Deutsche Technik Tsunami-Warnsystem wird installiert

Deutsche Forscher haben damit begonnen, ein Tsunami-Frühwarnsystem im Indischen Ozean zu installieren. Einer der Wissenschaftler dokumentiert die Arbeiten online in einem Weblog.


Im Indischen Ozean vor Sumatra haben Experten vom Kieler Meeresforschungsinstitut IFM-Geomar jetzt mit ihrer potentiell lebensrettenden Arbeit begonnen. Das deutsche Forschungsschiff "Sonne" sei mit den ersten GPS-Bojen an Bord vom indonesischen Hafen Jakarta aus in See gestochen, sagte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) in Berlin. Die Bojen waren unter Federführung des Geoforschungszentrums Potsdam entwickelt worden.

Messboje: Verankerung in 6000 Metern Tiefe
DDP

Messboje: Verankerung in 6000 Metern Tiefe

Deutsche und indonesische Wissenschaftler sollen die Bojen und Ozeanboden-Drucksensoren in den nächsten zwei Wochen vor der Küste Sumatras an sechs Kilometer langen Tauen auf dem Meeresboden verankern. Hinzu kommen zwei Messstationen am Meeresgrund. Das System kann Tsunami-Wellen sicher identifizieren und vermeidet gleichzeitig Fehlalarme.

Das GFZ Potsdam hatte nach der Flutkatastrophe in Südasien im Dezember 2004, bei der über 225.000 Menschen ums Leben kamen, ein Konzept für ein Naturkatastrophen-Warnsystem im Indischen Ozean entwickelt. Mitarbeiter vermaßen den Ozeanboden in bis zu 6000 Metern Tiefe vor Sumatra auf einer Fläche von 500 mal 90 Kilometern. Während der Aussetzung der Bojen sollen weitere Messungen durchgeführt werden.

Sie sollen Basisdaten für eine Modellierung möglicher Tsunamis und die Positionen für weitere Bojen liefern. Die Geräte auf dem Meeresboden werden täglich Wasserdruck und Erdbewegungen messen und die Werte via Sonar an Messstellen in Deutschland sowie auf dem indonesischen Festland übertragen. Die Physiker von Geomar und vom Potsdamer Geoforschungszentrum, das an diesem Projekt maßgeblich beteiligt ist, gehen von einer zweijährigen Testphase aus. Dann soll das Frühwarnsystem voll funktionsfähig sein.

Der Leiter des Teams, Ernst Flüh vom IFM-Geomar, wird im Auftrag der Deutschen Welle auf dem Forschungsschiff ein Online-Tagebuch führen und die Arbeit der Wissenschaftler dokumentieren.



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