Emotionale Bindung Gute Freunde regen das Hirn an

Wer mit wem befreundet ist, lässt sich offenbar per Hirnscan herausfinden. Eine Untersuchung hat ergeben, dass bestimmte Regionen des Denkorgans beim Gedanken an enge Freunde besonders aktiv werden - und dass Emotionen wichtiger sind als gleiche Interessen.

Freunde: Emotionale Nähe regt das Gehirn stärker an als gleiche Interessen
Corbis

Freunde: Emotionale Nähe regt das Gehirn stärker an als gleiche Interessen


Gleich und gleich gesellt sich gern, heißt es. Doch das Sprichwort ist nur sehr bedingt wahr, wie eine Studie jetzt ergeben hat. Sie zeigt: Das Gehirn reagiert auf einen Freund wesentlich intensiver als auf einen Fremden - selbst wenn man mit Letzterem mehr gemeinsam hat.

Die Forscher um Fenna Krienen von der Harvard University in Cambridge dokumentierten für ihre Studie die Hirnaktivität von 32 Versuchsteilnehmern mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie. Während der Aufzeichnung sollten die Freiwilligen aus einer Liste von Adjektiven diejenigen auswählen, die ihre eigene Persönlichkeit am besten beschrieben. Auf diese Weise machten die Wissenschaftler zunächst die Hirnregionen ausfindig, die auf persönlich relevante Information reagieren. Dabei handelt es sich vor allem um den medialen präfrontalen Kortex - einen Hirnabschnitt, der sich im vorderen, mittleren Bereich des Großhirns befindet.

In weiteren Experimenten sollten 66 andere Probanden Angaben über sich selbst und zwei gute Freunde machen. Dabei sollte einer der beiden Freunde ähnliche Vorlieben wie die Versuchsperson haben, während die Vorlieben des anderen Freundes sich von denen des Versuchsteilnehmers unterscheiden sollten.

Auf der Basis dieser Befragung entwickelten die Wissenschaftler für jeden Versuchsteilnehmer Biografien von zwei imaginären Fremden, von denen ihm einer ähnlich und der andere unähnlich war. Anschließend wurden die Gehirnaktivitäten der Probanden während eines Spiels aufgezeichnet, bei dem sie das Verhalten eines ihrer Freunde oder eines der erfundenen Fremden in bestimmten alltäglichen Situationen vorhersagen sollten.

Die Ergebnisse zeigten: Die Hirnregion, die für die persönlichen Informationen zuständig ist, war dann besonders aktiv, wenn die Versuchsteilnehmer Fragen über ihre Freunde beantworteten. Ähnliche oder verschiedene Interessen beeinflussten die Aktivität jedoch nicht, schreiben Krienen und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift "Journal of Neuroscience". "In allen Experimenten schien die emotionale Nähe, jedoch nicht die Ähnlichkeit, Reaktionen im medialen präfrontalen Kortex und in den mit ihm verbundenen Hirnregionen auszulösen", so Krienen.

mbe/dapd



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KING, 13.10.2010
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Freundschaft ist eine Seele in zwei Körpern. -Aristoteles
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