die den Kern umkreisen. Außerdem wurde auf Basis der Erkenntnisse die Quantenmechanik weiterentwickelt. Franck und Hertz bekamen beide einen Nobelpreis für die Entdeckung. Hamburg
24 Heinrich Otto Wieland Chemie 1927 "Wieland bekam einen Chemienobelpreis ""für seine Forschungen über die Zusammensetzung der Gallensäure und verwandter Substanzen"". Gallensäure dient der Fettverdauung und entsteht, wenn Cholesterin im Körper verstoffwechselt wird. Wieland konnte zeigen, dass Gallensäure eng mit den Steroiden verwandt ist, deren Erforschung unter anderem Grundlage für Herzmedikamente war." Pforzheim
25 Adolf Otto Reinhold Windaus Chemie 1928 Der Biochemiker legte die Grundlage für die Herstellung von Vitamin D: Er konnte zeigen, dass das Sterin Ergosterin eine Vorstufe des Vitamins ist. Mit im Labor hergestelltem Vitamin D können Mangelerkrankungen wie Rachitis behandelt werden. Berlin
27 Hans Fischer Chemie 1930 Der Chemiker erhielt den Nobelpreis für seine Studien „über den strukturellen Aufbau der Blut- und Pflanzenfarbstoffe und für die Synthese des Hämins“. Hämine sind unter anderem Bestandteile von Hämoglobin - dem Blutfarbstoff. Höchst am Main
28 Otto Heinrich Warburg Medizin 1931 "Warburg bekam den Preis für ""die Entdeckung der Natur und der Funktion des Atmungsferments"": Er hatte untersucht, wie in den Mitochondrien der Zellen Energie gewonnen wird. 1930 gründete Warburg das Kaiser-Wilhelm-Institut, später Max-Planck-Institut für Zellphysiologie." Freiburg
29 Carl Bosch Chemie 1931 "Zusammen mit Friedrich Bergius wurde Bosch für seine ""Verdienste um die Entdeckung und Entwicklung der chemischen Hochdruckverfahren"" ausgezeichnet." Köln
30 Friedrich Bergius Chemie 1931 "Zusammen mit Carl Bosch wurde Bergius für seine ""Verdienste um die Entdeckung und Entwicklung der chemischen Hochdruckverfahren"" ausgezeichnet." Breslau (heute Wroclaw, Polen)
31 Werner Karl Heisenberg Physik 1932 "Heisenberg wurde für ""die Begründung der Quantenmechanik"" ausgezeichnet. 1927 formulierte er die Heisenberg'sche Unschärferelation, die besagt, dass etwa der Ort und der Impuls eines Teilchens nicht gleichzeitig exakt bestimmt werden können." Würzburg
32 Hans Spemann Medizin 1935 Der Biologe Hans Spemann erhielt den Nobelpreis für den später auch nach ihm benannten Organisator-Effekt während der Embryonalentwicklung. Der Biologe hatte nachweisen können, dass sich menschliches Gewebe ortsspezifisch entwickelt, also nicht gemäß der Herkunftsstelle im Spenderorganismus. Von 1919 bis zu seiner Emeritierung 1937 war Spemann Professor und Lehrstuhlinhaber für Zoologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Stuttgart
33 Otto Loewi Medizin 1936 Gemeinsam mit dem britischen Biochemiker Henry Dale entdeckte er, dass Nervenimpulse über Neurotransmitter übertragen werden. Als ersten Neurotransmitter identifizierte Dale Acetylcholin. Frankfurt am Main
34 Gerhard Domagk Medizin 1939 Der Bakteriologe entdeckte 1932 die antibakterielle Wirkung von Prontosil, das daraufhin als Medikament gegen verschiedene Bakterien eingesetzt wurde. Später löste Penicillin diese Medikamentenart weitgehend ab. Lagow, heute Polen
35 Adolf Friedrich Johann Butenandt Chemie 1939 Butenandt identifizierte die Sexualhormone Östrogen, Progesteron und Androsteron. Bremerhaven
