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03. Juli 2017, 14:57 Uhr

Berühmter Physiker

Stephen Hawking kritisiert Trumps Klimapolitik

Das Verhalten von US-Präsident Donald Trump könnte der Erde den Todesstoß versetzen, glaubt Stephen Hawking. Er plädiert für einen Umzug auf andere Planeten.

Der britische Physiker Stephen Hawking hat scharfe Kritik an der Klimapolitik von US-Präsident Donald Trump geübt. "Donald Trump wird unserem schönen Planeten vermeidbaren ökologischen Schaden zufügen, indem er die Beweise für den Klimawandel leugnet und das Pariser Klimaabkommen aufkündigt", sagte Hawking in einem BBC-Interview, das am Montag in Teilen veröffentlicht wurde.

Trump, der Ende der Woche zum G20-Treffen der größten Industrie- und Schwellenländer in Hamburg erwartet wird, will die USA aus dem Klimaabkommen von Paris führen. Darin hatten sich die Unterzeichnerstaaten verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu reduzieren.

Der 75-jährige Hawking warnte, die Welt stehe in Sachen Klimaerwärmung vor einem Dammbruch. Das Agieren Trumps könnte der Erde den entscheidenden Stoß versetzen und zu einem Planeten wie die Venus werden lassen - mit Temperaturen von mehr als 250 Grad Celsius.

Das Ende der Erde als Heimatplanet des Menschen

Der Wissenschaftler, der an einer Erkrankung des Nervensystems leidet, fürchtet, dass die Erde auf kurz oder lang unbewohnbar wird. Er plädiert seit einiger Zeit für die Besiedlung anderer Planeten. Erst im Mai 2017 hatte er verkündet, dass er der Menschheit nur noch 100 Jahre auf der Erde gibt. Im November 2016 hatte er noch davon gesprochen, dass die Erde weitere 1000 Jahre für den Menschen bewohnbar sein könnte.

Hawking denkt aber auch über unser Sonnensystem hinaus. Er unterstützt Pläne, unbemannte Mini-Raumschiffe mit Laserstrahlen zu Lichtjahre entfernten Sternen zu schießen. Die Breakthrough-Initiative des russischen Milliardärs Jurij Milner hat das unserem Sonnensystem nächstgelegene Sternensystem als Ziel auserkoren: Alpha Centauri. Das Sternensystem ist 4,3 Lichtjahre entfernt - eine Sonde bräuchte mit aktueller Technologie rund 30.000 Jahre für eine Reise dorthin. Mit Laserschub soll der Flug aber nur 20 Jahre dauern.

jme/dpa

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