Ebola-Epidemie Behörden zählen 55 Tote

Ein mobiles Labor soll Wissenschaftlern helfen, die noch immer in Uganda grassierende Ebola-Epidemie einzudämmen. Erstmals ist die Zahl der Toten über 24 Stunden nicht gestiegen.


Kampala/Genf - Die Zahl der Ebola-Fälle in Uganda ist auf 160 gestiegen. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Genf mit. 55 Menschen seien seit Ausbruch der Seuche gestorben, die Zahl der Toten habe sich innerhalb eines Tages allerdings nicht weiter erhöht. Die in Kampala und Nairobi erscheinende Wochenzeitung "The East African" meldete am Montag unter Berufung auf die WHO, die Epidemie könne möglicherweise erst Ende des Jahres besiegt werden.

160 Menschen haben sich nach Angaben der WHO in Uganda mit Ebola infiziert
REUTERS

160 Menschen haben sich nach Angaben der WHO in Uganda mit Ebola infiziert

In der betroffenen Provinz Gulu hat ein mobiles Labor die Arbeit aufgenommen. Damit können Patienten schneller diagnostiziert werden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mit. Bislang mussten Blutproben zum Virologieinstitut nach Südafrika geschickt werden.

Die Zeitersparnis bedeutet, dass Patienten, die mit Ebola-Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen zum Krankenhaus kommen, aber an Malaria erkrankt sind, nicht tagelang bis zur Rückkehr des Testergebnisses auf der Isolierstation für Ebola-Fälle festgehalten werden und sich dort möglicherweise infizieren.

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Der Zeitfaktor ist nach Angaben der WHO bei der Diagnose entscheidend. Weil die lebensgefährliche Seuche hoch ansteckend ist und Menschen das Virus übertragen können, bevor sie selbst erkranken, sei es wichtig, Kontaktpersonen so früh wie möglich zu finden und zu informieren. Auch einfache Hygienemaßnahmen können das Ansteckungsrisiko erheblich vermindern.

Wie "The East African" weiter berichtete, befürchten Reiseveranstalter einen starken Einbruch ihres Geschäfts, obwohl in den Touristengebieten keine Ebola aufgetreten ist. "Alles ist getan, um die Krankheit einzudämmen. Für Touristen stellt Ebola keine Gefahr dar", sagte ein Tourismusmanager. Dennoch müsse mit Einbußen von bis zu 30 Prozent gerechnet werden.

China hat unterdessen seine Grenzkontrollen verschärft, um Menschen oder Tiere, die von dem tödlichen Virus befallen sind, bereits an den Grenzen abfangen zu können. Spezielle Quarantäne-Inspektoren sollen alle Passagiere, die aus der betroffenen Region einreisen wollen, begutachten. Treffen die Kontrolleure auf grippeähnliche Symptome, werden die Passagiere isoliert und ihr Gepäck desinfiziert.



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