36 Otto Stern Physik 1943 Otto Stern wurde 1888 in Oberschlesien geboren, studierte in Breslau, Prag und Zürich. 1915 habilitierte er an der Universität Frankfurt am Main bei Max Born. Wegen seiner teilweise jüdischen Herkunft ging er 1933 in die USA, wo er bis 1945 als Professor für Physik am Carnegie-Institut in Pittsburgh arbeitete. Stern erhielt 1943 als „Anerkennung seines Beitrags zur Entwicklung der Molekularstrahl-Methode und für seine Entdeckung des magnetischen Moments des Protons“ den Nobelpreis für Physik. Oberschlesien
37 Otto Hahn Chemie 1944 "Hahn bekam den Chemienobelpreis ""für seine Entdeckung der Spaltung schwerer Atomkerne"". Obwohl oder gerade weil er mit seinen Erkenntnissen zur Entwicklung der Atombombe beigetragen hatte, setzte er sich nach Kriegsende für Atomwaffenverbot ein." Frankfurt am Main
38 Ernst Boris Chain Medizin 1945 Für die Entdeckung des Penicillins und seiner heilenden Wirkung bei Infektionskrankheiten bekam der deutsch-britische Bakteriologe Chain gemeinsam mit Alexander Fleming und Howard Walter Florey den Medizinnobelpreis. Chain floh 1933 nach Großbritannien, wo er in Cambridge und Oxford weiterarbeitete. 1939 nahm er die britische Staatsbürgerschaft an. Berlin
39 Otto Paul Hermann Diels Chemie 1950 Diels und seinem Kollegen Kurt Alder wurde der Chemienobelpreis verliehen, weil sie eine chemische Reaktion entwickelt hatten, über die sich Kohlenstoffatome miteinander verknüpfen lassen - die Diels-Alder-Reaktion. So konnten Naturstoffe, wie etwa das weibliche Sexualhormon Estradiol, synthetisiert werden. Heute ist das Institut für Organische Chemie der Christian-Albrechts-Universität Kiel nach Diels benannt. Hamburg
40 Kurt Alder Chemie 1950 Kurt Adler wuchs in Königshütte auf, mit seiner Familie floh er später nach Kiel, wo er Chemie studierte und auch promovierte. 1936 ging er als Abteilungsleiter zum I.G. Farben-Werk nach Leverkusen, dort arbeitete er an der Weiterentwicklung des synthetischen Gummis Buna. Ab 1940 leitete Adler den Lehrstuhl für Chemie an der Universität zu Köln. Den Nobelpreis für Chemie erhielt er zusammen mit seinem früheren Lehrer Otto Diels - „für ihre Entdeckungen und die Entwicklung der Dien-Synthese“, die auch Diels-Alder-Reaktion genannt wird. Königshütte (heute Chorzow, Polen)
41 Fritz Albert Lipmann Medizin 1953 Fritz Lipmann studierte Medizin und Chemie in seiner Heimatstadt Königsberg und in Berlin. Seine wissenschaftlichen Arbeiten begann er bei Otto Meyerhof im Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin, es folgten Etappen in Heidelberg und Berlin. Wegen der politischen Verhältnisse in Deutschland nach 1933 musste Lipmann, der sich mit B-Vitaminen und Enzymen befasste, seine Arbeiten im Ausland fortsetzen, erst in Kopenhagen, dann an der Harvard University in Boston und an der Rockefeller University, New York. 1947 entdeckte Lipmann das Coenzym A, aufgrund dessen Existenz sich eine neuartige Stoffwechsellehre entwickelte. 1953 beschrieb er die Struktur von Coenzym A. Im gleichen Jahr erhielt er gemeinsam mit Hans Adolf Krebs den Nobelpreis für Medizin. Königsberg (heute Kaliningrad, Russland)
42 Hans Adolf Krebs Medizin 1953 Der Biochemiker Krebs hat den Citratzyklus entdeckt. Über den Stoffwechselweg gewinnen sauerstoffatmende Organismen Energie. Krebs floh vor den Nationalsozialisten nach England und lehrte später an der Universität Sheffield, wo er auch den Citratzyklus erforschte. Hildesheim
