Emmy Noether Das vergessene Genie

Emmy Noether ist eine der bedeutendsten Wissenschaftlerinnen des 20. Jahrhunderts. Heute ist die früh verstorbene Mathematikerin und Physikerin fast vergessen.

"Es war das bedeutendste schöpferische, mathematische Genie seit der Einführung der höheren Bildung für Frauen." Kein geringerer als Albert Einstein fand diese Worte vor fast genau 80 Jahren in seinem Nachruf auf Emmy Noether. Die Mathematikerin wurde an diesem Montag vor 133 Jahren in Erlangen geboren. Google widmet ihr zu diesem Anlass ein Doodle.

Noether gehört zu den Begründern der modernen Algebra. Auch in der theoretischen Physik leistete sie Pionierarbeit. Das Noether-Theorem, das sie 1918 vorstellte, entwickelte sich Jahrzehnte später zu einer der wichtigsten Grundlagen der Physik.

Dabei wurden der Wissenschaftlerin im Laufe ihrer Karriere viele Steine in den Weg gelegt. 1903 begann sie ihr Studium in Erlangen nachdem bayerische Universitäten im selben Jahr erstmals Frauen zugelassen hatten. Vier Jahre später promovierte Noether in Mathematik - als zweite Frau überhaupt in Deutschland.

1915 stellte sie einen Antrag auf Habilitation. Bis dahin war in ganz Deutschland noch keine Frau habilitiert worden. Nach heftigen Kontroversen in der Fakultät verbot das Ministerium die Einleitung des Verfahrens. Dennoch hält Emmy Noether im Herbst 1915 ihre erste Vorlesung. Die Ankündigung im Vorlesungsverzeichnis lautete: Invariantentheorie: Prof. Hilbert mit Unterstützung von Frl. Dr. Nöther, Montag 4-6 gratis.

Noether muss vor den Nazis fliehen

Mehrere Gutachten befassen sich mit Noethers Antrag. Der Göttinger Mathematiker Edmund Landau schreibt: "Ich habe bisher, was produktive Leistungen betrifft, die schlechtesten Erfahrungen in Bezug auf die studierenden Damen gemacht und halte das weibliche Gehirn für ungeeignet zur mathematischen Produktion; Frl. N. halte ich aber für eine der seltenen Ausnahmen."

Nach Ende des Ersten Weltkriegs und der Einführung des Frauenwahlrechts ist es 1918 endlich so weit: Noether darf ihre Habilitationsschrift einreichen. 1922 erhält sie den Titel "außerordentlicher Professor": Geld bekommt sie dafür nicht, erst ein Jahr später tritt sie ihren ersten bezahlten Lehrauftrag an.

1933 entziehen die Nationalsozialisten nach ihrer Machtübernahme Noether die Lehrerlaubnis. Sie stammt aus einer jüdischen Familie, teilt zudem pazifistische Ideale. Sie emigriert in die USA und erhält eine Gastprofessur am Women's College Bryn Mawr in Pennsylvania. Noether stirbt ein Jahr später im Alter von 53 Jahren an den Komplikationen einer Unterleibsoperation.

Ehrung von Google: Das Doodle für Emmy Noether

Ehrung von Google: Das Doodle für Emmy Noether

syd
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