Verleihung der »Earthshot«-Preise William und Kate vergeben fünf Millionen Pfund für Umweltschutzprojekte

»Earthshots« für mehr Klimaschutz: Der Duke und die Duchess von Cambridge haben eine Auszeichnung für Umwelt- und Naturschutzprojekte ins Leben gerufen. Jetzt wurden die ersten Preise in fünf Länder vergeben.
Prinz William und Herzogin Kate haben einen Preis für besonderes Engagement im Umweltschutz ausgelobt

Prinz William und Herzogin Kate haben einen Preis für besonderes Engagement im Umweltschutz ausgelobt

Foto: Alberto Pezzali / Getty Images

Zwei Wochen vor dem Beginn der Uno-Klimakonferenz im Vereinigten Königreich haben Prinz William und Herzogin Catherine Menschen, Organisationen und Unternehmen für ihre Verdienste im Umweltschutz ausgezeichnet. Die Preisträgerinnen und Preisträger der Earthshot Prizes erhielten jeweils eine Million Pfund – rund 1,2 Millionen Euro. Die Preisverleihung erfolgte am Sonntagabend in London.

Damit wurden in diesem Jahr erstmals die Earthshot-Preise verliehen, die die britischen Royals ausgelobt haben: für Ideen, wie drängende Umweltprobleme gelöst werden könnten. Das Preisgeld soll dazu dienen, die ausgezeichneten Umwelt- und Naturschutzprojekte weiter zu unterstützen. Geplant ist, dass bis 2030, also über zehn Jahre lang, jährlich fünf sogenannte Earthshots verliehen werden – und damit 50 Lösungen »für die größten Umweltprobleme der Welt« gefördert werden, mit insgesamt 50 Millionen Pfund.

Die Preise wurden unter anderem von den britischen Schauspielerinnen Emma Thompson und Emma Watson und dem FC-Liverpool-Stürmer Mo Salah überreicht.

Eine Stadt, ein Land und drei Unternehmen

Ausgezeichnet wurden Menschen in fünf Kategorien : Naturschutz und -regeneration, sauberere Luft, Wiederbelebung der Meere, Abfallvermeidung und Klimaschutz. Das Geld soll in die Förderung und Fortentwicklung der Umweltschutzprojekte und Umweltunternehmen fließen.

In der Kategorie »Natur schützen und wiederherstellen« ging die Ehrung an die Regierung von Costa Rica: In dem südamerikanischen Land war die Waldfläche seit den 1990er-Jahren um die Hälfte geschrumpft. Daraufhin führte das Umweltministerium Costa Ricas in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Gruppen Programme ein, in deren Rahmen Bürgerinnen und Bürger dafür bezahlt wurden, Wälder zu schützen, Bäume zu pflanzen und Ökosysteme wiederherzustellen.

Die Größe der Wälder Costa Ricas habe sich seitdem verdoppelt. In der Folge seien auch die Einnahmen durch Ökotourismus auf vier Milliarden Dollar gestiegen. Nun will die Regierung die Programme auch auf städtische Gebiete ausweiten. 30 Prozent des Landes und der Ozeane sollen auf diese Weise geschützt werden.

Im Bereich »Unsere Luft reinigen« erhielt der Sozialunternehmer Vidyut Mohan aus Indien einen Earthshot-Preis. Ziel seines Unternehmens Takachar sei es, die Verbrennung von landwirtschaftlichen Abfällen zu stoppen. Takachar hat eine billige, kleine, tragbare Technologie entwickelt, die an Traktoren in abgelegenen Bauernhöfen angebracht werden kann. Die Maschine wandelt Ernterückstände in verkaufsfähige Bioprodukte wie Kraftstoff und Dünger um. Durch diese Technologie sei es möglich, Rauchemissionen um bis zu 98 Prozent zu reduzieren – mit der Folge einer Verbesserung der Luftqualität. Durch die Umsetzung in größerem Maßstab, heißt es auf der Website der Earthshots , könnte das Verfahren die Kohlendioxidemissionen pro Jahr um eine Milliarde Tonnen reduzieren.

Preisträger in der Kategorie »Unsere Meere wiederbeleben« sind Sam Teicher und Gator Halpern, die das Unternehmen Coral Vita auf den Bahamas führen. Coral Vita züchtet Korallen an Land, um sie in Ozeane zu verpflanzen und sterbende Ökosysteme neu zu beleben. Mit den von Coral Vita verwendeten Methoden sollen Korallen bis zu 50-mal schneller als mit herkömmlichen Methoden wachsen, gleichzeitig lasse sich die Widerstandsfähigkeit der Korallen gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels verbessern. Bisherige Prognosen erwarten für das Jahr 2050, dass 90 Prozent der Korallenriffe durch die Erwärmung und Versauerung der Ozeane abgestorben sein werden.

Den Preis im Bereich »Eine abfallfreie Welt aufbauen« erhielt die Stadt Mailand in Italien. 2019 wurden dort »Food Waste Hubs« ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Menge der Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2030 zu halbieren. Die Zentren sammeln nach Angaben der Veranstalter vor allem Lebensmittel aus Supermärkten und Kantinen ein. Sie geben die Nahrungsmittel an Organisationen weiter, die das Essen wiederum unter bedürftigen Bürgerinnen und Bürgern verteilen. Mailand ist die erste Großstadt, die eine stadtweite Lebensmittelabfallpolitik durchsetzt. Mittlerweile würden die drei Food Waste Hubs jeweils rund 350 Kilogramm Lebensmittel pro Tag retten, was schätzungsweise 260.000 Mahlzeiten entspricht.

In der Kategorie »Unser Klima verbessern« wurde Vaitea Cowan geehrt, Mitbegründerin der Firma Enapter, die ihren Ursprung in Thailand hat. Enapter entwickelt Elektrolyseure, die erneuerbaren Strom in emissionsfreies Wasserstoffgas umwandeln. Das Preisgeld solle Enapter dazu nutzen, um weiter in Forschung und Entwicklung zu investieren.

Prinz William ruft zu mehr Klimaschutz auf

Bei der im Fernsehen übertragenen Preisverleihung rief Prinz William die Menschheit auf, »sich zu vereinen, um den Planeten zu reparieren«. Die »Taten, die wir in den kommenden zehn Jahren zu tun oder zu lassen entscheiden, werden das Schicksal unseres Planeten für die nächsten tausend Jahre bestimmen«, sagte der Enkel der britischen Königin Elizabeth II.

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Auch die Queen hatte sich vor wenigen Tagen für ein verstärktes Engagement ihres Königreichs im Kampf gegen die Klimakrise ausgesprochen. Königin Elizabeth II. hat die Staats- und Regierungschefs für ihr zögerliches Handeln in der Klimakrise kritisiert. Sie sei »genervt« von jenen, die »reden, aber nicht handeln«, sagte sie am Rande der Eröffnung des walisischen Parlaments in Cardiff.

vki/dpa/AFP
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