43 Hermann Staudinger Chemie 1953 "Staudinger wurde ""für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der makromolekularen Chemie"" ausgezeichnet. Er hat unter anderem dazu beigetragen die chemische Struktur von Stärke, Kautschuk und Cellulose aufzuklären." Worms
44 Walther Bothe Physik 1954 Der Kernphysiker erhielt für die Erfindung der sogenannten Koinzidenzmethode den Physiknobelpreis. Sie erlaubt es die Bahn eines geladenen Teilchens zu verfolgen. Mithilfe der Koinzidenzmethode erbrachte Bothe den Beweis der kosmischen Strahlung. Oranienburg
45 Max Born Physik 1954 Zusammen mit Walter Bothe erhielt Max Born den Nobelpreis -für seine statistische Interpretation der Quantenmechanik sowie seine Gittertheorie der Kristalle. Sein Lebenswerk umfasst zahlreiche bahnbrechende Arbeiten zur Beschreibung atomarer Vorgänge mit Hilfe der Quantenmechanik, wesentliche Beiträge zur Entwicklung des Formalismus der Quantenmechanik und zur modernen Optik. Breslau (heute Wroclaw, Polen)
46 Polykarp Kusch Physik 1955 Kusch bestimmte den anomalen magnetischen Moment des Elektrons. Dieser beschreibt das Verhältnis des gemessenen magnetischen Moments eines Teilchens zum magnetischen Moment, der laut klassischer Physik zu erwarten wäre. Kusch wanderte mit seiner Familie bereits ein Jahr nach seiner Geburt in die USA aus. Blankenburg
47 Werner Forßmann Medizin 1956 "Forßmann gilt als Erfinder des Herzkatheters. Im Alter von 25 Jahren testete er 1929 das Verfahren an sich selbst. Erst 27 Jahre später wurden er sowie André Frédéric Cournand und Dickinson Woodruff Richards ""für ihre Entdeckungen zur Herzkatheterisierung und zu den pathologischen Veränderungen im Kreislaufsystem"" mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet." Berlin
48 Rudolf Ludwig Mößbauer Physik 1961 Der Physiker ist Entdecker des nach ihm benannten Mößbauer-Effekts. Dieser beschreibt die rückstoßfreie Emission - also Aussendung oder Aufnahme - eines Gamma-Quants durch einen Atomkern. 1961 war Mößbauer mit 32 Jahren einer der jüngsten Nobelpreisträger. München
49 Karl Ziegler Chemie 1963 Ziegler entdeckte zusammen mit Giulio Natta ein Verfahren, mit dem sich Plastik in großen Mengen günstig herstellen lässt: Die Chemiker entwickelten Mischkatalysatoren - heute bekannt als Ziegler-Natta-Katalysatoren -, mit denen Ethylen erstmals bei Normaldruck zu Polyethylen polymerisiert werden konnte. Aus Polyethylen bestehen heute beispielsweise Wasserflaschen, Plastiktüten und Flugzeugbauteile. Helsa (bei Kassel)
50 Maria Goeppert-Mayer Physik 1963 Maria Goeppert-Mayer ist die zweite Frau, die den Nobelpreis für Physik erhielt. Auf Anregung von Enrico Fermi fand sie die Erklärung für die magischen Zahlen, deren Bedeutung für die Stabilität der Atomkerne schon länger bekannt war. J. Hans D. Jensen fand zur gleichen Zeit und unabhängig von Goeppert-Mayer die Lösung. Zusammen schrieben sie dann 1955 das Buch „Elementary theory of nuclear shell structure“ über ihre Theorie, 1963 teilen sie sich eine Hälfte des Nobelpreises für Physik »für ihre Entdeckung der nuklearen Schalenstruktur«. Die andere Hälfte ging an Eugene Paul Wigner. Goeppert-Mayer wurde in Kattowitz (Oberschlesien) geboren, sie promovierte 1930 an dier Universität Göttingen „Über Elementarakte mit zwei Quantensprüngen“ beim späteren Nobelpreisträger Max Born. Im selben Jahr ging sie mit ihrem Mann in die USA, wo sie zahlreiche Lehrtätigkeiten innehatte, unter anderen an der Johns-Hopkins-University. Kattowitz (heute Polen)
51 J. Hans D. Jensen Physik 1963 Jensen entwickelte gemeinsam mit der deutsch-amerikanischen Physikerin Maria Goeppert-Mayer das Schalenmodell des Atomkerns. Hamburg
52 Feodor Lynen Medizin 1964 Der Biochemiker bekam zusammen mit Konrad Emil Bloch für die Erforschung des Cholesterin- und Fettsäurestoffwechsels den Medizinnobelpreis. München
53 Konrad Bloch Medizin 1964 Bloch und der Deutsche Feodor Lynen vom Max-Planck-Institut in München erhielten zu gleichen Teilen den damals mit 220.000 Mark dotierten Nobelpreis für Medizin für ihre Entdeckungen der Regulierung des Cholesterin- und Fettsäure-Stoffwechsels. Bloch hatte den chemischen Vorgang identifiziert, bei dem der Körper Essigsäure in Cholesterin verwandelt. Mit ihrer Arbeit legten die beiden Ausgezeichneten, die unabhängig voneinander geforscht hatten, wichtige Grundlagen für die Therapie von Kreislauferkrankungen und trugen zur Entwicklung von Cholesterin senkenden Medikamenten bei. Neiße (Polen)
54 Manfred Eigen Chemie 1967 Eigen wurde für Studien zur Geschwindigkeitsmessung von schnellen chemischen Reaktionen ausgezeichnet. Bis 1993 war er Präsident der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Bochum
55 Hans Bethe Physik 1967 "Hans Bethe spielte im Zweiten Weltkrieg eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der amerikanischen Atombombe. Er erhielt 1967 den Physik-Nobelpreis für seinen Beitrag zur Theorie der Kernreaktionen, insbesondere für seine Entdeckungen über die Energieerzeugung in den Sternen. Bethe verließ 1933 Deutschland, nachdem er wegen seiner jüdischen Herkunft eine Anstellung an einer Universität verloren hatte. Er ging in die USA und nahm 1935 seine Arbeit an der Cornell-Universität auf. Während des Kriegs war er in Los Alamos im Staat New Mexico Leiter der Abteilung für theoretische Physik beim ""Projekt Manhattan"", wie der Deckname für die Entwicklung der Atombombe lautete. Er war später maßgeblich an Rüstungskontrollmaßnahmen beteiligt. " Straßburg
56 Max Delbrück Medizin 1969 Der in Berlin geborene Genetiker erforschte unter anderem wie sich Bakteriophagen - Viren, die Bakterien befallen - vermehren. Gemeinsam mit zwei amerikanischen Kollegen schuf Delbrück die Grundlagen der Genetik und modernen Molekularbiologie. Delbrück emigrierte 1937 in die USA und forschte unter anderem am California Institute of Technology. Später begleitete er die Gründung des ersten molekulargenetischen Forschungsinstituts in Deutschland an der Universität zu Köln. Berlin
57 Gerhard Herzberg Chemie 1971 "Der Chemiker und Physiker erhielt den Nobelpreis „für seine Beiträge Wissen über die Elektronenstruktur und die Geometrie der Moleküle, insbesondere der freien Radikale"". Herzberg interessierte sich besonders für die Struktur zweiatomiger Moleküle. 1935 wanderte er nach Kanada aus und nahm zehn Jahre später die kanadische Staatsbürgerschaft an. Herzberg war langjähriges Ehrenmitglied im Fachbeirat des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching. " Hamburg
58 Ernst Otto Fischer Chemie 1973 Fischer bekam den Nobelpreis für seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet bestimmter Verbindungen von Metallen und Kohlenstoffmolekülen, gemeinsam mit dem Briten Geoffrey Wilkinson. Diese metallorganischen Verbindungen spielen heute in der Chemie vor allem als Reaktionsbeschleuniger (Katalysatoren) eine wichtige Rolle. Als Sohn eines Physikers in München geboren, wurde Fischer nach dem Studium der Chemie an der damaligen Technischen Hochschule München 1954 Privatdozent. Drei Jahre später bekam er einen Lehrstuhl an der Münchner Universität und wechselte 1964 zur jetzigen Technischen Universität (TU) zurück, wo er die Nachfolge seines Lehrers Walter Hieber antrat. München
59 Arno Allan Penzias Physik 1978 Penzias entdeckte gemeinsam mit Robert Woodrow Wilson die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung. Den Physikern sollen die kurzen elektromagnetischen Wellen zufällig 1964 aufgefallen sein, als sie an den Bell Laboratorien im US-Bundesstaat New Jersey eine neue Antenne ausprobierten. Penzias flüchtete 1939 im Alter von sechs Jahren zunächst nach England und ein Jahr später mit seinen Eltern in die USA, wo er eingebürgert wurde. München
60 Georg Wittig Chemie 1979 Wittig entwickelte eine breit einsetzbare Methode zur Synthese von Alkenen (auch Olefine genannt) - die Wittig-Reaktion. Berlin
61 Georges J.F. Köhler Medizin 1984 Der Biologe erhielt den Medizinnobelpreis für seine Untersuchungen am Immunsystem. Köhler gelang es monoklonale Antikörper herzustellen. Diese werden heute in Diagnoseverfahren eingesetzt. Köhler hatte zunächst vor allem im Institut für Immunologie der Firma Roche in Basel geforscht. Im Jahr der Nobelpreisbekanntgabe ging er ans Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg. München
62 Klaus von Klitzing Physik 1985 Klaus von Klitzing wurde 1943 in Schroda, Posen geboren. Nach der Flucht kam die Familie 1945 nach Niedersachsen. Klitzing begann ein Studium der Physik an der TU Braunschweig. Von 1975 bis 1978 war er in Oxford und von 1979 bis 1980 am Hochfeld-Magnetlabor in Grenoble tätig. Hier machte er seine entscheidende Entdeckung für den Quanten-Hall-Effekt. 1980 wurde von Klitzing an die TU München berufen, bis er 1985 an das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung nach Stuttgart wechselte. Im gleichen Jahr erhielt er den Nobelpreis für Physik für den Quanten-Hall-Effekt und wurde zum Honorarprofessor der Universität Stuttgart ernannt. Klaus von Klitzing forscht bis heute in Stuttgart. Sroda Wielkopolska, Polen
63 Gerd Binnig Physik 1986 Gerd Binnig, geboren 1947 in Frankfurt am Main, entwickelte zusammen mit Heinrich Rohrer aus der Schweiz das Rastertunnelmikroskop (1981). Im Jahr 1983 erhielt er dafür den Otto-Klung-Preis als bester deutscher Nachwuchswissenschaftler, 1986 erhielten Binnig und Rohrer zusammen mit Ernst Ruska den Nobelpreis für Physik für die Entwicklung des Rastertunnelmikroskops. Frankfurt am Main
64 Ernst Ruska Physik 1986 Der Elektroingenieur entwickelte das Elektronenmikroskop. Heidelberg
65 Johannes Georg Bednorz Physik 1987 Johannes Georg Bednorz bekam die Ehrung für den bedeutenden Durchbruch bei der Entdeckung der Supraleitfähigkeit in keramischen Materialien (gemeinsam mit Karl Alexander Müller). Neuenkirchen
66 Robert Huber Chemie 1988 Der Chemiker beschäftigte sich intensiv mit der Photosynthese. „Für die Erforschung der dreidimensionalen Struktur des Reaktionszentrums der Photosynthese bei einem Purpurbakterium“ wurde Huber gemeinsam mit Hartmut Michel und Johann Deisenhofer der Chemienobelpreis verliehen. München
67 Johann Deisenhofer Chemie 1988 "Deisenhofer bekam zusammen mit Robert Huber - desses Doktorand er war - und Hartmut Michel den Chemienobelpreis ""für die Erforschung der dreidimensionalen Struktur des Reaktionszentrums der Photosynthese bei einem Purpurbakterium“. " Zusamaltheim (Landkreis Dillingen)
68 Hartmut Michel Chemie 1988 Dem Biochemiker wurde 1988 gemeinsam mit Robert Huber und Johann Deisenhofer der Chemienobelpreis für die Erforschung der Photosynthese verliehen. Ludwigsburg
69 Jack Steinberger Physik 1988 Steinberger konnte 1962 zusammen mit seinen Kollegen Leon Max Ledermann und Melvin Schwartz zeigen, dass es mindestens zwei Neutrinoarten gibt - das Elektron-Neutrino und das Myon-Neutrino. Neutrinos sind sehr kleine Elementarteilchen ohne Ladung. Steinberger, Sohn jüdischer Eltern, verließ Deutschland noch vor seinem Schulabschluss Richtung USA aus Angst seiner Eltern vor den Nationalsozialisten. Seit 1943 ist er amerikanischer Staatsbürger. Nach Kriegsende forschte er zeitweise am Cern. Bad Kissingen
70 Wolfgang Paul Physik 1989 Paul erhielt zusammen mit Hans Dehmelt den Nobelpreis für die nach ihm benannte Ionen-Falle. Die Paul-Falle besteht aus einem elektrischen Wechselfeld, in dem Ionen gespeichert werden können. Lorenzkirch (Landkreis Riesa-Großenhain)
71 Hans G. Dehmelt Physik 1989 Dehmelt entwickelte zusammen mit Wolfgang Paul die Ionenkäfigtechnik, auch als Ionen- oder Paul-Falle bekannt: In einem elektrischen Wechselfeld werden kleine gelandene Teilchen oder Ionen gespeichert. Dehmelt ging in den fünfziger Jahren in die USA und nahm 1961 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Görlitz
72 Bert Sakmann Medizin 1991 Der Mediziner bekam zusammen mit Erwin Neher den Medizinnobelpreis für die Erforschung einzelner Ionenkanäle in Zellmembranen. Stuttgart
73 Erwin Neher Medizin 1991 Neher wurde für die Erfoschung einzelner Ionenkanäle in Zellmembranen zusammen mit Bert Sakmann der Medizinnobelpreis verliehen. Landsberg am Lech
74 Christiane Nüsslein-Volhard Medizin 1995 Die Biologin erforschte zusammen mit den Amerikanern Eric Wieschaus und Edward Lewis die genetische Kontrolle in der frühen Entwicklung von Embryos. Die Wissenschaftler erhielten für ihre Erkenntnisse den Medizinnobelpreis. Nüsslein-Volhard ist heute Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Magdeburg
75 Horst L. Störmer Physik 1998 Horst L. Störmer entdeckte den fraktionierten Quanten-Hall-Effekt. Dieses für die Grundlagenphysik und die Halbleitertechnologie gleichermaßen wichtige Phänomen lieferte neuartige Erkenntnisse über den quantenhaften Charakter der Elektronenbewegung in quasi-zweidimensionalen Systemen in Anwesenheit starker Magnetfelder. Dafür erhielt er im Jahre 1998 den Nobelpreis für Physik. Frankfurt am Main
76 Günter Blobel Medizin 1999 Blobel erhielt 1999 den Nobelpreis für Medizin "für die Entdeckung der in Proteinen eingebauten Signale, die ihren Transport und die Lokalisierung in der Zelle steuern". Sein Hauptforschungsgebiet sind vor allem die Mechanismen der innerzellulären Sortierung von Proteinen und die Suche nach Möglichkeiten, ihre Funktion optimal zu erhalten. Waltersdorf
77 Herbert Kroemer Physik 2000 Kroemer bekam für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Halbleiterphysik zusammen mit dem Russen Schores Alferow den Physiknobelpreis. Die Halbleiterphysik ist Grundlage der Informationstechnologie. Kroemer ging 1954 in die USA und lehrte unter anderem an der University of California. Weimar
78 Wolfgang Ketterle Physik 2001 Wolfgang Ketterle, geboren 1957 in Heidelberg, gelang es während seiner Promotion, die Existenz von Heliumhydrid nachzuweisen und erstmals Spektren dieses Moleküls zu gewinnen. Später gelang es ihm, dessen Spektren vollständig zu erklären. Ketterle gehörte 1995 zu den ersten, denen die Erzeugung eines Bose-Einstein-Kondensats gelang, 1997 demonstrierte er erstmals einen Atomlaser. Den Nobelpreis bekam er „für die Erzeugung der Bose-Einstein-Kondensation in verdünnten Gasen aus Alkaliatomen und für frühe grundsätzliche Studien über die Eigenschaften der Kondensate“ - zusammen mit Eric A. Cornell und Carl E. Wieman. Heidelberg
79 Theodor W. Hänsch Physik 2005 Hänsch entwickelte unter anderem den sogenannten Frequenzkammtechnik, mit der Lichtfrequenzen exakt gemessen werden können. Für die Erfindung und seine anderen Arbeiten auf dem Gebiet der Laserspektroskopie wurde ihm der Physiknobelpreis verliehen. Der Physiker lehrte einige Jahre in den USA an der Stanford University, wo auch Steve Jobs seine Vorlesungen besucht haben soll. Heidelberg
80 Peter Grünberg Physik 2007 Grünberg entdeckte den GMR-Effekt, der es Ende der neunziger Jahre ermöglichte, die Speicherkapazität von Festplatten zu steigern. Pilsen (heute Plzen, Tschechische Republik)
81 Gerhard Ertl Chemie 2007 Der Chemiker erhielt den Nobelpreis „für Studien von chemischen Verfahren auf festen Oberflächen“. In der Praxis spielt seine Forschung etwa in Auto-Katalysatoren eine Rolle. Stuttgart
82 Harald zur Hausen Medizin 2008 Der Krebsforscher zur Hausen bekam den Medizinnobelpreis für seine Erkenntnis, dass der humane Papillomavirus Gebärmutterhalskrebs verursacht. Zur Hausen war zwanzig Jahre Vorsitzender und wissenschaftliches Mitglied des Stiftungsvorstands des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Gelsenkirchen
83 Thomas Südhof Medizin 2013 Südhof ist ein Biochemiker, der in den Neurowissenschaften an der Erforschung von Synapsen arbeitet, den zentralen Schaltstellen des Nervensystems. Zwischen 1995 und 1998 war Südhof „Wissenschaftliches Mitglied“ der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen. Heute arbeite er in den USA, er ist Professor an der Stanford University und leitet das dortige Südhof Laboratorium an der Medical School. 2013 wurde ihm gemeinsam mit James Rothman und Randy Schekman der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin zuerkannt. Göttingen
84 Stefan Hell Chemie 2014 Geboren wurde Hell in Rumänien als Teil der deutschsprachigen Volksgruppe der Banater Schwaben. Er entwickelte das STED-Mikroskop, das auch Strukturen auflösen kann, die kleiner als die eingesetzte Lichtwellenlänge sind. Zuvor galt das als unmöglich. Für diese Leistung erhielt er 2014 den Nobelpreis für Chemie, zusammen mit den US-Amerikanern Eric Betzig und William E. Moerner. Heute ist Hell Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. Arad (Rumänien)